Hausgeschichte · Brauereien · Arbeitskampf
Das Evora-Haus und die Menschen dahinter
Das Mietshaus Königswarterstraße 52 verbindet Brauereigeschichte, Architektur, wohlhabende Bewohner und den sozialen Konflikt des Jahres 1892.
Die frühere Bahnhofstraße erhielt 1875 den Namen Königswarterstraße, zu Ehren des Fürther Stifters Wilhelm Königswarter. Der Brauereibesitzer Wilhelm Evora beauftragte 1892 den Architekten Fritz Walter mit einem repräsentativen Mietshaus an dieser Straße. Evora starb, bevor es fertiggestellt wurde.
Zu den in der historischen Darstellung genannten Bewohnern zählen die Familien der Fabrikbesitzer Albert Bernhard Bach und Siegfried Binswanger sowie der städtische Schulrat Bernhard Bauer und der Expeditor Maximilian Hägel. Emil und Hilmar Evora übernahmen das Gebäude 1897; 1907 wurde Hilmar Alleineigentümer.
Im selben Jahrzehnt tobte ein Konflikt in der Fürther Braubranche: Nach der Entlassung von fünf Braugehilfen bei Evora & Meyer organisierten Arbeiter einen Bierboykott. Er endete 1893 nach einer Vermittlung, bei der Beschäftigungsmöglichkeiten in einer anderen Brauerei eine Rolle spielten. So führt die Hausgeschichte unmittelbar zu Fragen nach politischem Einfluss und den Rechten der Arbeiter.