Kleeblattmuseum · Brauerei, Schützenwesen und Stadtgesellschaft
Wilhelm Evora
Brauereibesitzer, liberaler Politiker und Gastgeber des Fürther Vereinslebens
1846–1893
Lebensweg und Vereinsgeschichte
Wilhelm Evora wurde am 27. April 1846 in Marienburg in Ostpreußen geboren und war als Mitinhaber der Brauerei Evora & Meyer an der Erlanger Straße einer der prägenden Fürther Unternehmer seiner Zeit. Er engagierte sich politisch in der Bürgerlichen Linken und gehörte von 1887 bis 1892 dem Landtag an.
Der Evorakeller gehörte zu den größten Orten der Geselligkeit in Fürth: Die Stadtheimatpflege nennt für den seit 1883 ausgebauten Biergarten Platz für etwa 6.000 Besucher. Die Königlich privilegierte Schützengesellschaft führt Wilhelm Evora 1888 als Schützenkönig. Die vielseitige Nutzung des Kellers für Feste und später den Arbeitersport ist von dieser persönlich belegten Schützenrolle zu unterscheiden.
1892 entließ Evora fünf Braugehilfen; ein langer Boykott der Brauerei folgte. Seine Fürther Villa an der Königswarterstraße wurde noch geplant und gebaut, als er im Sommer 1893 starb – laut Fürther Chronik am 2. Juni. Das Projekt wurde von der Familie weitergeführt. Die Widersprüche zwischen Unternehmerinteressen und der organisierten Arbeiterschaft gehörten damit ebenso zu seiner Lebensgeschichte wie das Vereins- und Festwesen.