Kleeblattmuseum · SpVgg Fürth und Fürther Industrie
Michael Wolfsgruber
Mühlenunternehmer, Ronhof-Mitgestalter und Vereinsführer 1933
1910–1933 nachgewiesen
Lebensweg und Vereinsgeschichte
Michael Wolfsgruber verband die Fürther Mühlenwirtschaft mit der jungen Fußballbewegung. Als Kunstmühlbesitzer wurde er in der Mitgliederüberlieferung des Fürther Alpenvereins geführt. 1910 beteiligte er sich am Grundstücksausschuss der SpVgg Fürth, der den Erwerb beziehungsweise die Erschließung des Ronhof-Geländes vorbereitete. Sportstätten entstanden damals wesentlich aus Kontakten zwischen Geschäftsleuten, Grundstückseigentümern und Vereinsfunktionären.
Mit Konrad Wolfsgruber taucht Michael 1911 in der Fürther Chronik bei Umbauten an einer Mühlentriebwerksanlage auf. Eine weitere gemeinsame Planung betrifft ein Federhammerwerk im Jahr 1914. Diese Hinweise belegen das unternehmerische Umfeld, ersetzen aber keinen vollständigen handelsregisterlichen Stammbaum der Familie Wolfsgruber.
Am 14. August 1933 wurde Wolfsgruber auf der außerordentlichen Hauptversammlung im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung zum Vereinsführer gewählt. Der Historiker Andreas Mau belegt anhand des SpVgg-Protokollbuchs, dass die Versammlung den zuvor beschlossenen Ausschluss jüdischer Mitglieder einstimmig bestätigte und die Ernennung des NSDAP-Gauleiters Albert Forster zum Ehrenmitglied annahm. Die konkrete Rolle Wolfsgrubers in dieser Sitzung ist durch die Vereinsüberlieferung nachgewiesen; aus einer Funktion folgt aber nicht automatisch die vollständige Kenntnis seiner persönlichen politischen Ansichten. Seine Geschichte ist deshalb zugleich Wirtschafts- und Fußballgeschichte und ein Beispiel dafür, wie sich die SpVgg 1933 in die NS-Sportorganisation eingliederte.