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V267_DANIEL: Leo Daniel: Hospitalarzt und Verfolgung 1939–1943

12 Forschungs-, Quellen-, Artikel- oder Prüfzeilen aus dem originalen Tabellenblatt des Medizin-Gesamtmasters v270.

Die folgende Wiedergabe erhält die ursprüngliche Kennung und Excel-Zeilennummer. Historische Aussagen sind nach den im Master notierten Quellengrenzen zu beurteilen. Kein Eintrag ist allein durch diesen Import zur Produktionsveröffentlichung freigegeben. Es wurden keine Bilder übernommen und keine Personenidentitäten vereinheitlicht.

Quellen- und Prüfpositionen

Ein Arzt am Ende des HospitalsD267-01 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 5

Abschnitt: D267-01

Thema: Ein Arzt am Ende des Hospitals

Artikeltext: Leo Daniel gehört zu den letzten Ärzten des jüdischen Hospitals in Fürth. Seine Biografie führt von einer ärztlichen Laufbahn an mehreren Orten in die immer enger werdenden Handlungsmöglichkeiten einer verfolgten Gemeinde. Für den Fürther Abschnitt stehen nun zwei sehr unterschiedliche Überlieferungen nebeneinander: die Gemeindechronik, die seine Arbeit und das Ende des Hospitals beschreibt, und ein zeitgenössischer Behördenbericht über seine Verhaftung und seinen Tod. Zusammen erlauben sie ein genaueres Porträt, ohne schon eine vollständige Personalakte zu ersetzen.

Belege: Q267-01; Q267-02; Q267-03

Einordnung: Ausbau des vorhandenen Hospitalartikels; keine neue Personenfusion.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Leo und LeopoldD267-02 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 6

Abschnitt: D267-02

Thema: Leo und Leopold

Artikeltext: Die lokale Biografie nennt ihn Leopold Daniel, während die Gemeindechronik und eine Familienanzeige die Form Leo Daniel verwenden. Der Verwaltungsbericht von September 1943 führt Leopold und den damals erzwungenen Zusatznamen Israel. Die Namen werden deshalb als quellengebundene Varianten geführt. Die Identifikation des Fürther Hospitalarztes mit dem Verfolgten beruht auf der Übereinstimmung von Name, Beruf, Ort und Ereigniszusammenhang; aus dem Zusatznamen wird kein ursprünglicher Geburtsname gemacht. Für die Suche in Archiven sind beide Vornamensformen erforderlich.

Belege: Q267-01; Q267-02; Q267-03; Q267-04

Einordnung: Namensvarianten sichtbar halten; Israel als diskriminierender Zwangszusatz im Behördenbeleg.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Herkunft und FamilieD267-03 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 7

Abschnitt: D267-03

Thema: Herkunft und Familie

Artikeltext: FürthWiki gibt den 24. März 1893 in Bendorf am Rhein als Geburtstag an. Der spätere Wiedergutmachungsnachweis im Landesarchiv Berlin bestätigt das Geburtsdatum in seiner Erschließung. Eine städtische Biografie zu Bertha Hirsch nennt Leo als ihren Bruder und Moses Daniel sowie Carolina, geborene Heilberg, als Eltern. Die Familienanzeige verbindet Leo ebenfalls mit Bertha Hirsch und weiteren Angehörigen. Damit wird ein familiäres Umfeld fassbar; die hier benutzten Internetnachweise ersetzen allerdings keine eingesehenen Geburts- und Familienregister.

Belege: Q267-01; Q267-04; Q267-05; Q267-07

Einordnung: Datum im archivischen Findbucheintrag; Familienbezüge aus städtischer Darstellung und Anzeige.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Vor der Ankunft in FürthD267-04 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 8

Abschnitt: D267-04

Thema: Vor der Ankunft in Fürth

Artikeltext: Die lokale Biografie führt Bayreuth, Berlin und Coburg als frühere Stationen auf. Gerade die zeitliche Abfolge bleibt noch durch Adressbücher und Personalunterlagen abzusichern. Die Familienanzeige nennt Bendorf, Berlin und Fürth, ist aber keine lückenlose Berufschronik. Eine im lokalen Artikel wiedergegebene Passangelegenheit von Januar 1939 weist auf Bemühungen um Ausreise hin. Die dort genannten möglichen Zielländer sind als Antragsangaben zu behandeln: Sie beweisen weder ein erteiltes Visum noch eine tatsächlich begonnene Reise.

