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Historisches Fürther Straßenlexikon

Schindelgasse

Warum heißt die Straße so?

Der rekonstruierte Stadtplan von 1819 stellt „Schindelhof“ der späteren Bezeichnung „Schindelgasse“ gegenüber. Der Namenswechsel ist damit kartografisch dokumentiert; Grund und Datum eines amtlichen Beschlusses sind dadurch noch nicht belegt.

Datierung nach Quelle: Stadtplan 1819 / Rekonstruktion 2006

Nachweisstufe: Kartografische Namensentsprechung (sekundär, nicht amtlicher Beschluss)

Quelle zur Namenserklärung

Ausführliche Straßenbiografie

Vom Schindelhof zur Gasse der Wirte und Handwerker

Der rekonstruierte Stadtplan von 1819 führt den älteren Schindelhof als historische Entsprechung zur späteren Schindelgasse. Damit verbindet sich die Gassengeschichte mit den Hofstrukturen der alten Stadt. Über den Zeitpunkt und den amtlichen Anlass des Übergangs von einem Hofnamen zur Straßenbezeichnung ist damit allein noch nichts Sicheres gesagt.

Im Februar 1870 eröffnete Christoph Stockert im Geisdörferschen Haus an der damaligen Schindelgasse 4 eine Wirtschaft. Stockert erscheint auch im Umfeld der Fürther Kompasshersteller; sein Sohn Paul betrieb die Wirtschaft zeitweise weiter. Dass Handwerk und Ausschank in der Familienökonomie zusammenkamen, ist typisch für das kleingewerbliche Fürth des 19. Jahrhunderts, nicht aber der Nachweis eines dauerhaft gleichbleibenden Betriebs.

Gaabs Untersuchung stellt die alte Schindelgasse 4 der späteren Nummer 10 gegenüber. Weiterhin nennen Adressbuchbelege des Jahres 1886 Gastwirte an den historischen Nummern 6a und 13. Die genaue Identifizierung der damaligen Anwesen bleibt von der Gebäude- und Nummernprüfung abhängig.

Quellenkritischer Hinweis: Adressbuch-OCR und sekundäre Alt-/Neu-Nummernpaare bedürfen der visuellen Originalprüfung.

Die Biografie dieser Straße

Quellenprofil mit Adressgeschichte

Der rekonstruierte Stadtplan von 1819 stellt „Schindelhof“ der späteren Bezeichnung „Schindelgasse“ gegenüber. Der Namenswechsel ist damit kartografisch dokumentiert; Grund und Datum eines amtlichen Beschlusses sind dadurch noch nicht belegt.

Zur Adressgeschichte liegen 33 Quellenbeobachtungen im Forschungsbestand vor; 12 ausgewählte Belege sind in diesem Straßenprofil erschlossen, darunter Nennungen aus 1860 bis 1899. Die Nennungen dokumentieren historische Adressen und Nutzungen, nicht automatisch den Fortbestand desselben Gebäudes.

Namentlich erschlossen sind unter anderem Marie Kolb (1860, Hausnummer 5, Nähmaschinenarbeiten); Mühleder, Joh. Seb. (1886, Hausnummer 13, Wirt.); Ermann, Johann (1886, Hausnummer 6a, Wirt.). Die jeweilige Rolle als Bewohner, Gewerbetreibender oder Eigentümer muss anhand der einzelnen Quelle unterschieden werden.

Menschen aus den historischen Quellen

  • 1860: Marie Kolb, Schindelgasse 5 – NähmaschinenarbeitenBeleg
  • 1886: Mühleder, Joh. Seb., Schindelgasse 13 – Wirt.Beleg
  • 1886: Ermann, Johann, Schindelgasse 6a – Wirt.Beleg

Historische Szenen und Ereignisse

1870 · Gastwirtschaft · Nr. 4

Im Februar 1870 wurde die Wirtschaft des Kompassmachers im Geisdörferschen Haus in der Schindelgasse 4 eröffnet; nach Gaabs Anmerkung entspricht dies ab 1890 Schindelgasse 10. Sein Sohn Paul führte die Wirtschaft zeitweise weiter.

Historischer Nachweis

Historische Adressnennung ist kein automatischer Nachweis für Eigentum, Wohnsitz oder ein heute erhaltenes Gebäude.

Nachgewiesen im städtischen Großdruck-Stadtplan 2019 · PDF-Seite 6. Ein Nachweis von 2019 ist kein amtlicher Erstbenennungsbeschluss und kein bestätigter aktueller 2026er Straßenstatus. Zur Gesamtliste von 2019 →

Auf dem Stadtplan von 1819

Die Rekonstruktion des Stadtplans von 1819 ordnet dieser Bezeichnung folgende historische Namen und Lageangaben zu: Schindelhof. Das ist eine kartografische Entsprechung, kein Nachweis des exakten Umbenennungsdatums oder eines unveränderten Straßenverlaufs.

Alle 27 Kartenbezeichnungen von 1819 →

Menschen, Gewerbe und Hausnummern aus der Kompassmacherforschung

Sekundärrecherche von Hans Gaab mit konkreten Archiv-, Adressbuch- und Zeitungshinweisen. Eigentliche Hausnutzung, Geschäft und Nummernänderung werden getrennt dargestellt.

Schindelgasse 4 → Schindelgasse 10

1870 / ab 1890 laut Gaab: Christoph Stockert

Wirtschaftseröffnung Februar 1870 im Geisdörferschen Haus; die Umnummerierung wird in einer Fußnote beschrieben.

Gaab PDF S. 45 Anm. 164 und S. 46 zu Geisdörferschem Haus

Forschungsquelle

1870: 4 – Gastwirtschaft

Christoph Stockert

Im Februar 1870 wurde die Wirtschaft des Kompassmachers im Geisdörferschen Haus in der Schindelgasse 4 eröffnet; nach Gaabs Anmerkung entspricht dies ab 1890 Schindelgasse 10. Sein Sohn Paul führte die Wirtschaft zeitweise weiter.

Quelle: Gaab PDF S. 45–46 und Anm. 164–165 sowie S. 53

Historisch belegte Hausadressen

Archivische Hausbelege sind datierte Quellen-Nennungen. Eine heutige Identität, Eigentümerschaft oder durchgehende Bewohnung ist daraus nicht automatisch ableitbar.

Warum die Quellenphasen wichtig sind

Zum 1. Januar 1890 traten in Fürth geänderte Straßennamen und Hausnummern in Kraft. Ältere Nummern dürfen deshalb nicht anhand der Ziffer allein mit neueren verbunden werden. Mehr zur Nummernreform.

Forschungsstand 11. Oktober 2026 · 33 erfasste Quellenbeobachtungen (nicht gleichzusetzen mit einzelnen Gebäuden).