Diese Namenszuordnung verbindet bestehende Firmenprofile mit historischen Quellenfällen. Sie ist keine automatische Gleichsetzung aller früheren Rechtsformen.
Historische Rechnungen und Geschäftspapiere aus der eigenen Sammlung Zweckerl, mit Freigabe zur Wiedergabe auf Kleeblattmuseum. Die Scans sind lokal auf dem Museumsserver gesichert; Datum und Firmenbezeichnung beruhen zunächst auf der Galeriebeschriftung. Die Zuordnung beweist weder einen Inhaberwechsel noch eine Firmenrechtsnachfolge.
Der Briefkopf vom 26. September 1921 nennt Leopold Heilbronn als Betreiber von Spiegel- und Spiegelglasfabriken mit eigenen Schleif- und Polierwerken und nennt als Gründungsjahr 1843. Diese historische Eigenangabe ist auch mit älteren Ausstellungskatalogen zu vergleichen.
Das Unternehmen bestätigt dem Geschäftspartner Hermann von Grafenstein in Röthenbach/Oberpfalz einen Scheckeingang über 40.000 Mark. Andere Branchenverzeichnisse zeigen später mehrere Werke und Inhaber; die NS-Verfolgungs- und Eigentumsgeschichte der Firma muss anhand der einschlägigen Archivakten und Handelsregister präzise rekonstruiert werden.
Verbindung zur oberpfälzischen Spiegelglasindustrie
Der Brief vom September 1921 an Hermann von Grafenstein in Röthenbach ist Teil eines größeren Fürther Geschäftsnetzes: Auch J. L. Lehmann (1922/23) und N. Wiederer & Co. (1923) korrespondierten mit dieser Geschäftsadresse. Ein Branchenverzeichnis von 1930/31 nennt Hermann von Grafenstein selbst als Betreiber einer Spiegelglasfabrik mit eigenen Schleif- und Polierwerken und 110 Beschäftigten. Damit wird eine regionale Industrieverbindung greifbar, aber noch keine bestimmte Rohglaslieferung zwischen jedem Firmenpaar bewiesen.
Ein Fürther Spiegelglasbetrieb auf internationalen Ausstellungen
Das Findbuch des Polytechnischen Vereins im Archiv des Deutschen Museums weist unter FA 004 / 1189 eine Mitteilung des Fürther Spiegelfabrikanten Leopold Heilbronn über eine erhaltene Auszeichnung nach. Für die Pariser Weltausstellung 1855 führt FA 004 / 1191 ausdrücklich eine Auszeichnung für seine Spiegelgläser auf. Die Findbucheinträge zeigen einen wichtigen archivalischen Forschungsweg; der genaue Prämierungstext muss noch aus der eigentlichen Akte ermittelt werden.
Das Glasindustrie-Verzeichnis 1930/31 nennt als Firmensitz Nürnberger Straße 5 und weitere Schleifereien in Penzendorf, Lauterhofen und Drahthammer. Als Inhaber werden Leopold, Philipp und Fritz Heilbronn bezeichnet. Zum Sortiment gehörten belegtes und unbelegtes Spiegelglas, dünnes Glas für Waggonfenster, fotografische Anwendungen und gerahmte Spiegel. Diese Angaben beschreiben die Firma an einem datierten Stichtag; sie belegen noch keine vollständige Generationenfolge oder die juristische Beziehung der Werke untereinander.
Eine wissenschaftliche Untersuchung auf Grundlage des Fürther Gewerbeverzeichnisses nennt Leopold Heilbronn unter den 1938 registrierten jüdischen Firmen der Spiegelglasbranche. Im Staatsarchiv Nürnberg ist außerdem eine Firmenakte Nr. 114 für 1939 über ein Spiegel-Versandgeschäft dieses Namens verzeichnet. Weder aus dem Registereintrag noch aus dem Findmittel lässt sich bislang sicher ablesen, wer die Firma übernahm, ob sie zwangsverkauft oder liquidiert wurde oder wie eine mögliche Rückerstattung verlief. Diese entscheidenden Fragen bleiben offen.
Spiegel für internationale Märkte – und ein offenes Schicksal in der NS-Zeit
Leopold Heilbronn betrieb in Fürth eine Spiegel- und Spiegelglasfirma mit eigenen Schleif- und Polierwerken. Der Firmenbrief vom 26. September 1921 nennt 1843 als Gründungsjahr. Ein Branchenverzeichnis von 1930/31 nennt die Nürnberger Straße 5 als Fürther Anschrift, Leopold, Philipp und Fritz Heilbronn als Inhaber sowie Schleifereien in Penzendorf, Lauterhofen und Drahthammer. Zum Angebot gehörte dünnes Spiegelglas für Waggonfenster und fotografische Zwecke.
Ein außergewöhnlicher Archivbestand könnte die frühe Wirtschaftsgeschichte vertiefen: Das Stadtarchiv Fürth besitzt unter NL 3 ein Hauptbuch der Spiegelglasfabrik aus den Jahren 1843 bis 1865. Nach der Bestandsbeschreibung umfasst es 287 Folien mit Soll- und Haben-Einträgen einzelner Geschäftspartner, die alphabetisch verkartet wurden. Hier lässt sich künftig der tatsächliche Handelskreis des Hauses, statt nur seine öffentliche Selbstdarstellung, rekonstruieren.
Der Forschungsaufsatz über Seligman Bendit & Söhne nennt Leopold Heilbronn unter den 1938 registrierten jüdischen Fürther Spiegelglasfirmen und verweist auf Stadtarchiv Fürth, AR 33, Nr. 8. Das Staatsarchiv Nürnberg verzeichnet für 1939 eine Firmenakte zum Versandgeschäft für Spiegel, Nr. 114. Weder ein konkreter Käufer, noch ein bestimmtes Entziehungsdatum oder ein Restitutionsausgang sind bisher durch Einsicht in diese Akten verifiziert. Die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung wird hier deshalb ausdrücklich nicht mit einem ungesicherten Firmenende vervollständigt.
26. September 1921 – Leopold Heilbronn 1921.09.26. Lokal archivierter Originalscan: Sammlung Zweckerl, mit Zustimmung des Sammlungsinhabers zur Wiedergabe auf Kleeblattmuseum. Belegart: Geschäftsbrief (Aussteller). Quellenbild öffnen.
Weitere historische Firmenbelege im Zweckerl-Bildkatalog (1)
Die folgenden Bildnummern und Titel stammen aus dem Piwigo-Quellenkatalog vom 13. Oktober 2026. Der Firmenname erscheint in der Galeriebeschriftung; eine Einzelprüfung von Briefkopf, Absender, Rechnungsempfänger und etwaiger Rechtsnachfolge steht noch aus. Die Vorschauen liegen bei zweckerl.de und sind noch nicht im Museum lokal archiviert. Eigentümerfreigabe für das Kleeblattmuseum, keine allgemeine CC-Lizenz.
Die 1 weiteren Katalogbilder anzeigen
LEOPOLD HEILBRONN 1934.03.17 · Quelle, Bild 55. Nur Namensbeobachtung aus dem Katalog.
Sammlung Zweckerl: weitere Forschungsbelege
Der historische Firmenname ist im Forschungs-Master als Kandidat der Zweckerl-Branchenalben erfasst. Die bereits lokal vorhandenen Rechnungen werden separat auf dieser Seite angezeigt. Ein gleichlautender Name belegt allein keine identische juristische Firma über mehrere Jahre.