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Straßen · Gänsberg · Häusergeschichte

Wo die Bergstraße und Rednitzstraße verschwanden

Wer alte Fürther Adressbücher liest, stößt auf Straßen, die in heutigen Stadtplänen nicht mehr vorkommen. Die Bergstraße und Rednitzstraße am Gänsberg sind Beispiele dafür. Ihre Häuser waren Wohnorte, Handwerksbetriebe und Gasthäuser; viele Gebäude gingen während der Flächensanierung verloren.

Der Gänsberg vor der Sanierung

Das dicht bebaute alte Viertel erstreckte sich von der Königstraße in Richtung des jüdischen Friedhofs. 1965 stellte die Stadt Fürth mit einem städtebaulichen Gutachten die Weichen für eine grundlegende Erneuerung. Der geplante großflächige Abriss veränderte Straßen und Grundstücke. Die Sanierung ging bis zur Einweihung der Stadthalle 1982 mit einer neuen Bebauung einher. Damit gingen auch Adressen verloren, die in den Quellen des 19. Jahrhunderts mehrfach begegnen.

Bergstraße 3: Zum goldenen Rößlein

Das Geschichtslexikon Fürth von A bis Z nennt für Bergstraße 3 eine Gastwirtschaftsgerechtigkeit mit der Bezeichnung „Zum goldenen Rößlein“ ab 1778. Die Angabe folgt der älteren Häuserforschung von Gottfried Wunschel. Sie ist kein Beleg dafür, dass das Gebäude schon 1778 in seiner späteren Gestalt bestand oder dass der Betrieb über ein Jahrhundert dieselben Eigentümer hatte.

Bergstraße 8: der Zinngießer Löffler

Johann Georg Löffler fertigte im 19. Jahrhundert kunstvolle Zinnarbeiten, darunter Gegenstände mit Motiven der frühen Ludwigseisenbahn. Für 1843 wird sein Wohn- und Sterbeort mit Bergstraße 8 angegeben. Der biografische Nachweis bezeichnet eine historische Adresse; eine Eigentumsposition ist daraus nicht abzuleiten.

Bergstraße 29: Zwei Wirtshausnamen

An der Bergstraße 29 nennt das Geschichtslexikon zuerst das Wirtshaus „Zu den drei Hacken“, später das „Wassermungenauer Bräustübl“. Die Fürther Jahreschronik für 1974 führt das Gebäude mit Gastwirtschaft als abgebrochen auf. Die beiden Wirtshausnamen sind unterschiedliche Nutzungsepochen; Besitzerwechsel und genaue Betriebsdaten werden weiter geprüft.

Fünf weitere verschwundene Adressen

Für die Rednitzstraße nennt die historische Jahreschronik die Nummern 11, 12, 13, 25 und 38 als 1974 abgebrochene Gebäude. Das sind konkrete, nachrecherchierbare historische Hausadressen. Eine Rednitzstraße 11 des alten Gänsbergs darf aber nicht mit einem beliebigen heutigen Haus Nr. 11 verwechselt werden.

Forschungsregel: Verschwundene Straße ist keine aktuelle Hausanschrift

Die Zuordnung aus einem historischen Adressbuch zu einer heutigen Straße ist auf Straßenebene oft einfacher als auf Hausebene. Gebäude konnten abgerissen, Grundstücke zusammengelegt und Hausnummern vor allem 1890 neu verteilt worden sein. Für die historischen Straßen Bergstraße und Rednitzstraße bleiben die alten Hausnummern als eigene Adressphasen erhalten. Ein Abbruchjahr aus einer späteren Jahreschronik ist außerdem von einer zeitgenössischen Abbruchakte zu unterscheiden.

Quellen

Die städtische Darstellung belegt den Sanierungsverlauf. Historische Einzelhausangaben aus Schwammberger und der Jahreschronik sind als Sekundärüberlieferung gekennzeichnet und noch nicht für alle Gebäude mit Originalakten abgeglichen.

Bergstraße: Hausbelege →Rednitzstraße: Hausbelege →Theatergasse: Zinnfigurenfabrik von Reiß →