Stadtgeschichte Fürth · Historische Biografie
Hugo Bechmann
Stadt Fürth
Biografie
Hugo Bechmann steht 1889/90 in der dritten Klasse der Fürther Lateinschule. Die zweite Namenszeile nennt den 25. Juli 1878, Fürth, israelitische Konfession und Kaufmann als Elternstand. Ein Staatsangehörigkeitsausweis des Polizeiamts Fürth vom 11. Januar 1924 nennt den Fabrikdirektor Hugo Bechmann mit genau demselben Geburtstag und Geburtsort. Diese unabhängigen Originalbelege verbinden die Schülerperson stark mit dem späteren Industriellen.
Eine Registeranzeige vom 26. August 1905 führt Hugo Bechmann und Moritz Kupfer als Vorstandsmitglieder der Bayerischen Spiegel- und Spiegelglasfabriken AG in Fürth. Emanuel Löwy erscheint ausdrücklich als stellvertretendes Vorstandsmitglied. Der Schüler lässt sich damit über einen amtlichen Ausweis zu einer konkreten beruflichen Funktion verfolgen. Der Firmenmaster v303 enthält denselben Vorstandskontext.
Die 1942 veröffentlichte Familienanzeige nennt den 19. Juli 1942 als Todestag und wiederholt den Geburtstag 25. Juli 1878. Damit erhält der 19. Juli gegenüber dem abweichenden genealogischen Hinweis auf den 10. Juli einen zeitgenössischen Beleg. Die Anzeige kündigt die Beisetzung für den 23. Juli an. Sie weist keinen konkreten Friedhofsnamen aus.
Das Leo Baeck Institute beschreibt Ida Metzger als seine Ehefrau und Lilli als die 1911 in Fürth geborene Tochter. Die dortige Familiengeschichte berichtet von der Flucht des Ehepaars nach Schweden und Hugos Tod dort 1942. Die Anzeige nennt Ida Bechmann sowie Dr. fil. Lilli Rahn und Alfred Rahn in Denver. So lässt sich die Schüler- und Industriebiografie um den nachgewiesenen Familienzusammenhang erweitern.
Quellenkritische Vertiefung (2026):
Die Schul- und Industriegeschichte lässt sich bei Hugo Bechmann besonders gut verknüpfen: Der Jahresbericht der Fürther Lateinschule von 1889/90 führt den späteren Fabrikdirektor mit seinem genauen Geburtstag; eine amtliche Fürther Urkunde von 1924 und eine zeitgenössische Handelsregisterbekanntmachung von 1905 bestätigen die Person beziehungsweise seine Vorstandsrolle. Das Leo Baeck Institute beschreibt seine Ehe mit Ida Metzger im Jahr 1910 und die Geburt ihrer Tochter Lilli 1911 in Fürth. Die Familie zog später nach Berlin und floh vor nationalsozialistischer Verfolgung nach Schweden, wo Hugo 1942 starb. Der Archivtext ersetzt weder eine Originalsterbeurkunde noch eine lückenlose Vorstandschronologie. Die Tätigkeit als Vorstand beweist kein privates Eigentum an einem Werksgrundstück. Keine Bildrechte werden aus einer Digitalisatverfügbarkeit abgeleitet.
Lebensstationen und Verbindungen im Detail
Beruf
Familie
Quellen und weiterführende Nachweise (2)
Quellen
Belegte Verbindungen im Museum
Diese veröffentlichten Artikel sind durch belegte historische Zusammenhänge verbunden. Gleiche Namen allein gelten nicht als Beziehung.