Ärztinnen und Ärzte
Moritz Weichselbaum - mehr als sechs Jahrzehnte ärztliche Praxis in Fürth
Moritz Weichselbaum stammte aus Pretzfeld, wo er am 23. Januar 1802 geboren wurde. Ein zeitgenössischer Zeitungsbericht zu seinem 90. Geburtstag nennt den 5. Februar 1829 als Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit in Fürth.
Noch 1892 wurde Weichselbaum in derselben Meldung als einer der städtisch bestellten Armenärzte beschrieben. Damit steht er für eine Form medizinischer Fürsorge, die Bedürftigen auch außerhalb eines Krankenhauses ärztliche Hilfe ermöglichen sollte. Die Personalakten des Israelitischen Hospitals enthalten zusätzliche Hinweise auf seine Arbeit. Sein Lebensweg berührt die Geschichte jüdischer Ärzte ebenso wie die der kommunalen Armenpflege.
Im Archivverzeichnis der Israelitischen Kultusgemeinde ist unter Nr. 922 eine Personalakte des Armenarztes Moritz Weichselbaum für 1842–1848 und 1869 verzeichnet. Damit lässt sich sein Wirken künftig mit Originalunterlagen der Hospital- und Gemeindeverwaltung genauer erforschen.
Eine bislang fehlende Verbindung führt Weichselbaum direkt ins Israelitische Hospital. Die Krankenhausgeschichte nennt seine Armenarzttätigkeit dort für 1842 bis 1849; der Archivkatalog verzeichnet eine Personalakte des Armenarztes Dr. Moritz Weichselbaum für 1842–1848 sowie einen weiteren Vorgang von 1869 (D/Fu1 Nr. 922). Die Personalakte ist noch nicht eingesehen, aber ihre genaue Signatur erlaubt künftig eine Prüfung von Bestellung, Vergütung und Aufgaben. Weichselbaum war damit sowohl im kommunalen Armengesundheitswesen als auch in einer jüdischen Krankenanstalt tätig. Den 1892 bezeugten Beginn seiner selbständigen Fürther Praxis am 5. Februar 1829 darf man nicht mit dem späteren Hospitaldienst verwechseln.