Stadtgeschichte · Eingemeindung · Straßennamen
Warum änderten sich 1972 die Straßennamen in Sack und Vach?
Mit der Eingemeindung von Sack und Vach am 1. Juli 1972 kamen Straßen zum Fürther Stadtgebiet hinzu, deren Namen sich teilweise mit bestehenden Namen im übrigen Fürth überschnitten. Eine zeitgenössische Chronik berichtet von 32 notwendigen Umbenennungen. Welche einzelnen Straßenpaare gemeint waren, ist noch nicht vollständig belegt.
13 Namen in Sack, 19 in Vach
Unter dem 8. September 1972 wird in der später edierten Kuntermann-Chronik festgehalten, dass in Sack 13 und in Vach 19 Straßennamen geändert werden mussten. Der Bericht nennt die Anzahl, aber keine vollständige Alt-/Neu-Namenliste. Das Datum des Chronikberichts ist nicht automatisch das Datum sämtlicher amtlicher Einzelbeschlüsse. [1]
Das Beispiel Sommerstraße: ein Konflikt ohne bewiesene Auflösung
Schon der Eintrag vom 3. Juli 1972 beschreibt eine Sommerstraße in Vach und eine weitere im bisherigen Stadtgebiet. Die doppelte Namensführung erklärt, weshalb die Verwaltung reagieren musste. Aus dem Eintrag lässt sich aber nicht ablesen, welchen späteren Namen die Vacher Straße bekam. Auch die in einer anderen Quelle überlieferte Sommergasse darf ohne Karte und Beschluss nicht gleichgesetzt werden. [1]
Was die späteren Quellen tatsächlich beweisen
Historische Bebauungspläne und Verwaltungsakten lassen einzelne Ortslagen eingrenzen. Eine Straßenbezeichnung auf einer 1975 oder 1980 dokumentierten Planfläche beweist für sich genommen jedoch keine Umbenennung von 1972. Insbesondere darf eine straßenrechtliche Widmung nicht als Erstbenennung behandelt werden. [2]
In unserem Straßenverzeichnis sind dazu datierte Quellenhinweise mit klarer Beweisgrenze ergänzt:
- Rotdornstraße – Nachweis und Quellenkritik im jeweiligen Straßenporträt
- Weißdornweg – Nachweis und Quellenkritik im jeweiligen Straßenporträt
- Geranienweg – Nachweis und Quellenkritik im jeweiligen Straßenporträt
Welche Unterlagen jetzt fehlen
Derzeit liegen 0 der berichteten 32 Einzelpaare als vollständig verifizierte Alt-/Neu-Zuordnung vor. Für eine belastbare Rekonstruktion sind die Beschlussanlagen der Stadt, die Bekanntmachungen von 1972, frühere Gemeindestraßenverzeichnisse aus Sack und Vach und Straßenpläne vor und nach dem 1. Juli 1972 gegeneinander zu prüfen. Ein Stadtplan mit Stand 1975, dessen Erscheinen die Chronik für Januar 1976 nennt, ist eine konkrete Suchspur, aber hier noch kein selbst eingesehenes Kartenoriginal. [3]
Bis dahin veröffentlichen wir weder ungesicherte Namenspaare noch daraus abgeleitete Hausnummern-, Grundstücks- oder Gebäudeidentitäten. Die Recherche bleibt eine offene, durch die Quellen nachvollziehbare Aufgabe.
Quellen
- Fürther Geschichtswerkstatt, edierte Kuntermann-Chronik 1972, Einträge 3. Juli und 8. September: Digitalisat der Chronik.
- Stadt Fürth, Zusammenstellung der rechtsverbindlichen Bebauungspläne, u. a. Nr. 381, 386 und 378.
- Fürther Geschichtswerkstatt, edierte Chronik 1976, Notiz zum Fürther Stadtplan mit Kartenstand 1975.