Ergänzende Adressknoten · Forschungsfrage – noch zu prüfen
Rotkreuz-Auskunftsstelle im Kolonnenhaus
Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.
Geschichte und Nutzung
Der Quellenknoten betrifft die Nutzung eines bereits eigenen Gebäudes; keine neue physische Einheit erfinden.
Eine historische Anschrift oder Funktionsnotiz macht noch keine vollständige Baugeschichte. Für dieses Objekt fehlen bislang mehrere der entscheidenden Bausteine – Baujahr, Planer, Eigentümer, Umbauten oder ein sicherer zeitlicher Nutzungsverlauf. Der Eintrag bleibt als namentlich und räumlich präzisierbarer Forschungsanfang erhalten, damit seine Lücken gezielt mit Bauakten und Adressbüchern geschlossen werden können.
Vertiefung v199: Die Rotkreuz-Auskunftsstelle ist möglicherweise eine Nutzungsphase desselben Kolonnenhauses, das im Forschungsregister bereits als MEDBAU-047 geführt wird. Die getrennten Profilnummern sind deshalb keine Behauptung zweier physischer Häuser. Für eine historische Raumgeschichte sind Auskunftsprotokolle, Vermisstenlisten und die ursprünglichen Dienstzeiten der entscheidende Beleg. Erst wenn dafür eine separate Hausnummer auftaucht, wäre die Stelle als eigenständiges Gebäudeobjekt zu verzeichnen. Bis dahin bleibt sie ein dokumentierter Funktionsknoten.
Vertiefung v201 — Der Rettungs- und Auskunftsdienst war Teil der Nutzung des SANITÄTSKOLONNENHAUSES und ist kein eigenständiger Baukörper: Am 20. Oktober 1910 stiftete Alfred Nathan 70.000 Mark für ein Haus der Ersten Hilfe und einen Unterhaltsfonds. Nach Fertigstellung im März 1912 zog die Kolonne vom früheren Rathaushof an die damalige Nordstraße. Heute lautet die Standortadresse Otto-Seeling-Promenade 7. Ein separates Auskunftszimmer ist in der 1912 überlieferten Raumaufzählung NICHT ausdrücklich nachgewiesen, weshalb die Funktion dieses Registerknotens nicht als zusätzliches Haus oder bestimmter Raum freigegeben wird.
Auskunft und Rettungslogistik statt einer zweiten Sanitätswache
Der Rotkreuz-Bericht beschreibt das 1912 bezogene Kolonnenhaus als Stützpunkt einer ehrenamtlichen Sanitätsorganisation, in dem Wache, Ruhe, Ausbildung und Fuhrpark räumlich vereint waren. Die bislang getrennt geführte Auskunftsstellen-/Kolonnenhausnennung ist darum zunächst eine funktionale Teilnutzung desselben im Profil MEDBAU-047 behandelten Gebäudes, kein Beleg für einen zweiten Baukörper. Eine eigenständige Auskunftsstelle braucht für genaue Zimmer- und Amtszeiten zusätzliche Organisations- oder Verwaltungsakten. Das DRK datiert den Umzug der Kolonne auf 1976 und den späteren Umbau auf 1981/82; diese Angaben sind Nachgeschichte, keine Nutzung vor 1945.
Neue Quellenperspektive v207
Die Rotkreuz-Auskunftsstelle gehört in denselben historischen Gebäudekomplex wie das Sanitätskolonnenhaus, bezeichnet aber eine eigene Funktion der Hilfs- und Informationsarbeit. Die Baubeschreibung des DRK für 1912 macht nachvollziehbar, welche Räume für Bereitschaft, Schlafen, Kommunikation, Verband und Transport bereitstanden. Aus dieser institutionellen Funktionsnähe folgt keine unbelegt genaue Belegung jedes Raumes durch die Auskunftsstelle.
Quellenvertiefung v209 — Rotkreuz-Auskunft und der archivalische Rettungsdienstvertrag
Die Rotkreuz-Auskunftsstelle gehört funktional zum Sanitätskolonnenhaus, aber ihre einzelne Existenz ist nicht mit dem gesamten 1898–1931 datierten Rettungsdienst-Übereinkommen gleichzusetzen. Das vom Stadtarchiv erschlossene Übereinkommen (AGr. 5/1051) ist ein belastbarer Forschungsweg zu Trägerschaft und kommunaler Zusammenarbeit; für den tatsächlichen Schalter, die Räume und die personelle Besetzung der Auskunftsstelle müssen jedoch gesonderte Dokumente gefunden werden.
