Medizinische Baugeschichte

Josef Zizler - wie eine Kinderkrippe zur städtischen Bauaufgabe wurde

Josef Zizler gehörte zu den Architekten, die Fürths neue Einrichtungen der öffentlichen Fürsorge in eine sichtbare Bauform überführten. Zu seinen Fürther Aufgaben zählte die Planung der Krautheimer-Krippe in der Maistraße. Sie wurde 1912 eröffnet und ging auf die Stiftung von Martha Krautheimer zurück.

Das zweigeschossige Haus an der Maistraße 18 erhielt ein Walmdach, einen von vier Säulen getragenen Eingangsvorbau und einen seitlichen Treppenturm mit Zwiebeldach. Seine neuklassizistische Gestaltung machte die Kinderkrippe als eigenständige öffentliche Einrichtung erkennbar. Die Architektur war dabei Teil eines neuen Alltagsangebots für Säuglinge und berufstätige Mütter.

Nach seiner Arbeit in Fürth führte Zizlers Berufslaufbahn auch nach Mannheim. Für die Fürther Medizingeschichte ist er nicht als Arzt, sondern als der Architekt eines Fürsorgegebäudes von Bedeutung. Die organisatorische Leitung und die Finanzierung der Krippe dürfen nicht ihm zugeschrieben werden.

Die Geschichte des Baus reicht weit über seine Entstehungszeit hinaus: Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der jüdische Stiftername verdrängt, nach 1945 wiederhergestellt. Die Stadt Fürth berichtete 2025 über eine denkmalgerechte Fassadensanierung. Das Gebäude verknüpft damit frühe Säuglingsfürsorge, Stadtbaugeschichte und den Umgang mit jüdischem Stiftungserbe.

Weitere Lebensgeschichten

Quellen und Literatur

  1. https://hdbg.eu/biografien/detail/martha-krautheimer/10264
  2. https://www.fuerth.de/service-fuerther-rathaus/aktuelles/detail/fassade-der-krautheimer-krippe-denkmalgerecht-restauriert/

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