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Sozialgeschichte · Medizin · 1867

Fürsorge als Gemeinschaftsaufgabe: Jüdische Wohlfahrt in Fürth

Ein Zeitungsbericht vom 3. Juli 1867 zeigt, wie vielfältig die jüdische Gemeinde Fürths Menschen in Not unterstützte.

Der Bericht in der Zeitschrift „Der Israelit“ beschreibt Einrichtungen für kranke Menschen, Aussteuerhilfen für junge Frauen, einen Holzverteilungsverein und die Unterstützung mittelloser Durchreisender. Der 1799 gegründete Holzverteilungsverein versorgte Bedürftige mit Brennholz oder gab es zu festen Preisen ab. Das 1791 entstandene männliche Krankeninstitut half Mitgliedern bei Krankheit und übernahm religiöse Pflichten im Todesfall.

Auch das Israelitische Hospital ist ausführlich beschrieben. Der Text nennt Herrmann Königswarter mit einer Beitragszusage von 3.000 Gulden, Baruch Berobsheimer und Jacob Plachfeld mit jeweils 1.000 Gulden. Weitere Zeichnungen werden mit 4.800 Gulden beziffert. Es handelt sich um rückblickend berichtete Zusagen und Zeichnungen; eine tatsächliche Auszahlung aller Beträge ist dadurch nicht bewiesen.

Ein Neubau war 1833 beschlossen worden; der Bericht nennt 1846 als Jahr der Fertigstellung. Krankenhausalltag bedeutete nach dieser Quelle nicht nur ärztliche Behandlung, sondern auch Pflege, Verwaltung, eine Haussynagoge und eine Hausbibliothek.

Die genannten Herrmann, Simon und Wilhelm Königswarter sind ohne weitere Personenbelege getrennt zu behandeln. Ebenso darf die Einrichtung nicht mit dem gleichnamigen Hospital in Frankfurt am Main verwechselt werden.

Originalquelle

Haus der Bayerischen Geschichte: „Jüdische Wohlfahrt in Fürth“, Der Israelit vom 3. Juli 1867