Stadt Fürth

Lazarette · Quellengebundenes Forschungsdossier

Berolzheimerianum – Bildungsbau, der zum Lazarett wurde

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Theresienstraße 1
Überlieferter Zeitraum
1904–1906; Erster Weltkrieg
Einrichtung oder Nutzung
Lazarette
Forschungsstand
Quellengebundenes Forschungsdossier

Geschichte und Nutzung

Die Fürther Stiftung für Volksbildung erhielt mit dem Berolzheimerianum ein eigenes Haus an der Theresienstraße 1. 1904 gestiftet und 1906 eingeweiht, diente es zunächst nicht der Krankenpflege, sondern dem öffentlichen Lernen, der Bibliothek und der kulturellen Begegnung.

Während des Ersten Weltkriegs wurde der Bau zeitweise in das Fürther Reserve- und Vereinslazarettsystem eingebunden. Gerade diese Umnutzung macht die Biografie spannend: Räume für Wissen und Gesellschaft verwandelten sich in einen Teil der Kriegsversorgung. Die Details einzelner Krankensäle, Belegungszeiten und militärischer Verantwortung sind im Projekt noch nicht vollständig personenscharf aufbereitet.

Menschen, Zeitspuren und Hausregister – Ergänzung v198

Der Wandel des Hauses innerhalb weniger Jahre veranschaulicht die Brüche der Fürther Stadtgeschichte. Die Heinrich-Berolzheimer-Stiftung finanzierte einen Ort der Bildung, Bibliothek und öffentlichen Versammlung; der Bau entstand 1904–1906 nach Plänen, die öffentlich Otto Holzer und Josef Zizler zugeschrieben werden. Im August 1914 wurden in Fürth die ersten großen Verwundetentransporte versorgt. Eine Darstellung zur Stadtgeschichte des Schulwesens nennt das Berolzheimerianum ausdrücklich unter den damals zu Heimatlazaretten umgenutzten Gebäuden. Eine während des Krieges verschickte Feldpostkarte vom Haus erinnert auch als Objekt an diese ungewöhnliche Doppelfunktion. Welcher Saal an welchem Tag mit wie vielen Betten ausgestattet wurde, lässt sich aus den vorliegenden allgemeineren Belegen nicht ableiten. Der heute als Kulturort genutzte Bau vereint deshalb Bildungsgeschichte, Kriegsmedizin und spätere Stadtkultur.

Vertiefung v201 — Die Kriegsgeschichte solcher vorübergehend zu Lazaretten genutzten öffentlichen Gebäude ist ausdrücklich zu trennen von der Friedensfunktion. Der städtische Rettungsdienst verfügte ab 1912 mit dem neu errichteten Kolonnenhaus über eine eigene Infrastruktur für Verbandversorgung und hygienisch getrennte Krankentransporte. Dass andere öffentliche Säle zu Lazaretten wurden, erlaubt nicht die Ableitung desselben Instrumentenbestandes oder der selben Sanitäterteams für das Berolzheimerianum; für dessen tatsächliche Innenraumbelegung bleiben Lazarettpläne und Feldpostbelege maßgeblich.

Eine andere Stiftungsgeschichte: Berolzheimerianum und Fürsorge (Forschungsstand v213)

Das Haus der Bayerischen Geschichte nennt Heinrich Berolzheimer und seine in New York lebenden Söhne als Geldgeber des Volksbildungsheims an der Theresienstraße 1. Es umfasste eine öffentliche Bibliothek und einen Vortragsraum. Seine zivile Zweckbestimmung war also Bildung und kulturelle Teilhabe; die Nutzung als Lazarett im Ersten Weltkrieg setzte einen neuen Bedarf in vorhandene Räume. Die Spenderbiografie liefert keinen Nachweis, welche einzelnen Räume zur Verwundetenpflege dienten oder welches Personal im Gebäude arbeitete. Für ein Museumstext müssen Stiftungs- und Lazarettphase ausdrücklich auseinandergehalten werden.

Abgleich mit dem Kriegs-Master v103: Lazarett und historische Nutzung

Die folgenden Quellenbeobachtungen ergänzen die Geschichte dieses medizinischen Ortes. Es handelt sich ausschließlich um quellengebundene Anschrifts- und Nutzungskontexte im Forschungs-Staging. Sie belegen keine eigenständige Haus-, Parzellen- oder Personenfusion.

Baugeschichte und historische Adressen

Denkmal- bzw. Objektvermerk: D-5-63-000-1377 (Adressabgleich, Objektidentität zu prüfen)

Hinweis zum Häuserregister: H-00348

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Einzelne Lazarettnutzungen im Kriegszeitregister nachweisen.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://rijo.hier-im-netz.de/pdf/DE_FU_JU_fuerth4.pdf
  2. https://fiorda1418.wordpress.com/berolheimerianum-fuerther-lazarette/
  3. https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf#page=35
  4. https://www.tourismus-fuerth.de/poi/comoedie-fuerth-100036965/
  5. https://www.fuerth.de/fileadmin/redaktion/04-Bildung-Soziales/02-Dokumente-Allgemein/Die-Geschichte-des-Fuerther-Schulwesens.pdf
  6. https://www.drk.de/das-drk/schauplaetze-der-rotkreuzgeschichte/fuerth/
  7. https://hdbg.eu/juedisches_leben/gemeinde/fuerth/292

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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