Kleeblattmuseum · Jüdisches Sportleben Fürth 1936–1939
Erich Klaber
Jüdischer Sportlehrer in Fürth – Leichtathlet, Verfolgter und Emigrant
12. August 1914 – 23. September 1994
Lebensweg und Vereinsgeschichte
Erich Klaber wurde am 12. August 1914 in Borken geboren. Seine sportliche Laufbahn begann im jüdischen Fußball- und Leichtathletikumfeld im Ruhrgebiet. Mit der Sportgruppe Schild Bochum wurde er 1934 Fußball-Bezirksmeister; seit 1935 wurde er an der jüdischen Alice-Bloch-Sportschule in Stuttgart zum Sportlehrer ausgebildet. In einem internationalen Sportleben, das jüdischen Deutschen immer stärker verschlossen wurde, entstanden selbstorganisierte Trainingsmöglichkeiten und Wettkämpfe.
Im August 1936 war Fürth Schauplatz eines bedeutenden jüdischen Sportfestes mit rund 100 Teilnehmenden. Der Journalist Jim Tobias beschreibt, wie Klaber dort Hochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen und den Sechskampf gewann. In den Jahren 1937 und 1938 wirkte er nach Zeitungsüberlieferung als Sportlehrer beim Jüdischen Sport-Club Fürth. Der Verein gehörte zu den letzten Orten selbstbestimmten jüdischen Sports, bevor er unter nationalsozialistischem Druck aufgelöst wurde.
Während der Novemberpogrome 1938 wurde Klaber verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Die biografische Recherche dokumentiert seine Entlassung am 10. Dezember 1938 und die anschließende Fluchtvorbereitung. Im Oktober 1939 reiste er mit Ehefrau und Tochter auf der 'Rotterdam' in die USA. Er starb am 23. September 1994 in Arizona. Sein Lebensweg zeigt, wie sportliche Exzellenz, Entrechtung, Verfolgung und Emigration in der Geschichte Fürths miteinander verbunden sind.