Stadtgeschichte Fürth · Historische Biografie
Richard Bertholdt
Stadt Fürth
Biografie
Richard Bertholdt war 1889/90 königlicher Studienlehrer an der Fürther Lateinschule und leitete als Ordinarius die erste Klasse. Der Originalbericht nennt Vor- und Nachnamen ausdrücklich. Von den Lehrkräften an der Schule ist er dadurch als eigene Person fassbar.
Der Lehrplan seiner ersten Klasse zeigt den Bildungsweg der Schulanfänger: sieben Stunden Latein standen sechs Stunden Deutsch gegenüber. Im Lateinischen waren unter anderem Deklinationen, die erste Konjugation und einfache Sätze vorgesehen. Die Verbindung mit Bertholdt besteht über seine Klassenleitung. Die Quelle benennt in diesen einzelnen Fachabsätzen keinen Lehrer; deshalb wird ihm nicht pauschal jedes Fach der Klasse zugeschrieben.
1897/98 ist Richard Bertholdt als Gymnasiallehrer und Ordinarius der dritten Klasse, 1900/01 als Ordinarius der vierten Klasse verzeichnet. Das Adressbuch 1899 nennt ihn mit dem vollständigen Namen als königlichen Gymnasiallehrer in der Johannisstraße 3, zweiter Stock. Diese datierten Nachweise verbinden Unterrichtsamt und Wohnort, ohne einen durchgehenden Aufenthalt oder Hauseigentum zu behaupten.
Auf derselben Adressbuchseite steht Joh. Ludw. Berthold als Pedell am Gymnasium und Tintenverfertiger in der Königsstraße 105. Beruf, Adresse und eigener Eintrag unterscheiden ihn von Richard Bertholdt. Auch der in FürthWiki beschriebene spätere Lehrer Dr. Ludwig Berthold wird nicht mit Richard gleichgesetzt. Richard Bertholdts Lebensdaten und Familie bleiben offen.
Drei Klassenjahrgänge und eine bewegte Schulorganisation
Richard Bertholdt war im Schuljahr 1889/90 als königlicher Studienlehrer und Leiter der ersten Fürther Lateinklasse tätig. Weitere Jahresberichte weisen ihn später an anderen Klassen nach. Der gedruckte Lehrplan nennt Deutsch und Latein als zentrale Fächer des Anfangsunterrichts, ohne ihm deshalb automatisch jede einzelne Stunde dieser Fächer zuzuschreiben. Die Unterscheidung zwischen Klassenordinarius und Fachlehrer ist historisch wesentlich.
Nachweise zur Lebensumgebung
Im Adressbuch Fürth 1899 erscheint er als Gymnasiallehrer in der Johannisstraße 3, zweiter Stock. Es ist ein datierter Wohnhinweis, kein Eigentumsnachweis. Ein ebenfalls im Adressbuch genannter Johann Ludwig Berthold war Pedell; die unterschiedlichen Namen und Tätigkeiten erlauben keine automatische Personenverschmelzung.
Quellenkritik
Die amtlichen Schulprogramme von 1889/90 und 1898/99 belegen einen über mehrere Jahre fortgesetzten Dienst in der Fürther Schulverwaltung. Ohne Personenstandsunterlagen und Personalakten bleiben genaue Lebensdaten und Familienbeziehungen offen. Wo Berthold und Bertholdt als Schreibvarianten auftreten, ist jeder Einzelbeleg separat zu prüfen.