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Historisches Fürther Straßenlexikon

Gustavstraße

Warum heißt die Straße so?

Seit 1827 nach dem schwedischen König Gustav II. Adolf benannt. Zuvor Bauerngasse oder Bauernstraße, weil Bauern hier Fuhrwerke abstellten und auf dem Markt einkehrten. Die bekannte Erzählung von einer Einkehr des Königs im „Grünen Baum“ gilt als unzutreffend.

Datierung nach Quelle: 1827

Nachweisstufe: FürthWiki, Sekundärquelle

Quelle zur Namenserklärung

Ausführliche Straßenbiografie

Vom Ackerbürgerweg zur Altstadtbühne

Bevor der Name Gustavstraße in das Stadtbild einzog, war diese Verkehrsachse als Bauerngasse bekannt. Sie gehörte zum alten Marktort und war eng mit den Bauernhöfen, Höfen und Wirtshäusern des frühen Fürth verbunden. In den Anwesen zeigt sich bis heute, dass eine Straße nicht nur Verkehrsraum ist: Hinter der Front der Häuser entwickelten sich Höfe und kleine Arbeitswelten.

1827 erhielt die Bauerngasse den Namen Gustavstraße. Der Bezug führt zu Gustav II. Adolf, dem schwedischen König, dessen Aufenthalt 1632 Teil der Fürther Erinnerungskultur wurde. Die populäre Erzählung einer Übernachtung im Gasthaus Grüner Baum steht neben der historischen Vermutung, dass der König im benachbarten Pfarrhof logierte. Gerade diese Differenz zwischen Überlieferung und gesichertem Aufenthalt gehört zur Biografie der Straße.

Die bunte Abfolge der Dachformen, verschieferten Fassaden und erhaltenen Hofstrukturen erzählt von Umbau statt vollständiger Neuanlage. Während sich das Geschäftszentrum später nach Süden verlagerte, bewahrte dieses Altstadtgebiet seinen kleinteiligen Charakter. Heute verbindet die Gustavstraße Wohnhäuser und historische Bausubstanz mit einer ausgeprägten Wirtshaus- und Gastronomiekultur.

Quellenkritischer Hinweis: Die Übernachtung Gustavs II. Adolf im Grünen Baum ist eine lokale Erzähltradition, keine gesicherte Hotelbuchung.

Die Biografie dieser Straße

Quellenprofil mit Adressgeschichte

Seit 1827 nach dem schwedischen König Gustav II. Adolf benannt. Zuvor Bauerngasse oder Bauernstraße, weil Bauern hier Fuhrwerke abstellten und auf dem Markt einkehrten. Die bekannte Erzählung von einer Einkehr des Königs im „Grünen Baum“ gilt als unzutreffend.

Zur Adressgeschichte liegen 140 Quellenbeobachtungen im Forschungsbestand vor; 12 ausgewählte Belege sind in diesem Straßenprofil erschlossen, darunter Nennungen aus 1792 bis 1899. Die Nennungen dokumentieren historische Adressen und Nutzungen, nicht automatisch den Fortbestand desselben Gebäudes.

Namentlich erschlossen sind unter anderem Konrad Daniel Eckart (1880, Hausnummer 11, Lederhändler und Agent; Distriktsvorsteher); Georg Hieronymus Nößler (1880, Hausnummer 29, Bäckermeister; Distriktsvorsteher); Johann Gottlieb Löhner (1880, Hausnummer 36, Kaufmann; Eisenhändler); Assenbaum, Karl (1886, Hausnummer 15, Kaufmann.). Die jeweilige Rolle als Bewohner, Gewerbetreibender oder Eigentümer muss anhand der einzelnen Quelle unterschieden werden.

Menschen aus den historischen Quellen

  • 1880: Konrad Daniel Eckart, Gustavstraße 11 – Lederhändler und Agent; DistriktsvorsteherBeleg
  • 1880: Georg Hieronymus Nößler, Gustavstraße 29 – Bäckermeister; DistriktsvorsteherBeleg
  • 1880: Johann Gottlieb Löhner, Gustavstraße 36 – Kaufmann; EisenhändlerBeleg
  • 1886: Assenbaum, Karl, Gustavstraße 15 – Kaufmann.Beleg
  • 1886: Dippold, Joh., Gustavstraße 16 – Bier- u. Weinwirt.Beleg
  • 1886: Walthelm, Paul Martin, Gustavstraße 2 – Kaufmann.Beleg
  • 1886: Martin Wüstendörfer, Gustavstraße 22 – Händler (OCR: Chabinhandel)Beleg

Häuser und Baugeschichte

Hausnummer 15

um 1700

Historisches Gasthaus „Zur Blauen Glocke“.

Baugeschichtsquelle

Ortschronik; Baualtersangabe, kein Besitznachweis

Hausnummer 34

um 1800

Gasthof „Grüner Baum“. Die lokale Gustav-Adolf-Erzählung muss von der historischen Quellenaussage getrennt bleiben.

Baugeschichtsquelle

Ortschronik; Baualtersangabe

Hausnummer 36

ohne Datierung

Gebäude mit der Gaststätte „Pfeifndurla“ laut lokaler Gebäudeliste.

