Stadt Fürth

Gustav Löwensohn: Deportation und Todeserklärung

Historische Einzelfallprüfung – C526-03. Forschungsstand 3. November 2026, Ereignisse getrennt; Lagerkarte offen. Diese Darstellung ist nicht als publikationsreife Biografie freigegeben.

Status: Ereignisse getrennt; Lagerkarte offen.

Für Gustav Löwensohn ist eine zentrale Unterscheidung nötig: der dokumentierte Deportationsweg, der historisch nicht mit einem exakten Sterbezeitpunkt identisch ist, und die spätere rechtliche Todeserklärung. Er gehörte dem Führungskreis der Bilderbücherfabrik G. Löwensohn an, deren Produktion und Eigentümergeschichte über die Zeit des Ersten Weltkriegs hinaus verfolgt werden muss. Eine FIORDA-Darstellung verzeichnet für ihn den 31. Juli 1943 als Datum eines Transports aus dem Sammellager Mechelen sowie die Kennung XXI/1172. Das Arolsen-Findmittel zu DE ITS 1.1.24 bestätigt das Vorhandensein des einschlägigen Sammlungsbestands, nicht aber in unserem Zugriff die individuelle Zeile. Das Hohenems-Familienblatt vermeidet einen exakten Tag und schreibt „nach 31 Jul 1943“. Deshalb darf eine in älteren Personenregistern erscheinende Jahreszahl 1945 als gerichtliche Todeserklärung nicht zu einem beobachteten historischen Tod gemacht werden. Ein zukünftiger Museumsartikel sollte den Weg von Familienunternehmen und Fürther Stadtgesellschaft zur Flucht, Verfolgung und Deportation aufarbeiten, ohne offene Zeitabschnitte durch Plausibilität zu ersetzen.

Abweichungen / Prüfdaten: Deportation 31.07.1943 behauptet; Todeszeitpunkt unbekannt; Todeserklärung 1945 andersartiger Registerakt.

Betroffene Master: Familien; Presse; Firmen; Krieg; Personen

Redaktion: Text: 1943 deportiert; Tod in nationalsozialistischer Verfolgung. Kein exakter Sterbetag ohne Lager-/Gerichtsdokument.

Nächster Originalbeleg: Kazerne Dossin Transport XXI Nr. 1172, Arolsen 1.1.24 Personenkarte und Todeserklärungsakte mit Gericht/Datum.

Quellen-IDs: QU-10;QU-11;QU-12;QU-18

Quellen und Gegenüberlieferungen

  • QU-10: (Stand 2026): Hohenems Genealogie – Theodor Löwensohn 1932 und Gustav nach 31.07.1943. Original/Fundstelle – Einordnung: Genealogieregister, 1932 widerspricht näheren 1931-Berichten
  • QU-11: (Stand 2026): Kazerne Dossin/Arolsen – Arolsen SS-Sammellager Mecheln Signatur DE ITS 1.1.24. Original/Fundstelle – Einordnung: Findmittel, nicht personenbezogener Transportbeleg
  • QU-12: (2017): Stadtheimatpflege Fürth/FIORDA – Gustav Löwensohn, Transport XXI 31.07.1943; Todeserklärung gesondert. Original/Fundstelle – Einordnung: Sekundärbiografie mit Archivreferenzen; keine Transportseiten eigesehen
  • QU-18: (2010er): FIORDA 14–18 – Bilderbücherfabrik Löwensohn: Gustav, Robert, Rosenfelder, Vater Theodor. Original/Fundstelle – Einordnung: Sekundärarbeit mit Verweisen; Handelsregister ausstehend

Prüfstatus: Ein Registereintrag, ein historischer Text und eine spätere Erinnerung haben unterschiedliche Beweiskraft. Offene Originalakten wurden nicht stillschweigend als eingesehen behandelt.

Alle 13 P1-Fälle und der Berneis-Datumsfall