Fürther Verkehrsgeschichte

Als Fürth auf den Omnibus setzte

Der Beginn des städtischen Busverkehrs 1925

Eine neue Verbindung über die Stadtgrenze hinaus

Im Mai 1925 erhielt Fürth eine Omnibusverbindung zwischen der Maxbrücke und Burgfarrnbach. Der Bus ergänzte das bestehende Verkehrsangebot und erschloss einen westlichen Stadtteil, für den eine unmittelbare Verbindung in die Innenstadt zunehmend wichtig wurde.

Die Angaben zum ersten Betriebstag widersprechen sich: In der Überlieferung erscheinen sowohl der 24. als auch der 25. Mai 1925. Ohne die zeitgenössische Eröffnungsanzeige lässt sich nicht entscheiden, ob diese Daten unterschiedliche Vorgänge bezeichnen. Wir führen deshalb bewusst beide Angaben an.

Der Flugplatz als Verkehrsziel

Bereits im Juni 1925 wurde die Verbindung in Richtung Flugplatz Atzenhof erweitert. Der Flugplatz war damals ein bedeutender neuer Verkehrspunkt im Fürther Westen. Seine Einbindung zeigt, dass der Omnibus nicht nur bestehende Wohngebiete bediente, sondern auch neue Ziele erreichbar machte.

Fahrzeuge, Tarife und Liniennummern

Die frühen Busse waren für damalige Verhältnisse eine technisch und betrieblich anspruchsvolle Ergänzung zum Straßenbahnnetz. Überliefert sind ein MAN-Fahrzeug mit etwa 45 PS, rund 40 Plätzen, ein Fahrpreis von 25 Reichspfennig und 13 werktägliche Fahrten. Diese Angaben stammen aus späterer verkehrshistorischer Darstellung und sollten anhand eines Originalfahrplans gegengeprüft werden.

Wichtig für die Chronologie: Die Liniennummern 78 und 79 wurden erst 1928 eingeführt. Es wäre falsch, die neue Verbindung von 1925 bereits unter diesen Nummern zu beschreiben.

Was noch zu erforschen ist

Ein gesichertes Bild des ersten Fürther Omnibusses, die genaue Wagenidentität, die Haltestellenfolge und die Unterscheidung zwischen Eröffnungsfahrt und Regelbeginn sind noch offen. Ein beliebiges MAN-Busfoto aus den 1920er-Jahren wäre nur eine Vergleichsabbildung, kein Bildbeweis.

Originalaufnahmen gesucht

Ein sicher identifiziertes Foto des ersten Fürther Linienomnibusses von 1925 liegt bisher nicht vor. Vergleichsbilder anderer MAN-Busse werden deshalb nicht als Originalfahrzeug ausgegeben. Besonders relevant sind Bildbestände zu Maxbrücke, Burgfarrnbach und Flugplatz Atzenhof sowie zeitgenössische Anzeigen und Fahrpläne.

Warum überhaupt ein Omnibus?

Die Straßenbahn war für große, regelmäßig nachgefragte Verkehrsachsen geeignet, erforderte aber Gleise, Fahrleitungen und feste Haltestellen. Ein Omnibus konnte neue Verbindungen flexibler erproben. Für die Strecke nach Burgfarrnbach war das ein wichtiger Vorteil. Dass die konkrete Entscheidung 1925 allein aus Kostengründen fiel, ist jedoch nicht durch eine geprüfte Ratsakte belegt.

Unterwegs im Jahr 1925

Eine Fahrt zwischen Maxbrücke und Burgfarrnbach bedeutete eine neue Möglichkeit, Arbeitswege, Besorgungen und Besuche ohne eigenen Wagen zurückzulegen. Aus der überlieferten Zahl von 13 werktäglichen Fahrten allein lässt sich noch kein exakter Takt ableiten: Es muss zunächst geklärt werden, ob damit Fahrten je Richtung oder insgesamt gemeint waren.

Einordnung in die Stadtentwicklung

Der frühe Busverkehr verbindet mehrere Forschungsthemen des Museums: die Entwicklung Burgfarrnbachs, die Geschichte der Maxbrücke und die Erschließung des Flughafens Atzenhof. Gerade die Erweiterung zum Flugplatz im Juni 1925 verdeutlicht, wie sich neue Verkehrsmittel und neue städtische Funktionen gegenseitig beeinflussten.

Chronologie und offene Quellen

Mai 1925: Aufnahme der Verbindung Maxbrücke–Burgfarrnbach; die Datierung 24./25. Mai bleibt zu prüfen. Juni 1925: Erweiterung Richtung Atzenhof. 1928: spätere Liniennummerierung 78/79. Für eine abschließende Rekonstruktion fehlen die originale Eröffnungsanzeige, ein amtlicher Fahrplan, eine belastbare Wagenliste und eine gesicherte historische Fahrzeugaufnahme.

Ein Busfahrplan als historische Quelle

Ein Fahrplan kann viel mehr erzählen als Abfahrtszeiten. Aus ihm ließen sich die tatsächliche Fahrtdauer, die Zahl der Haltestellen, die Bedienung an Sonn- und Feiertagen und die Anschlussmöglichkeiten ablesen. Für die frühe Verbindung nach Burgfarrnbach fehlen bislang solche im Original geprüften Angaben. Auch die oft genannte Zahl von 13 Fahrten sollte erst mit einem zeitgenössischen Fahrplan genauer eingeordnet werden.

