Stadtgeschichte Fürth · Haus- und Baugeschichte
Haus Hirschmann – Villa Würzburger Straße 51
Haus · Stadt Fürth · Villa der Neuen Sachlichkeit · Bauphasen 1910/1926/1930–31 · Forschungsstand
Weitere historische Nachweise und Registerangaben
Weitere belegte Angaben
- 1910Das spätere Haus Hirschmann besitzt den Kern des 1910 durch Peringer & Rogler errichteten Sommerhauses. Landauers Umbau von 1930/31 ist keine vollständige Neuerrichtung.[1]
- 1926Das 1926 angefügte Gartenzimmer mit Dachterrasse und Betonrippendecke blieb im Umbau von 1930/31 enthalten.[1]
- 1929–1931Carl Hirschmann beauftragte seinen Cousin Fritz Landauer 1929. Landauer erweiterte 1930/31 das vorhandene Haus zu einer ganzjährig nutzbaren modernen Flachdachvilla.[1][2]
- um 1931Der große Wohnraum öffnete sich durch ein über fünf Meter langes mechanisch versenkbares Fensterband zum Garten. Sein heutiger Funktionszustand ist nicht geprüft.[1]
- 1930/31Eine Walmdachvariante des Architekten blieb Entwurf; zur Genehmigung kam die ausgeführte Flachdachlösung.[1]
- 1937Unter NS-Verfolgungsdruck verlor Carl Hirschmann seine Direktorenstellung, emigrierte im November 1937 und veräußerte das Haus an Georg Roth. Der vollständige Entschädigungs- und Restitutionsvorgang ist nicht geprüft.[1]
- nach 1945Die bauhistorische Studie beschreibt beide Villen 49 und 51 als zeitweise von der US-Armee für Beteiligte der Nürnberger Prozesse genutzte Unterkünfte.[1]
- Jahresbericht 2025Die Stadtheimatpflege meldet den erweiterten Denkmalschutz der historischen Innenräume einschließlich einer Poggenpohl-Reformküche der 1930er Jahre.[3]
- Vorlage 2024Die Stadt behandelte einen grundsätzlichen Erbbaurechtsvertrag der Kulturstiftung Fürth. Das Datum einer notariellen Beurkundung ist nicht belegt.[4]
- 14. Oktober 2026Der Bau- und Werkausschuss nahm den Planungsbericht zum Hirschmannareal zur Kenntnis. Eine endgültige Bauzulassung oder ausgeführte Neubebauung ist damit nicht belegt.[5]
- 12.10.2026 – ZielentwurfDie WBG Fürth beziffert den am 12.10.2026 vorgestellten städtebaulichen Zielentwurf für den Annaliese-Roth-Park auf etwa 150 künftige Wohnungen, rund 11.170 Quadratmeter Wohnfläche und voraussichtlich 465 Bewohnerinnen und Bewohner. Dies sind Projektkennzahlen, kein genehmigter oder gebauter Wohnungsbestand.[6]
- 12.10.2026 – ZielentwurfDie WBG Fürth beabsichtigt nach ihrem Zielentwurf 72 Prozent des gesamten Baumbestands und 88 Prozent der von ihr als erhaltenswert bewerteten Bäume auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Parkareal zu erhalten; 34 Neupflanzungen sind vorgesehen. Die Einstufung erhaltenswert und die Umsetzung sind Planungsannahmen, keine realisierte Baumbilanz.[6]
- 12.10.2026 – PlanprognoseNach WBG-Zielentwurf würde die versiegelte Fläche des Hirschmannareals von etwa 11 Prozent im damaligen Zustand auf etwa 30 Prozent im entworfenen Quartier ansteigen. Die Prozentwerte sind Planangaben und kein bereits eingetretener Flächenverbrauch.[6]
- 12.10.2026 – geplanter WohnungsmixDer Annaliese-Roth-Park-Zielentwurf teilt die geplanten Wohnungen in 34 Prozent geförderte Wohnungen, 30 Prozent freifinanzierte Mietwohnungen und 36 Prozent Eigentumswohnungen auf. Dies ist die vorgesehene Verteilung des Konzepts, nicht ein späterer endgültiger Miet- oder Eigentumsbestand.[6]
- 12.10.2026 – VerkehrskonzeptDer WBG-Entwurf sieht etwa 125 Pkw-Stellplätze in einem weitgehend unterirdisch angeordneten, begrünten Parkdeck im Süden des Grundstücks vor, mit kurzen Anschlüssen von der Hardstraße. Eine fertige Tiefgarage ist dadurch nicht dokumentiert.[6]
- 12.10.2026 – geplante ParknutzungDie WBG sieht erstmals einen öffentlichen Zugang zum bislang privaten historischen Park vor, unter Einbindung der denkmalgeschützten Villa mit Zugängen von Würzburger Straße, Hardstraße und Stillem Winkel. Eine aktuelle Öffnung des Parks für die Allgemeinheit ist damit nicht nachgewiesen.[6]
- 12.10.2026 – Prognose 2030Nach WBG-Angaben könnten bei planmäßigem Verlauf erste Bewohnerinnen und Bewohner im Herbst 2030 einziehen und der Park zugänglich werden. Dies ist ausdrücklich eine vorläufige Zeitprognose; die Schaffung von Baurecht durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan steht noch aus.[6]
- 13.10.2026 – öffentliche KontroverseDie Bürgerinitiative 'Grünes Juwel – Hirschmann-Park' kritisierte laut Fürther Nachrichten vom 13.10.2026 die geplanten sieben Wohngebäude und forderte statt einer Bebauung einen weitgehend unbebauten 'Klimapark'. Dies ist eine dokumentierte Position im öffentlichen Planungsstreit, keine amtlich festgestellte Prognose künftiger Schäden.[7][6]
Quellen
- [1]Simon Rötsch – Das Haus Hirschmann und sein Park in Fürth
- [2]Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege – Denkmalliste Fürth
- [3]Stadtheimatpflege Fürth – Jahresbericht 2025
- [4]Stadt Fürth – Grundsatzbeschluss Hirschmann-Villa 2024
- [5]Stadt Fürth – Vorlage SpA/1371/2026 Hirschmannareal
- [6]WBG Fürth – Zielentwurf Annaliese-Roth-Park, 12.10.2026
- [7]Fürther Nachrichten – Bürgerinitiative zum Hirschmannpark 13.10.2026