Ärztinnen und Ärzte
Jakob Henle – aus Fürth in die Geschichte der modernen Anatomie

Friedrich Gustav Jakob Henle wurde am 19. Juli 1809 in Fürth geboren. Er studierte Medizin in Bonn und Heidelberg und entwickelte sich zu einem führenden Anatomen und Pathologen des 19. Jahrhunderts. Zu seinen Lehr- und Forschungsstationen gehörten Zürich, Heidelberg und Göttingen.
Henle verband mikroskopische Beobachtung mit anatomischer Systematik. Seine Arbeiten beeinflussten die Entwicklung der Histologie und der wissenschaftlichen Medizin. Er starb am 13. Mai 1885 in Göttingen. Seine Biografie gehört in die Fürther Medizingeschichte, obwohl sein beruflicher Wirkungskreis weit über die Stadt hinausreichte.
Henles Forschungskarriere wurde von den begrenzten Lebensmöglichkeiten einer aus Fürth stammenden jüdischen Kaufmannsfamilie mitgeprägt. Die erweiterte Biografie des Hauses der Bayerischen Geschichte beschreibt den Umzug der Familie ins Rheinland und die Ausbildung in Bonn und Berlin. Henle beschäftigte sich früh mit mikroskopisch sichtbaren Geweben und vermutete bereits 1840 lebende Krankheitserreger. Seit 1844 gab er mit Karl Pfeufer die „Zeitschrift für rationelle Medicin“ heraus; später entwickelte er die mikroskopische Anatomie weiter. Diese Stationen gehören zur Fürther Wissenschaftsgeschichte, ohne aus Henles späteren akademischen Erfolgen fälschlich eine ärztliche Tätigkeit in Fürth zu machen.