Die Informationsarbeit der Sanitätskolonne bleibt eine Funktion, kein zweites Haus
Das Rotkreuz-Kolonnenhaus nahm 1912 mehrere Aufgaben gleichzeitig auf: Rettungsdienst, Bereitschaft, Verbandversorgung, Ausbildung und technische Wartung. Die im DRK erhaltene Raumbeschreibung nennt Wachzimmer, Verbandzimmer, Unterricht und Fahrzeuge samt Infektionsschutz. Darin liegt der bauliche Rahmen, in dem ein Auskunftsdienst denkbar war. Der genaue Schalter oder ein eigenes Zimmer für eine Rotkreuz-Auskunftsstelle wird jedoch nicht ausdrücklich genannt.
Damit trennt das Projekt zwei Ebenen: MEDBAU-047 beschreibt das nachweisbare Kolonnenhaus, MEDBAU-064 allein einen institutionellen Nutzungseintrag. Der 1911 vom Stadtbaurat Zizler entworfene Bau besitzt im Archiv eine Fotodokumentation; für den Auskunftsdienst fehlen dagegen noch datierte Dienstordnungen. Eine künftige Publikation darf aus dem ähnlichen Namen keine zweite, eigenständige Sanitätswache erzeugen.
Weitere historische Quellen und Verbindungen
Die folgenden Hinweise stammen aus den zusammengeführten FürthWiki-Forschungsblöcken v232 bis v242. Ortsbezug bedeutet keine automatische Gleichsetzung benachbarter oder mehrfach beschriebener Gebäude.
1976-1982
Spaetere Nutzungs- und Objektgeschichte
Nach DRK-Schilderung erfolgte 1976 der Umzug in die Henri-Dunant-Strasse 11; das Mosaik zog mit. Das alte Kolonnenhaus wurde 1981/82 zu einem Gemeindehaus umgebaut.
Zu prüfen: Kein Beleg fuer Vorkriegsnutzungen; als spaeterer Objektkontext kennzeichnen.
1911-heute
Historische und heutige Adresse
DRK nennt die heutige Adresse Otto-Seeling-Promenade 7; historische Quellen nennen Nordstrasse. Die vorhandenen Master-Dossiers medbau-047/064 vermerken Birkenstrasse. Das genaue historische Strassen- und Parzellenverhaeltnis ist zu belegen.
Zu prüfen: Nordstrasse, Birkenstrasse und Otto-Seeling-Promenade nicht ohne amtliche Konkordanz gleichsetzen; nicht medbau-047 und -064 fusionieren.
1904 versus 1911/12
Baudatum des Kolonnenhauses widerspruechlich
Die Jubilaeumschronik vom August 1936 schreibt dem Kolonnenhaus einen Bau 1904 zu, obwohl Stadtarchiv einen Zizler-Entwurf 1911 und DRK die Fertigstellung im Maerz 1912 nennt.
Zu prüfen: 1904 nicht als gesichertes Gebaeudebaujahr veroeffentlichen. Moegliche Verwechslung mit Beginn der staendigen Wache ist Vermutung.
1936
Mitgliedschaft im Jubilaeumsjahr
Fuer das 50-jaehrige Bestehen werden im Februar 1936 160 aktive und 23 passive Mitglieder genannt.
Zu prüfen: Mitgliederzahlen sind Momentaufnahme des Berichts, nicht automatisch Bestand am 17. August.
Offene Fragen und Quellenkritik
Gebäudeidentität, Zeitraum und Primärquelle im Original kontrollieren.
Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.
Quellen und Nachweise
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/
- https://www.drk.de/das-drk/schauplaetze-der-rotkreuzgeschichte/fuerth/
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/BCEC2G4DDKIWK6DAWVZJQMA5XDZ2IIRA
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/JXNCCC4KT2XE23NWFEA45XNWTOL3SICY
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/CWHBHBQUTG56CUIFRTDQHOCQDZHTBPB3
Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.