Stadtgeschichte Fürth · Historische Biografie
Julie Sahlmann, geb. Gutmann
Stadt Fürth · auch bekannt als: Julie Gutmann
Biografie
Julie Gutmann wurde am 18. Juli 1875 in Stuttgart geboren. Am 25. April 1895 heiratete sie den Fürther Hopfenkaufmann Louis Sahlmann. Das Ehepaar wohnte in der Promenadenstraße, der heutigen Hornschuchpromenade, wo 1896 ihre Tochter Franziska geboren wurde. Damit verband Julies Leben zwei süddeutsche Kaufmannsfamilien; über eine eigene berufliche Tätigkeit geben die bisher ausgewerteten Belege keine sichere Auskunft.
Nach Louis’ Tod im Jahr 1925 veränderte sich ihr Lebensumfeld. Später lebte Julie in Berlin, wo sich weitere Angehörige des Fürther Familiennetzes aufhielten. Der genaue Tag ihres Wegzugs aus Fürth ist nicht nachgewiesen. Im Mai 1939 wurde sie bei der Volkszählung in einer Pension an der Schlüterstraße 54 in Charlottenburg erfasst. Die nationalsozialistische Verwaltung verwendete solche Daten zur systematischen Entrechtung jüdischer Menschen.
Julie musste mehrfach umziehen und wurde im November 1942 in die Bleibtreustraße 33 eingewiesen. Ihre Tochter Franziska war im August desselben Jahres gestorben; die Enkelin Marianne wurde im Dezember deportiert. Am 13. Januar 1943 zwang man Julie zur Abgabe einer Vermögenserklärung. Die Berliner Gedenkforschung dokumentiert ihre Enteignung und den sogenannten Heimeinkaufsvertrag, mit dem eine Versorgung in Theresienstadt nur vorgetäuscht wurde.
Am 29. Januar 1943 wurde Julie Sahlmann nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde sie am 24. November 1944 ermordet. Heute erinnert ein Stolperstein an der Schlüterstraße 54 an sie. Für ihren Geburtstag findet sich in einer anderen Überlieferung auch der 17. August 1875; die Berliner Gedenkstelle hält den 18. Juli für zutreffend.
Quellen und weiterführende Nachweise (2)
Quellen
Belegte Verbindungen im Museum
Diese veröffentlichten Artikel sind durch belegte historische Zusammenhänge verbunden. Gleiche Namen allein gelten nicht als Beziehung.