Stadt Fürth

Schulgesundheit · Quellengebundenes Forschungsdossier

Pestalozzischule: Gesundheitspflege in einem Schulhaus von 1906

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Pestalozzistraße 20
Überlieferter Zeitraum
1905/06 Errichtung; 1906 Eröffnung, spätere Nutzungen
Einrichtung oder Nutzung
Schulgesundheit
Forschungsstand
Quellengebundenes Forschungsdossier

Geschichte und Nutzung

Als die Pestalozzischule 1906 am damals noch dünn bebauten Rand Fürths eröffnete, war sie mehr als ein Ort für Lesen, Schreiben und Rechnen. Der von Stadtbaurat Otto Holzer 1905/06 entworfene, viergeschossige Bau verband Unterrichtsräume mit Turnhalle, Garten und – wie die städtische Schulgeschichtsforschung erläutert – Schulbrausebad und Schulterrasse. In einer Stadt wachsenden Bevölkerungsdrucks wurden Hygiene, frische Luft und körperliche Erziehung so in die Architektur übersetzt. Das Landesamt für Denkmalpflege beschreibt den asymmetrischen Putz- und Sandsteinbau mit Satteldach, geschweiften Giebeln, südlichem Turnhallentrakt sowie erhaltener Einfriedung.

Die Geschichtsdarstellung der Schule selbst erzählt vom ursprünglichen Standort zwischen noch nicht dicht bebauten Stadtteilen und dem damaligen Anspruch eines Musterschulhauses. Im Zweiten Weltkrieg diente das Schulgebäude laut Schulchronik als Lazarett und anschließend auch als Unterkunft für Soldaten und amerikanische Truppen. Hier treffen sich zwei sehr unterschiedliche medizinische Nutzungsweisen: die vorbeugende Gesundheitspflege von Schulkindern und die kriegsbedingte Verwendung von Klassenzimmern für Versorgung oder Unterbringung. Die genauen Lazarett-Zimmer, Bettenzahlen und Belegungsdaten sind damit noch nicht gesichert.

Eine gesundheitliche Infrastruktur im Schulgebäude macht die Pestalozzischule nicht zu einem eigenständigen Krankenhaus. Sie ist vielmehr ein eigenständiger Baukörper mit mehreren Funktionsphasen. Im Häuser-Master v179 ist der Schul- und Turnhallenbezug unter H-00343 nachgewiesen; die Denkmalnummer D-5-63-000-1075 bezieht sich auf das Bauensemble, nicht auf eine einzelne Krankenstation.

Baugeschichte und historische Adressen

Überlieferte Bau- und Gestaltungspersonen: Otto Holzer, historisierender Putz-/Sandsteinbau 1905/06, viergeschossig mit südlichem Turnhallentrakt

Denkmal- bzw. Objektvermerk: D-5-63-000-1075

Hinweis zum Häuserregister: H-00343 (adress-/nutzungsbezogen)

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Baupläne zum Brausebad, Schulärzte, genaue Nutzungsphase als Lazarett 1939–45; Schulchronik mit Kriegsarchivalien vergleichen.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf
  2. https://www.fuerth.de/fileadmin/redaktion/04-Bildung-Soziales/02-Dokumente-Allgemein/Die_Geschichte_des_Fuerther_Schulwesens.pdf
  3. https://ghs-pesta.de/schulprofil/geschichte/

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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