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Stadtgeschichte · 17.–19. Jahrhundert

Die Frau, deren Name in einem Fürther Hof weiterlebt

Hinter der Adresse „Beim Liershof“ steckt keine Legende von einem anonymen Besitzer: Der Ort bewahrt den Namen von Catharina van Lierd, einer Unternehmerin des 17. Jahrhunderts, die zum wirtschaftlichen und religiösen Leben Fürths gehörte.

Von Frankfurt nach Fürth

Catharina, 1636 geboren, heiratete 1657 den aus Aachen stammenden Kaufmann Paul Lersch. Das Paar zog 1659 nach Fürth und betrieb dort Tabakhandel. Nach Lerschs Tod heiratete sie 1686 Johann David van Lierd. Er stammte aus einer niederländischen Familie und wirkte als Bürgermeister des dompropsteilichen Fürther Herrschaftsanteils. Die Familie gehörte zur reformierten Minderheit und engagierte sich für Bedürftige.

Der Name des Hofes wurde im Fürther Sprachgebrauch zu „Fraveliershuf“. Die Stadtchronik dokumentiert ältere Ortsangaben wie „Beim Liershof“ und „Im Frau von Liershof“ für das Gelände in der Nähe der heutigen Lilienstraße. Es handelt sich zunächst um historische Lagebezeichnungen, nicht um exakt heutige Straßen- und Hausnummern.

Drei Gebäudeteile – verschiedene Baugeschichten

Die amtliche Bayerische Denkmalliste (Stand 30. Mai 2026) beschreibt Beim Liershof 1 als ehemaliges Bräuhaus, als 1679 errichteten Bau. Beim Liershof 3 und 3a bilden ein Doppelwohnhaus mit Fachwerk- und Sandsteinbestandteilen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dass die Bausubstanz in mehreren Zeiten entstand, ist wichtig: Der Hofname kann älter sein als einzelne heute sichtbare Bauteile.

Für Beim Liershof 1 begegnet an anderer Stelle auch die Baujahresangabe 1621. Ohne Einsicht in Bau- und Denkmalakten setzen wir diese Angabe nicht mit dem Denkmallistenjahr 1679 gleich.

Als Straßen noch anders hießen

Ein rekonstruierter Stadtplan von 1819 führt die historische Bezeichnung „Bei dem Frau von Liershof“ mit der späteren Bezeichnung „Beim Liershof“ zusammen. In derselben Karte werden aus der Schrotgasse die Löhestraße und aus der Neuegasse die Bäumenstraße. Das eröffnet einen Blick auf die wechselnden Namen, bevor moderne Hausnummern zuverlässig vergleichbar werden.

Auch die Zählung der Häuser ist nicht ohne Schwierigkeiten: Oliver Bender beschreibt die erste fortlaufende Nummerierung ab 1792 mit einer Ausgangsfolge von 1 bis 539. Die städtische Gänsberg-Chronik spricht für 1792 von 742 Gebäuden. Da die Texte unterschiedliche Zählgrundlagen oder Stichtage meinen könnten, ist die Differenz als offene Quellenfrage zu behandeln, nicht durch eine erfundene Zahl zu lösen.

Quellen und Weiterforschung

Häuser Beim Liershof →Die Straßenkarte von 1819 →