Ärztinnen und Ärzte

Dr. Bernhard Kläß – von der Fürther Gesundheitsfürsorge in die bayerische Gesundheitspolitik

Zwanzig Jahre lang prägte Bernhard Kläß die öffentliche Gesundheitsverwaltung Fürths. Geboren am 6. Juni 1918 in Dresden, studierte er Medizin in Würzburg und Berlin und legte 1942 das Staatsexamen ab. Er war Kriegsteilnehmer, zuletzt als Stabsarzt. Nach dem Krieg setzte er seine Laufbahn in der bayerischen Gesundheitsverwaltung fort und bestand 1948 die Prüfung für den ärztlichen Staatsdienst.

Eine frühe Station führte ihn in die Vereinigten Staaten: Mit einem Stipendium der Rockefeller-Stiftung studierte er 1949/50 an der Harvard University und erwarb den Abschluss Master of Public Health. Nach einer Abordnung an das Bundesinnenministerium wurde Kläß 1952 Fürther Stadtarzt. Bis 1971 war er für die Aufgaben der kommunalen Gesundheitsverwaltung verantwortlich – in einer Zeit, in der Vorsorge, Hygiene und medizinische Versorgung in der Nachkriegsstadt neu organisiert wurden.

Der Fürther Arzt war zugleich ein Funktionsträger des Roten Kreuzes. Schon 1947 gehörte er einem BRK-Landesgremium an; 1958 übernahm er den Vorsitz des Bezirksverbands Ober- und Mittelfranken. Von 1961 bis 1977 war er Vizepräsident des Bayerischen Roten Kreuzes. Im Bayerischen Ärzteblatt wurde 1968 sogar eine kleine persönliche Ehrung festgehalten: Kläß erhielt nach 17 Blutspenden eine Auszeichnung. Ehrenamt und hauptberufliche Gesundheitspolitik trafen sich in seiner Laufbahn ungewöhnlich häufig.

Am 20. Juni 1964 zog Kläß als Vertreter der Wohltätigkeitsorganisationen in den Bayerischen Senat ein. Er arbeitete unter anderem im Ausschuss für Sozial-, Gesundheits- und Familienpolitik und später im Rechts- und Verfassungsausschuss; von 1970 bis zu seinem Tod gehörte er als Schriftführer dem Präsidium an. 1969 engagierte er sich im internationalen Zusammenschluss der öffentlichen Gesundheitsdienste. Seine Fürther Tätigkeit war damit Teil eines Netzwerks, das von kommunalen Behörden bis in die Landes- und internationale Gesundheitspolitik reichte.

1971 übernahm Kläß im Bayerischen Sozialministerium die Leitung der Gesundheits- und Krankenhausabteilungen. Er starb am 23. April 1981 in Bad Tölz. Sein zeitgenössischer Nachruf im Bayerischen Ärzteblatt hebt den Aufbau dieser Verwaltungsbereiche hervor. Wie er einzelne Fürther Gesundheitsprojekte konkret beeinflusste, lässt sich dagegen erst aus den städtischen Akten und Jahresberichten im Detail rekonstruieren.

Weitere Lebensgeschichten

Quellen und Literatur

  1. https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/125587724.html
  2. https://www.bayerisches-aerzteblatt.de/fileadmin/aerzteblatt/ausgaben/1981/06/komplettpdf/06_1981.pdf
  3. https://www.bayerisches-aerzteblatt.de/fileadmin/aerzteblatt/ausgaben/1968/06/komplettpdf/06_1968.pdf

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