Die Stadt wächst nach Westen

Die Verbindung nach Burgfarrnbach lässt sich im Zusammenhang mit dem Wandel des westlichen Fürther Stadtgebiets verstehen. Pendelwege, Versorgung und neue Einrichtungen erhöhten den Bedarf an verlässlichen Verkehrsverbindungen. Welche Gruppen die Linie tatsächlich nutzten, kann nicht allein aus ihrer Streckenführung abgeleitet werden; dafür wären Fahrgastzahlen, Presseberichte oder zeitgenössische Beschwerden notwendig.

Fragen an das Stadtarchiv

Für eine belastbare Fahrzeugbiografie wären die Konzessions- und Beschaffungsakten, der genaue Herstellerauftrag, das Kennzeichen und ein Foto mit gesicherter Bildunterschrift entscheidend. Erst dann kann aus dem frühen Linienbus ein konkret identifiziertes Museumsobjekt werden.

Querverbindungen im Kleeblattmuseum

Weiterführende Register

Die folgenden Links führen zu tatsächlich vorhandenen Themenregistern des Kleeblattmuseums. Eine konkrete Zuordnung einzelner historischer Gebäude, Firmen oder Personen gilt damit noch nicht als belegt.

Ein Verkehrsnetz statt einer einzelnen Linie

Die Busverbindung von 1925 war kein isoliertes Ereignis. Sie gehört zur Entwicklung eines Verkehrsnetzes, in dem Straßenbahn, Omnibus und später U-Bahn unterschiedliche Aufgaben übernahmen. Ein Vergleich mit dem Straßenbahnende 1981 zeigt, wie stark sich die Anforderungen an Reichweite, Takt und Umsteigen innerhalb weniger Jahrzehnte veränderten.

Eine direkte Gegenüberstellung der Fahrgastzahlen von 1925 und 1981 wäre ohne gleichartige Betriebsstatistiken irreführend. Deshalb stehen hier zunächst die belegbaren Netzveränderungen im Vordergrund.

Was eine Originalfotografie leisten müsste

Ein historisches Busfoto sollte nicht nur ein passendes Fahrzeugmodell zeigen, sondern die Fürther Nutzung nachweisen. Hilfreich wären eine zeitgenössische Bildbeschriftung, ein erkennbarer Aufnahmeort, ein datierbares Kennzeichen oder ein Bezug zu den städtischen Beschaffungsakten. Bis solche Merkmale übereinstimmen, bleibt die Bildsuche offen.

Die Bildunterschrift darf zudem nicht aus der bloßen Ähnlichkeit eines Omnibusses auf dessen Einsatz in Fürth schließen. Diese Unterscheidung ist für ein quellenorientiertes Museum wesentlich.

Neuer Bildfund: Hochrahmen-Omnibus mit Ziel Zirndorf

Die VAG-Sonderveröffentlichung „100 Jahre Omnibus“ zeigt auf Seite 2 eine historische Fotografie eines Hochrahmen-Omnibusses mit Anhänger aus dem Jahr 1925. Auf dem Zielschild steht „Zirndorf“, am Fahrzeug ist die Nummer 2100 erkennbar. Das Bild ist ein wertvoller Vergleichsbeleg für den damaligen Omnibusbetrieb, aber kein nachgewiesenes Foto des ersten Fürther Stadtbusses nach Burgfarrnbach. Eine Übernahme der Fotografie in den Artikel setzt die Klärung der Bildrechte beim VAG-Archiv voraus.

VAG: 100 Jahre Omnibus, Seite 2, mit historischem Foto

Vorläufer, Betriebsbeginn und Datierung

Der Altstadtverein Fürth nennt eine frühere private Kraftwagenverbindung nach Burgfarrnbach vom 10. Juni 1919 bis zum 1. Juli 1921. Der kommunale Linienbeginn von 1925 darf daher nicht als allererste Kraftwagenverbindung auf dieser Strecke bezeichnet werden. Die Datierung bleibt widersprüchlich: Die infra nennt den 25. Mai 1925, die Fürther Rathauspublikation und der Altstadtverein den 24. Mai. Die genaue Unterscheidung zwischen Eröffnung und fahrplanmäßigem Beginn ist ohne Originalanzeige oder Fahrplan offen.

Konkreter Archivauftrag

Zu prüfen sind die Fotobestände des VAG-Archivs zum Fahrzeug 2100 und zu den 1925 eingesetzten MAN-Hochrahmen-Omnibussen sowie im Stadtarchiv Fürth zeitgenössische Anzeigen, Fahrpläne, Fahrzeugbeschaffung und Fotos der Maxbrücke und der Linie nach Burgfarrnbach. Das Stadtarchiv nennt rund 85.000 digitalisierte Fotografien; ihre Existenz ist kein Nachweis, dass darunter das gesuchte Fahrzeugfoto liegt.

Stadtarchiv Fürth: Bestände und Recherche

Film: 100 Jahre Busverkehr

Der VAG-Beitrag „Roadtrip mit Kübi & Kurt durch 100 Jahre Busverkehr“ (2025) erläutert die Fürther Busanfänge und die frühe Verbindung nach Atzenhof. Er ist eine moderne historische Darstellung, keine Filmaufnahme von 1925. Das Video wird auf der Seite des Rechteinhabers angeboten.

Video beim VAG-Blog ansehen

Quellen und Bildnachweise

Forschungsstand 1. November 2026. Nicht abschließend verifizierte Angaben sind im Text gekennzeichnet.

← Alle Verkehrsgeschichten