Fürther Schulgeschichte · Schulporträt

Oberrealschule Fürth

Oberrealschule · Überliefert seit 1920

Geschichte und Einordnung

Schulart
Oberrealschule
Beginn / erste Nachweise
1920
Ende / spätere Phase
1938/39 (Schulformwechsel zur Oberschule für Jungen; Institution bestand fort)
Trägerschaft
staatlich
Konfessioneller Bezug
nicht konfessionell; Religionsunterricht konfessionell
Unterrichtsangebot
höhere realwissenschaftliche Bildung bis Abitur

1920 zur Oberrealschule mit neun Jahrgangsstufen und Abiturweg erweitert; Gebäude Kaiserstraße 92 bereits 1912 bezogen. Zum Schuljahr 1938/39 Oberschule für Jungen. Enddatum 1945 in älteren Tabellenzeilen ist nur Projektgrenze, kein Ende der Schule.

Historischer Verlauf

  1. 1920
    Umwandlung

    Erweiterung der sechsklassigen Realschule zur Oberrealschule; damit Ausbildung bis zum Abitur möglich.

  2. 1920
    Schulform / Abiturweg

    Die sechsklassige Realschule wurde zur Oberrealschule mit neun Jahrgangsstufen erweitert; damit bestand an der Kaiserstraße ein eigener Weg zur Hochschulreife neben dem humanistischen Gymnasium.

  3. 1938/39
    Reichsreform / Umbenennung

    Die Oberrealschule an der Kaiserstraße wurde zum Schuljahr 1938/39 als Oberschule für Jungen geführt. Das ist eine zeitgenössische Schulformbezeichnung, keine Auflösung der Institution.

  4. 1944
    Luftschutz / Archivnachweis

    Das Findmittel StAFü AGr. 2/926 nennt Korrespondenz über die Verstärkung der Luftschutzräume (1944). Der Katalogeintrag belegt die Existenz eines einschlägigen Schriftwechsels, nicht die Ausführung der Arbeiten, ihre genaue Lage im Schulkomplex, Kosten, Schutzwirkung oder einen konkreten Luftangriffsschaden.

  5. 1945
    Nachkriegsnutzung / Krankenhaus

    Das Hauptgebäude der Oberrealschule an der Kaiserstraße diente nach Kriegsende bis April 1947 als Militärkrankenhaus, danach als Krankenhaus für zivile Gefangene und Generäle. Die Schule erhielt 1946 zwölf Klassenräume in der Volksschule Frauenstraße.

  6. 02.09.1947
    Wiederaufnahme im Hauptgebäude

    Nach Renovierung kehrte die Oberrealschule am 02.09.1947 in ihr Hauptgebäude an der Kaiserstraße zurück. Die Datierung belegt Wiederbenutzbarkeit nach Renovierung, nicht die Art eines im Krieg erlittenen Schadens.

  7. 15.04.1947
    Räumung / Rückgabe des Schulgebäudes

    Die Editionsanmerkung zu Ministerratsprotokoll Nr. 20 datiert die Verlegung von 225 Patienten nach Garmisch auf den 15.04.1947. Die lokalhistorische Studie nennt vollständige Räumung am 21.04. und Rückgabe an die Stadt am 23.04.; das Ministerratsprotokoll vom 30.04. meldet die Oberschule als nunmehr geräumt. Anschließend Renovierung; Schulrückkehr am 02.09.1947. Verschiedene Vorgänge und Quellenstände, keine zwingende Datumsinkonsistenz.

  8. 1957/58
    Geschlechterzugang / erste Mädchenaufnahme

    Die Oberschule für Jungen (Oberrealschule) an der Kaiserstraße nahm ab dem Schuljahr 1957/58 erstmals Mädchen auf. Das belegt den Beginn der Aufnahme, aber nicht, in welche Jahrgangsstufe sie zuerst eintraten. Die Stadtpublikation nennt für 1970/71 insgesamt 1.292 Schüler/innen, davon 92 Mädchen (7,12 %); unter 103 Abiturient/innen waren fünf junge Frauen (4,85 %).

