Medizin · Sozialgeschichte · Quellenforschung
Das Israelitische Hospital: Menschen, Pflege und Erinnerungen
Das jüdische Krankenhaus in der Theaterstraße 36 ist mehr als eine Gebäude- oder Stiftungsgeschichte: Seine überlieferten Quellen erlauben Einblicke in die alltägliche Pflege und Arbeit.
Der Neubau des Israelitischen Hospitals wurde 1846 eröffnet. Den kranken Menschen standen religiöse Einrichtungen und koschere Verpflegung zur Verfügung; das Haus versorgte nicht ausschließlich jüdische Patienten. 1864 wurde das Gebäude erweitert. Ein Bericht von 1867 nennt einen jüdischen Arzt, einen christlichen Chirurgen sowie erforderliches Wärterpersonal. Ihre einzelnen Identitäten lassen sich aus diesem Bericht allein nicht bestimmen.
Für 1936 ist ein Fotoalbum mit 42 Aufnahmen bezeugt. Das Archivfindmittel verzeichnet Bilder der medizinischen Geräte, der Innenräume, der Architektur und des Personals. In einer Widmung wird ein Pfleger namens Isaac Schwab erwähnt. Weder weitere Lebensdaten noch eine bestimmte Tätigkeit oder Dienstzeit sind dadurch allein nachgewiesen.
1910 erhielt das Krankenhaus einen modernen Operationssaal, dessen Einrichtung durch eine Stiftung finanziert wurde. In der NS-Zeit wurde die Einrichtung 1943 zwangsweise aufgelöst. Das Gebäude wurde während des Krieges als Hilfslazarett genutzt. Seit Dezember 1945 dienten Räume erneut Einrichtungen der jüdischen Gemeinde.
Der Name Isaac Schwab ist ein wichtiger Ansatz für die weitere Biografieforschung. Eine Identitätsverknüpfung mit gleichnamigen Personen darf erst nach Abgleich weiterer Originalquellen erfolgen.