Stadtgeschichte Fürth · Historische Biografie
Paul Sahlmann
Stadt Fürth · auch bekannt als: Dr. Paul Sahlmann
Biografie
Paul Sahlmann, geboren am 31. Oktober 1884, stammte aus einer Fürther Hopfenhändlerfamilie. Heinz und Thea Ruth Skyte nennen ihn als Sohn Anton Sahlmanns und seiner Frau Marie, geborene Klein. Er studierte jedoch Rechtswissenschaft und arbeitete später als Rechtsanwalt in Berlin. Ein im Archivportal nachgewiesener Fürther Akteneintrag zu einem Rechtspraktikanten Paul Sahlmann von 1911 eröffnet eine personenscharfe Spur zu seiner frühen Laufbahn, deren Originalakte noch auszuwerten ist.
Während der nationalsozialistischen Verfolgung wurde das Leben des Juristen und seiner Familie zerstört. Die Familiengeschichte berichtet von Misshandlung beim Novemberpogrom 1938 und Haft in Dachau, von einem gescheiterten Auswanderungsversuch und von seiner Rückkehr in die Fürther Sahlmann-Villa um 1939. Nicht jede einzelne Wohnstation zwischen Berlin und Fürth lässt sich aus diesen Berichten rekonstruieren.
Die Fürther Gedenkliste nennt den Bahnhofplatz 4 als letzten Wohnort und die Deportation nach Izbica am 22. März 1942. Danach ist sein weiteres Schicksal nicht personenscharf belegt. Ein genaues Todesdatum oder ein konkreter Sterbeort dürfen nicht ohne Nachweis behauptet werden. Sein Lebensweg verbindet die Rechtsgeschichte, die jüdische Familiengeschichte und den nationalsozialistischen Terror in Fürth.