Baugeschichtsquelle

Ortschronik; kein historisches Baujahr nachgewiesen

Hausnummer 13

Wohnhaus 18. Jh.; frühere Grundstücksgeschichte älter

Durch Wunschel und historische Adressbücher erschlossene Standortfolge: 1792 Konskriptionsnummer 201; 1827 Bezirk II/194; 1860 Gustavstraße 34; seit 1890 Gustavstraße 13. Nicht jeder Baukörper existierte durchgehend.

Baugeschichtsquelle

Sekundärdarstellung mit Adressbuchbelegen und Wunschelchronik; Standortidentität, nicht durchgängig gleicher Baukörper

Historische Adressnennung ist kein automatischer Nachweis für Eigentum, Wohnsitz oder ein heute erhaltenes Gebäude.

Nachgewiesen im städtischen Großdruck-Stadtplan 2019 · PDF-Seite 4. Ein Nachweis von 2019 ist kein amtlicher Erstbenennungsbeschluss und kein bestätigter aktueller 2026er Straßenstatus. Zur Gesamtliste von 2019 →

Auf dem Stadtplan von 1819

Die Rekonstruktion des Stadtplans von 1819 ordnet dieser Bezeichnung folgende historische Namen und Lageangaben zu: Bauern Straße. Das ist eine kartografische Entsprechung, kein Nachweis des exakten Umbenennungsdatums oder eines unveränderten Straßenverlaufs.

Alle 27 Kartenbezeichnungen von 1819 →

Historische Adressfolge: 13

Anwesen- und Standortgeschichte, nicht zwangsläufig derselbe Baukörper.

1792

Bauerngasse, Nr. 201

1827

II. Bezirk, Nr. 194

1860

Gustavstraße 34

1890

Gustavstraße 13

Überliefertes Anwesen; wechselnde Baukörper und Eigentümer

Alle vier Nummerierungssysteme erklären →

Alt-/Neu-Adressen nach Krause (1994)

Die folgenden Paare stammen aus einer nach Archivquellen zusammengestellten Tabelle. Sie sind sekundär dokumentiert; die vollständige originale Nummerierungsübersicht von 1889 wurde noch nicht gegengeprüft. Bei Straßenwechseln kann der spätere Name erst Jahrzehnte nach 1890 entstanden sein.

Alle 99 Forschungs-Konkordanzen ansehen →

Historisch belegte Hausadressen

Archivische Hausbelege sind datierte Quellen-Nennungen. Eine heutige Identität, Eigentümerschaft oder durchgehende Bewohnung ist daraus nicht automatisch ableitbar.

Hausnummer 11 (1880)

Konrad Daniel Eckart

Lederhändler und Agent; Distriktsvorsteher

Wohn-/Berufsbezug gemischt; Wohnstatus einzeln prüfen

Quellenknoten H-04007

Historischen Quellenverweis ansehen

Hausnummer 29 (1880)

Georg Hieronymus Nößler

Bäckermeister; Distriktsvorsteher

Wohn-/Berufsbezug gemischt; Wohnstatus einzeln prüfen

Quellenknoten H-04008

Historischen Quellenverweis ansehen

Hausnummer 36 (1880)

Johann Gottlieb Löhner

Kaufmann; Eisenhändler

Wohn-/Berufsbezug gemischt; Wohnstatus einzeln prüfen

Quellenknoten H-00213

Historischen Quellenverweis ansehen

Hausnummer 22 (1886)

Martin Wüstendörfer

Händler (OCR: Chabinhandel)

Wohn-/Berufsbezug gemischt; Wohnstatus einzeln prüfen

Quellenknoten H-00277

Historischen Quellenverweis ansehen

Historische Gebäude und Baudenkmäler

Diese Angaben stammen aus denkmalpflegerischen und lokalen Gebäudebeschreibungen. Sie bilden eine getrennte Quellengattung gegenüber den historischen Personen-/Hausbelegen.

Nr. 15

Baualter: um 1700

Historisches Gasthaus „Zur Blauen Glocke“.

Ortschronik; Baualtersangabe, kein Besitznachweis

Gebäudequelle

Nr. 34

Baualter: um 1800

Gasthof „Grüner Baum“. Die lokale Gustav-Adolf-Erzählung muss von der historischen Quellenaussage getrennt bleiben.

Ortschronik; Baualtersangabe

Gebäudequelle

Nr. 36

Baualter: ohne Datierung

Gebäude mit der Gaststätte „Pfeifndurla“ laut lokaler Gebäudeliste.

Ortschronik; kein historisches Baujahr nachgewiesen

Gebäudequelle

Nr. 13

Baualter: Wohnhaus 18. Jh.; frühere Grundstücksgeschichte älter

Durch Wunschel und historische Adressbücher erschlossene Standortfolge: 1792 Konskriptionsnummer 201; 1827 Bezirk II/194; 1860 Gustavstraße 34; seit 1890 Gustavstraße 13. Nicht jeder Baukörper existierte durchgehend.

Sekundärdarstellung mit Adressbuchbelegen und Wunschelchronik; Standortidentität, nicht durchgängig gleicher Baukörper

Gebäudequelle

Warum die Quellenphasen wichtig sind

Zum 1. Januar 1890 traten in Fürth geänderte Straßennamen und Hausnummern in Kraft. Ältere Nummern dürfen deshalb nicht anhand der Ziffer allein mit neueren verbunden werden. Mehr zur Nummernreform.

Forschungsstand 11. Oktober 2026 · 140 erfasste Quellenbeobachtungen (nicht gleichzusetzen mit einzelnen Gebäuden).