Belege: Q267-01; Q267-04

Einordnung: Frühere Stationen und Passantrag nur mittelbar ausgewertet; keine Reise rekonstruiert.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

1939: Ankunft und AnstellungD267-05 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 9

Abschnitt: D267-05

Thema: 1939: Ankunft und Anstellung

Artikeltext: FürthWiki datiert den Zuzug aus Coburg auf den 24. August 1939 und eine feste Anstellung als Leiter des Hospitals auf den 1. September. Der Artikel verweist dabei auf ältere Darstellungen und die Gemeindechronik. Diese präzisen Angaben sind für die weitere Suche wichtig, werden hier aber nicht als selbst gelesener Arbeitsvertrag ausgegeben. Die Darstellung bleibt daher: Nach lokaler Überlieferung kam Daniel im August 1939 nach Fürth und übernahm im September eine Leitungsfunktion am jüdischen Hospital. Die genaue Vertragsform und die beteiligten Stellen bleiben zu prüfen.

Belege: Q267-01; Q267-03

Einordnung: Anstellungsbeginn sekundär überliefert; Vertrag nicht eingesehen.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Ärztliche Arbeit unter AusschlussD267-06 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 10

Abschnitt: D267-06

Thema: Ärztliche Arbeit unter Ausschluss

Artikeltext: Die berufliche Bezeichnung im Behördenbericht erklärt sich aus der Entrechtung jüdischer Ärzte. Die Vierte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. Juli 1938 ließ ihre Approbationen zum 30. September 1938 erlöschen. Widerrufliche Genehmigungen konnten eine beschränkte Tätigkeit ermöglichen; grundsätzlich durften die so zugelassenen Ärzte nur jüdische Patienten behandeln, mit einer im Gesetz genannten Familienausnahme. Der in der Verfolgungsverwaltung verwendete Ausdruck Krankenbehandler bezeichnet deshalb keine fehlende medizinische Ausbildung, sondern einen erzwungenen rechtlichen Status. Daniels individuelle Genehmigungsakte ist hier nicht eingesehen.

Belege: Q267-02; Q267-06

Einordnung: Gesetzesdruck visuell geprüft; allgemeine Regel und individueller Bescheid getrennt.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Eine ungeklärte LeitungsüberschneidungD267-07 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 11

Abschnitt: D267-07

Thema: Eine ungeklärte Leitungsüberschneidung

Artikeltext: Die Hospitalgeschichte darf aus Daniels Anstellung keine nahtlose Nachfolge ableiten. Für Moritz Hirschmann nennt die lokale Überlieferung eine Chefarztzeit von 1938 bis April 1942; Daniels Leitungsbeginn wird bereits für September 1939 angegeben. Beide Zeitangaben überschneiden sich deutlich. Möglich wären unterschiedliche Verantwortungsbereiche oder ungenaue spätere Amtsbezeichnungen, doch dafür liegt noch kein Organisationsplan vor. Im Master werden daher beide überlieferten Funktionen nebeneinander beschrieben. Eine Aufteilung in ärztliche Leitung, Geschäftsführung oder Ehrenamt wird nicht nachträglich erfunden.

Belege: Q267-01; Q267-08

Einordnung: Offener Funktionsvergleich; keine glatte Amtsfolge.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Hospital, Wohnung und VersorgungD267-08 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 12

Abschnitt: D267-08

Thema: Hospital, Wohnung und Versorgung

Artikeltext: Der Hospitalstandort Theaterstraße 36 ist von der für Daniel genannten privaten Anschrift Theaterstraße 43 zu unterscheiden. Eine nahe gelegene Wohnung beweist keinen zusätzlichen Klinikstandort. Die Chronik beschreibt das Hospital noch nach den Deportationen von September 1942 als weiter arbeitende Einrichtung, die auch Patienten von außerhalb aufnahm. Für Daniels Tagesablauf, einzelne Behandlungen oder Operationen liegen in diesem Block keine Krankenjournale vor. Seine medizinische Verantwortung ist daher im institutionellen Zusammenhang darzustellen, ohne ihm unbelegte Behandlungsfälle zuzuschreiben.

