Stadt Fürth

Fürther Vereinsgeschichte

Makkabi Fürth (DP-Fußball 1946)

Neubeginn und weitere Entwicklung

Im September 1946 wurde Fürth zu einem organisatorischen Ausgangspunkt des jüdischen Nachkriegssports in Franken. In einer historischen Sportstudie ist ein Schreiben vom 3. September 1946 ausgewertet, mit dem der jüdische Sportverein Makkabi Fürth die Gründung einer fraenkischen Fußballliga für Displaced Persons bekannt gab. Damit ist Makkabi nicht nur als unbestimmter Lager-Sportclub zu fassen, sondern als namentlich belegte Fußballgruppe mit einer konkreten Rolle im regionalen Spielbetrieb. Die unabhaengige Dokumentation des Nuernberger Instituts für NS-Forschung nennt für das DP-Lager Fürth die Vereinsnamen Makabi Fürth und Hapoel Fürth.

Die Liga war mehr als eine Freizeitbeschaeftigung. Nach dem Kriegsende waren jüdische Überlebende in provisorischen Lagern in der amerikanischen Besatzungszone untergebracht, vielfach nach Verfolgung, Zwangsarbeit und Deportation. In Fürth bestanden zunaechst Quartiere auf der Hardhoehe ab Oktober 1945 und seit Januar 1946 am Finkenschlag. Der Sport ermöglichte Geselligkeit, selbstbestimmte Organisation und Kontakte zwischen Gemeinden. Nach der ausgewerteten Mitteilung gab es in der fraenkischen Fußballliga Gruppen in Mittel- und Oberfranken. Für Mittelfranken werden neben Makkabi Fürth Mannschaften aus Ansbach-Strueth, Bamberg, Schwabach und Windsheim genannt. Auch die Darstellung des Kinder-Kibbuz Strueth berichtet von Spielen Hapoel Ansbachs gegen Makkabi Fürth und andere Vereine. Hapoel Ansbach-Strueth und Hapoel Fürth sind dabei trotz der ähnlichen Namen verschiedene geographische Bezugspunkte.

Vereinsleben und weitere Entwicklung

Die Gründung des Ligabetriebs darf nicht mit einem bislang nicht gefundenen Gründungsprotokoll des Vereins verwechselt werden. Makkabi Fürth ist spaetestens am 3. September 1946 belegt; das ist ein sicherer Nachweiszeitpunkt nach einer spaeteren Forschungsdarstellung, kein eigenständig pruefbares Eintragungsdatum. Die Liste von Makabi und Hapoel als zwei Vereinsnamen ist noch kein abschliessender Beweis für zwei juristisch selbständige Vereine oder deren Vorstandschaft. Auch über Trainingsort, Farben, Mannschaftsaufstellung, Namen der Sportler und einen spaeteren Rechtsnachfolger wissen die ausgewerteten Quellen noch nichts.

Vereinsgeschichte in der NS-Zeit

Die frueheren, 1933 unter nationalsozialistischer Ausgrenzung entstandenen jüdischen Sportorganisationen und der DP-Sport nach 1945 werden nicht zu einem einzigen Verein verschmolzen. Ebenso wird die Lagerbezeichnung Finkenschlag weder mit dem 1945 zuerst genutzten Areal Hardhoehe gleichgesetzt noch ein Rückschluss aus den Lagereinwohnerzahlen auf Vereinsmitglieder gezogen. Für die weitere Forschung sind die originale Korrespondenz vom September 1946, Mannschaftsmeldungen der Liga und die noch nicht erschlossenen Zeitungsanzeigen der Lagerpresse entscheidend.

Vereinsleben und weitere Entwicklung

Zur zeitlichen Einordnung der Mannschaft im DP-Lager Finkenschlag ist die Lagerchronologie getrennt zu lesen: Das Institut für NS-Forschung und ein Bericht des Historikers Jim G. Tobias nennen den Sommer 1949 als Ende des jüdischen Camps. Der Wiederaufbauatlas des Hauses der Bayerischen Geschichte nennt dagegen Juli 1950 für die Auflösung. Ob diese Angaben unterschiedliche operative und verwaltungsrechtliche Vorgänge bezeichnen, ist noch nicht durch Übergabeakten geklärt. Entsprechend bleiben beide Daten mit ihrer jeweiligen Quelle kenntlich und werden nicht zu einem vermeintlich exakten einzigen Datum vereinheitlicht. Auch der im Forschungsbestand erwähnte Makkabi-Brief vom 3. September 1946 ist ohne die Originalunterlage kein vollständig verifizierter Primärbeleg.

Quellen

  1. [1]Nurinst / after-the-shoah: DP Lager Fürth 1945-1949
  2. [2]Historische Fußballsportstudie: jüdische DP-Ligen und Schreiben des Makkabi Fürth 03.09.1946
  3. [3]Nurinst: Kinder-Kibbuz Strueth, Hapoel Ansbach spielt mit Makkabi Fürth
  4. [4]Haus der Bayerischen Geschichte: Jüdisches Leben in Fürth, DP Finkenschlag
  5. [5]Bundeszentrale für politische Bildung: Jüdischer Sport und Antisemitismus, 2021
  6. [6]Jim G. Tobias: DP-Camp Finkenschlag
  7. [7]Haus der Bayerischen Geschichte: Wiederaufbauatlas Fürth

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