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Fürther Firmengeschichte bis 1945
J. L. Lehmann – Spiegelfabrik / Familie Midas
Spiegelglas, Spiegelproduktion und NS-Zwangsverkauf
Zeitlicher Ausgangspunkt: 1848/49 laut archivgestützter Lokalrecherche; Branchenbuch 1930/31 nennt rückblickend 1840
Unternehmensgeschichte
Eine anhand von Archivunterlagen erarbeitete lokale Gedenkdokumentation führt die Gründung durch Jonatan Levi Lehmann auf 1848/49 zurück. Als ursprünglichen Standort nennt sie die Schwabacher Straße (heute Nr. 43), ab 1906 die Lange Straße 53. Das Branchenverzeichnis 1930/31 gibt dagegen das Gründungsjahr 1840 an. Diese unterschiedliche Datierung bleibt bis zur Einsicht in die ältesten Gewerbe- und Registerunterlagen offen.
1930/31 nennt das Branchenverzeichnis Joseph und Lothar Midas als Inhaber, fünf Schleifwerkstätten, 100 Beschäftigte, elektrischen Antrieb mit 60 PS und den Leipziger Messevertrieb. Das IHK-Verzeichnis von 1938 führt außerdem Ernst Mohr. Verschiedene Stichtage und Rollen dürfen dabei nicht vermischt werden.
Der Verkauf des Unternehmens an Büttner & Stiegler vom 13. August 1938 erfolgte laut überliefertem Rückerstattungsantrag unter nationalsozialistischem Zwang. Die IHK meldete am 24. Oktober 1938 Auflösung und Liquidation der bisherigen Firma. Joseph Max und Lothar Midas stellten am 29. Juli 1948 einen Rückerstattungsantrag; ein Vergleich beendete das Verfahren am 6. Juli 1950. Liquidationsbeginn, endgültige Registerlöschung und spätere Nutzung des Geländes sind getrennte Ereignisse.
Personen und ihre Rollen
Jonatan Levi Lehmann als früher Gründer laut Lokalrecherche; Auguste Lehmann und Adolph Midas (Heirat 1872); Joseph Max Midas, Lothar Midas und 1938 zusätzlich Ernst Mohr; Erwerber Büttner & Stiegler.
Adressen und Betriebsstätten
Frühphase Schwabacher Straße (heute Nr. 43 laut Gedenkdokumentation); Fabrik Lange Straße 53 ab 1906.
Quellenstand und offene Verbindungen
Gründungsangabe 1840 im Branchenbuch widerspricht der 1848/49-Datierung der lokalen Forschung. NS-Zwangsverkauf 1938 nicht als freiwillige Übernahme beschreiben. Rund 100 Beschäftigte 1930/31 nicht mit späteren Zahlen gleichsetzen.
Zeitgenössisches Branchenverzeichnis und archivgestützte Gedenkdokumentation mit wiedergegebenen IHK- und Rückerstattungsunterlagen.