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Biografie · Buchdruck · Bürgerrecht

Lion Löb: Ein Buchdrucker wird Fürther Bürger

Ein einzelnes amtliches Dokument erzählt von Migration, Familie und Zugehörigkeit im Fürth des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Lion Löb wurde 1858 im preußischen Züntersbach geboren. Als jüdischer Buchdrucker zog er 1896 nach Fürth, der Heimat seiner Ehefrau Fanny, geborene Bendit (1858–1925). Löb beantragte die bayerische Staatsangehörigkeit und das Fürther Bürgerrecht.

Am 2. November 1896 erhielt er die bayerische Staatsangehörigkeit. Der amtliche Vorgang erfasste nach den damals geltenden Regeln zugleich seine Ehefrau und die Kinder. Julius von Zenetti, Regierungspräsident von Mittelfranken, zeichnete die Urkunde gegen.

In Fürth betrieb Löb zunächst eine Akzidenzdruckerei mit Papier- und Schreibwarenhandel. Um 1911 erweiterte er den Betrieb, der nun als „Buchdruckerei Lion & Co.“ firmierte und Buch-, Stein- und Kunstdruck sowie Papierverarbeitung anbot. Seit dem 1. April 1920 war er Geschäftsführer der Bugra (Werkstätte für Buchgewerbe und Graphik GmbH); ab dem 19. Juli 1920 gehörte er dem Vorstand der Bayerischen Papier- und Druckgenossenschaft GmbH an. Diese Firmenbezeichnungen sind in der Quellenbeschreibung ausdrücklich genannt. Sie werden nicht mit anderen, nur namensähnlichen Druckereien gleichgesetzt.

Quelle und Forschungsstand

Die Angaben stammen aus der vom Haus der Bayerischen Geschichte erläuterten Staatsbürgerschaftsurkunde von 1896. Die beruflichen Stationen werden in der Quellenbeschreibung ausdrücklich genannt. Geschäftsadressen, Eigentumsverhältnisse und weitere Lebensstationen sind noch anhand von Adressbüchern, Gewerbeakten und zeitgenössischen Zeitungen zu prüfen.

Haus der Bayerischen Geschichte: Staatsbürgerschaftsurkunde 1896