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Menschen · Fürther Wirtschafts- und Frauengeschichte

Dorothea Haffner: das Vermögen hinter einer Fürther Zinnfigurenwerkstatt

Die Geschichte von Johann Haffners Zinnfiguren beginnt auch mit dem Vermögen seiner Frau Dorothea Johanna Juliana Schwemmer. Eine historische Firmendokumentation zitiert das Gewerbeverfahren von 1837 und die Immobiliengeschäfte nach dem Tod ihres Mannes 1874.

Die Voraussetzung für eine eigene Werkstatt

Im Jahr 1837 beantragte Johann Haffner eine eigene Zinngießerkonzession und die Genehmigung zur Eheschließung. Laut den in der Firmenchronik wiedergegebenen Unterlagen verlangte die Behörde für die Niederlassung 500 bis 600 Gulden. Johann konnte auf 125 Gulden Unterstützung seines Vaters verweisen. Seine Braut besaß dagegen mehr als 1.600 Gulden Bankguthaben und weitere Werte. Damit war ihr Vermögen entscheidend für die wirtschaftliche Beurteilung der geplanten Gründung. Das beweist jedoch weder eine tatsächliche Kapitalübertragung noch eine förmliche Mitinhaberschaft.

Eine Familie im Gewerbe

Dorothea wurde nach der Familienrekonstruktion am 27. September 1817 in Nürnberg geboren. Im November 1837 heiratete sie Johann Haffner. 1838 begann die Fürther Zinnfigurenherstellung. Die Familienchronik verzeichnet zwölf Kinder, darunter den späteren Firmenleiter Konrad. Über Dorotheas persönliche Arbeit in der Fabrik sind keine zuverlässigen Einzelbelege bekannt. Ein um 1840 datierter Figurenkasten der Haffner-Werkstatt im Germanischen Nationalmuseum dokumentiert das Gewerbe, nicht Dorotheas eigenhändige Fertigung.

Die Witwe als Eigentümerin

Nach dem Tod ihres Mannes am 26. Februar 1874 wurde Dorothea in der überlieferten Eigentumsgeschichte als Witwe und Erbin sichtbar. Am 31. März wurden ihr demnach zwei Grundstücke mit einem Wert von zusammen 64.000 Gulden übertragen; am 30. Juni verkaufte sie das Haus Alexanderstraße 1 für 42.000 Gulden an Rebecka Wagner. Die Beträge sind keine persönlichen Gewinne. Die Grundbuchoriginale müssen noch geprüft werden.

Ihre Geschichte zeigt, dass Fürths industrielle Anfänge nicht allein aus den Namen männlicher Meister erklärt werden können. Die erhaltenen Angaben belegen die finanzielle Bedeutung Dorotheas, auch wenn zahlreiche Fragen zu ihrem persönlichen Leben offenbleiben.

Quellen

  1. [1]Haffner – Firmengeschichte mit Aktenauszügen 1837 und Immobilienangaben 1874
  2. [2]Germanisches Nationalmuseum, „Ritterturnier“, um 1840

Quellenstand: Die Gründungs- und Grundstücksakten sind bislang über die zitierende Firmengeschichte erschlossen, nicht unabhängig im Original eingesehen. Auf unlizenzierte Abbildungen wird verzichtet.