Belege: Q267-01; Q267-03, PDF S.19 und 21

Einordnung: Hausnummern nicht vereinheitlichen; keine erfundenen Patientenkontakte.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Juni 1943: Flucht und VerhaftungD267-09 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 13

Abschnitt: D267-09

Thema: Juni 1943: Flucht und Verhaftung

Artikeltext: Im Nachtrag der Gemeindechronik wird Daniels Flucht auf den 17. Juni 1943 bezogen, den Tag der dort geschilderten letzten größeren Deportation und der Schließung jüdischer Einrichtungen. Der Regierungspräsident berichtete dagegen am 7. September, Daniel habe sich am 18. Juni seiner vorgesehenen Deportation durch Flucht entzogen. Der Tagesunterschied bleibt bestehen. Er kann ohne zusätzliche Unterlagen nicht dadurch aufgelöst werden, dass man einen der beiden Texte stillschweigend umdatiert. Die Verhaftung und Einlieferung in das Fürther Gerichtsgefängnis werden im Behördenbericht ausdrücklich mitgeteilt.

Belege: Q267-02; Q267-03, PDF S.22

Einordnung: 17./18. Juni als Quellendifferenz; keine erfundene Uhrzeit oder Fluchtroute.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Der Tod am 30. August 1943D267-10 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 14

Abschnitt: D267-10

Thema: Der Tod am 30. August 1943

Artikeltext: Der Bericht des Regierungspräsidenten von Ober- und Mittelfranken für August 1943 nennt Daniels Tod am 30. August im Gerichtsgefängnis Fürth und berichtet einen Suizid. Überliefert ist er in der wissenschaftlichen Quellenedition von Otto Dov Kulka und Eberhard Jäckel, Dokument 702, gedruckte Seite 529; als Archivvorlage wird BayHStA, StK 106679 genannt. Damit lässt sich die bisherige offene Tagesdatierung präzisieren. Gelesen wurde die Edition, nicht die vollständige Originalakte. Der Bericht dokumentiert die Sicht der Verfolgungsbehörde und begründet keine psychologische Erklärung seines Handelns.

Belege: Q267-02

Einordnung: Todesdatum und Haftort zeitgenössisch berichtet; Sterberegister weiterhin ausstehend.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Eine verspätete FamiliennachrichtD267-11 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 15

Abschnitt: D267-11

Thema: Eine verspätete Familiennachricht

Artikeltext: Die erhaltene Familienanzeige ist ein eigener Beleg des Erinnerns. Sie nennt den geliebten Bruder Dr. Leo Daniel und Angehörige in Palästina und den Vereinigten Staaten. Zugleich setzt sie seinen Tod an den Anfang des Jahres 1944. Das widerspricht dem zeitgenössischen Verwaltungsbericht von September 1943. Die Anzeige bleibt deshalb als Zeugnis der familiären Nachrichtensituation erhalten, wird aber nicht zur Grundlage des präzisen Todesdatums gemacht. Ohne sichtbaren Zeitungskopf und Ausgabedatum lässt sich aus dem Bild auch kein genaues Veröffentlichungsdatum gewinnen.

Belege: Q267-04; Q267-02

Einordnung: Familienanzeige ist kein Sterberegister; abweichende Jahresangabe offengelegt.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

Was die Nachkriegsakte erschließtD267-12 · Originalblatt V267_DANIEL, Excel-Zeile 16

Abschnitt: D267-12

Thema: Was die Nachkriegsakte erschließt

Artikeltext: Die Deutsche Digitale Bibliothek verzeichnet beim Landesarchiv Berlin eine Wiedergutmachungsakte von 1959 zu Dr. Leo Daniel, geboren am 24. März 1893, verstorben, zuletzt wohnhaft in Fürth. Die Signatur lautet B Rep. 025-05 Nr. 20820/59, dazu 53 WGA 20820/59. Dieser Nachweis eröffnet einen konkreten nächsten Rechercheweg zu Vermögen, Antragstellern und möglicherweise Familienkontakten. Er beweist für sich weder die Bewilligung einer Entschädigung noch deren Höhe. Die Akte selbst wurde nicht eingesehen; der Artikel endet deshalb mit einem belastbaren Findhinweis und keiner vorweggenommenen Fallgeschichte.

Belege: Q267-05

Einordnung: Findbucheintrag gelesen; Akteninhalt und Ausgang des Verfahrens offen.

Übernahmeart: quellengetreue Forschungsposition · keine automatische Sach-, Personen-, Bildrechts- oder Publikationsfreigabe.

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Quelle: Fuerther_Medizin_GESAMTMASTER_v270_Hospiz_Altersmedizin_20261021.xlsx · SHA-256: c9c89a59b88635c99beb5392bca95e4b629da51d3c325de530bc4c83aece5987