Ärztinnen und Ärzte
Adolf Hollerbusch – Chirurg und Geburtshelfer im Exil
Adolf Hollerbusch wurde am 23. Juli 1900 in Fürth geboren. Sein Vater Josef Hollerbusch war ebenfalls Arzt. Adolf studierte Medizin, promovierte 1926 und ließ sich anschließend als praktischer Arzt und Geburtshelfer nieder. Die Familiengeschichte zeigt zwei Generationen jüdischer Ärzte, deren Berufsleben durch die nationalsozialistische Verfolgung zerstört wurde.
1933 verlor Adolf Hollerbusch die Möglichkeit, als Kassenarzt tätig zu sein. Im selben Jahr wurde er nach Verhaftung und schweren Misshandlungen zur Emigration gezwungen; er gelangte nach Portugal. Das dokumentierte Reichsanzeiger-Register nennt den 21. März 1940 für die nationalsozialistische Entziehung seines Doktorgrades. Diese Verfügung ist Ausdruck der rassistischen Verfolgung und darf nicht als wissenschaftliches Urteil über seine ärztliche Qualifikation verstanden werden.
Die Familie wurde über die Grenzen hinweg auseinandergerissen. Sein Vater Josef verließ Fürth 1937, gelangte nach Chicago und wurde 1941 ebenfalls durch die Entziehung des Doktorgrades diffamiert. Der Lebensweg von Adolf Hollerbusch gehört deshalb ebenso zur Geschichte der Fürther Medizin wie zur Geschichte der systematischen Entrechtung jüdischer Bürger.
Weitere Lebensgeschichten
Quellen und Literatur
- https://ual.archiv.uni-leipzig.de/reichsanzeiger.php
- https://rijo.hier-im-netz.de/pdf_2/DE_FU_JU_frank.pdf
- https://www.fau.de/universitaet/universitaetsprofil/geschichte-und-erinnerungskultur/aberkennung-der-doktorwuerde-an-der-universitaet-erlangen-in-der-zeit-des-nationalsozialismus/
- https://bibliothek.alpenverein.de/webOPAC/02_AV-Sektionsschriften/Sektion_Fuerth/Jahresberichte/SektionFuerth1914-18-web.pdf