  9. 1968/69
    Schulversuch / Unterrichtsorganisation

    Das Hardenberg-Gymnasium führte 1968/69 einen Leistungszug ein, der geeigneten Schülern bei erhöhten Anforderungen ermöglichte, die 11. Jahrgangsstufe zu überspringen. Ab 1969/70 wurde das Fürther Modell als Schulversuch auf 20 Gymnasien in Bayern ausgeweitet.

  10. 1983
    Schülerstatistik / Mädchenanteil

    Für 1983 nennt die Stadtpublikation am Hardenberg-Gymnasium 836 Schüler und 431 Schülerinnen (insgesamt 1.267); das entspricht rund 34,0 % Schülerinnen. Der Vergleich mit 7,12 % im Schuljahr 1970/71 zeigt einen deutlichen Anstieg, aber keine jährliche Verlaufsreihe.

  11. September 1994
    Schulprofil / Zweigbildung

    Das Hardenberg-Gymnasium ergänzte seine mathematisch-naturwissenschaftlichen und neusprachlichen Zweige um einen wirtschaftswissenschaftlichen Zweig mit zwei Fremdsprachen. Die Stadtgeschichte stellt den Zweig in Beziehung zur früheren Gewerbe- und Handelsausbildung, ohne daraus eine ungebrochene Lehrplankontinuität abzuleiten.

Standorte und Gebäude

Adressen beziehen sich auf die jeweils genannte historische Zeit. Frühere Hausnummern sind nicht automatisch mit heutigen Adressen identisch.

Kaiserstraße 92

Belegt 1920 bis 1945

Schulstandort

Historische Häuser und Gebäudeteile

Die Verweise betreffen datierte Schulstandorte, Bauteile oder ungeprüfte Adresskandidaten. Hauptgebäude, Turnhallen und Rektorhäuser werden getrennt behandelt.

  • Kaiserstraße 92Fortgesetzte Schulnutzung desselben Schulhauptbaus (1920 bis 1945). Dokumentierte institutionelle Nachnutzung. Keine erneute Bauerrichtung 1920; getrennte Gebäudeteile nicht verschmelzen.

Quellen und Literatur

  1. [1]Geschichte Hardenberg-Gymnasiumhttps://hardenberg-gymnasium.de/geschichte-der-schule/
  2. [2]Die Geschichte des Fürther Schulwesenshttps://www.fuerth.de/fileadmin/redaktion/04-Bildung-Soziales/02-Dokumente-Allgemein/Die-Geschichte-des-Fuerther-Schulwesens.pdf
  3. [3]Die Geschichte des Fürther Schulwesens - Detailauswertung 1907-1945https://www.fuerth.de/fileadmin/redaktion/04-Bildung-Soziales/02-Dokumente-Allgemein/Die-Geschichte-des-Fuerther-Schulwesens.pdf
  4. [4]Zur Entstehung und Entwicklung der Schulen in Fürth seit Beginn des 19. Jahrhunderts – Kriegsjahre 1939-1945https://www.fuerth.de/fileadmin/redaktion/04-Bildung-Soziales/02-Dokumente-Allgemein/Die-Geschichte-des-Fuerther-Schulwesens.pdf
  5. [5]Soldaten und Internierte in Fürth: Nutzung des Schulgebäudes Kaiserstraße als Lazaretthttps://www.stadtheimatpflege-fuerth.de/wp-content/uploads/2018/02/Soldaten-und-Internierte.pdf
  6. [6]Hardenberg-Gymnasium. Allgemeinhttps://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/PM2TNHALHBVCJJKIWNBC5GHBV5WILS7P
  7. [7]"Kabinett Ehard ILiteratur- oder Archivhinweis ohne direkte Webadresse
Forschungsstand und historische Zuordnungen

Dieses Porträt verbindet datierte Quellen aus Schul- und Adressverzeichnissen mit späteren historischen Berichten. Namenswechsel und Schulformen werden nicht automatisch als eigene Gründungen gezählt.

Lehrer- und Personalnennungen bezeichnen jeweils die Quellenphase, nicht zwingend die vollständige Dienstzeit. Gleiche Namen, Hausnummern und Gebäudebezeichnungen werden ohne Nachweis nicht als identisch behandelt.

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