Fürther Gaststätten · Historische Biografie
Kandel an Mohrenstraße 32: Wirt, Wirtin und Namensspuren
Johann Michael Kandel wird 1891 und 1901 als Wirt an Mohrenstraße 32 geführt. Der Abgleich stärkt so eine zehnjährige Personen- und Ortskontinuität. Die 1901er Zeile nennt jedoch den Lokalnamen „Zu den Weinbergen“ nicht. Für 1936 berichtet Kuntermann vom 50-jährigen Bestehen der Gaststätte und nennt Babette Kandel als langjährige Wirtin; rückblickend deutet das auf einen Beginn…
Geschichte und Lebensweg
Johann Michael Kandel wird 1891 und 1901 als Wirt an Mohrenstraße 32 geführt. Der Abgleich stärkt so eine zehnjährige Personen- und Ortskontinuität. Die 1901er Zeile nennt jedoch den Lokalnamen „Zu den Weinbergen“ nicht. Für 1936 berichtet Kuntermann vom 50-jährigen Bestehen der Gaststätte und nennt Babette Kandel als langjährige Wirtin; rückblickend deutet das auf einen Beginn um 1886, ersetzt aber keinen direkten Konzessionsbeleg dieses Jahres. Ein Stadtarchiv-/DDB-Katalogtitel nennt außerdem zwei benachbarte Gaststätten an Mohrenstraße 30 und 32 und verbindet Grete Kandel mit „Zum Weinberg“.
Diese Quellen bilden ein außergewöhnlich dichtes Ortsnetz: die nummerierten Nachbarlokale, der Wirt Johann Michael, die spätere Wirtin Babette und der katalogisierte Name Grete. Sie reichen dennoch nicht, um alle Kandel-Namen als dieselbe Person, Familie oder lückenlose Firmenfolge zu behandeln. Grete und Babette könnten über Quellenvarianten oder Generationen miteinander zusammenhängen, aber die Personenstandsbrücke ist offen; Johann Michael ist ebenfalls nicht genealogisch verknüpft. Mohrenstraße 30 mit Richard Höhl bleibt ein eigener Betrieb.
Die beste vorläufige Biografie hält darum zwei Aussagen nebeneinander: Johann Michael Kandel betrieb 1891/1901 eine Wirtschaft an Nr. 32; Babette Kandel stand 1936 als langjährige Wirtin „Zu den Weinbergen“ in der örtlichen Erinnerung. Der Betriebsknoten und der Adressanker sind stärker als der derzeit nicht belegte Familienverband.
Überlieferte Personen und Stationen
Johann Michael Kandel
Mohrenstraße 32, Wirt 1891/1901.
Wirt an Mohrenstraße 32 sowohl 1891 als auch 1901. Diese zehnjährige Wiederkehr belegt eine stabile Personen- und Standortspur, nicht aber einen lückenlosen Konzessions- oder Eigentumsverlauf. Der spätere Betrieb „Zu den Weinbergen“ ist am Ort durch weitere Quellen sichtbar; Namen und Verwandtschaft der Betreiber über die Jahrzehnte bleiben offen.
Babette Kandel
1936 als langjährige Wirtin; Jubiläumszählung setzt den Betrieb rückblickend um 1886 an.
Ein Jubiläumsbericht vom 16.12.1936 nennt Babette Kandel als langjährig tätige Wirtin von „Zu den Weinbergen“ in Mohrenstraße 32 und feiert ein 50-jähriges Bestehen. Das ist eine seltene Frauenbiografie aus einer zeitnahen Fürther Quelle: Sie hält eine konkrete Gaststätte und Betreiberin fest, rückblickend etwa bis 1886. Der Rückblick zeichnet keine einzelnen Jahre oder Rechtsformen nach.
Historische Zuordnungen und Abgrenzungen
Johann Michael Kandel: Grete Kandel (DDB) und Babette Kandel (1936) sind getrennte Personenknoten, bis eine Personenstandsbrücke vorliegt. Nr. 30 mit Richard Höhl nicht mit Nr. 32 verbinden.
Babette Kandel: Jubiläumsjahr ist kein exakt datierter Konzessionsbeginn. Nicht mit Johann Michael Kandel oder der im DDB-Titel genannten Grete Kandel identifizieren.
Quellen und Literatur
- [1]1891BSB · Scan 433; Kontextfortsetzung Scan 434: Bierwirtschaften, Restaurationen
- [2]Adress- und Geschäfts-Handbuch von Fürth 19011901 · u.a. Scans 55, 331https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12067866/
- [3]Fürth 1936 / Kuntermann1936 · 9.5.1936 und 16.12.1936https://www.fuerthwiki.de/wiki/images/f/fb/Kuntermann_1936.pdf
- [4]Mohrenstraße 30 + 32, zwei Gaststätten nebeneinander: Richard Höhl und Grete Kandel (Gaststätte zum Weinberg)undatiert; Katalogdatensatz geprüft 14.10.2026 · Katalogtitel nennt zwei Gaststätten an Nr.30/32 und ordnet Grete Kandel der Gaststätte Zum Weinberg zu; Katalogklassifikation bestätigt den Lokalnamen.https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/DZ2HBQ62MOF3PRDCYCYFM2SZWHGQADOI; Signatur HL 1156
Weitere nachgewiesene Fundstellen
AB1891 Scan 433; AB1901 Scan 159; Kuntermann 16.12.1936; DDB HL 1156.
Kuntermann 16.12.1936; DDB DZ2HBQ62MOF3PRDCYCYFM2SZWHGQADOI, Signatur HL 1156.
Weitere Forschungsfragen
Jahrgänge 1886–1936 im Original nach Personen, Lokalnamen und Konzessionen kollationieren; Sterbe-/Heiratsregister für Johann, Grete und Babette; Hausakten Nr. 30/32 trennen.
Forschungsstand und historische Abgrenzungen
Die Darstellung beruht auf datierten Personen- und Betriebsnachweisen. Sie belegt nicht automatisch Eigentum, Familienbeziehungen oder den ununterbrochenen Fortbestand eines Lokals.
Einzelne Vor- und Nachfolger, historische Hausnummern und persönliche Beziehungen bleiben offen, wo die Originalquellen keine eindeutige Zuordnung erlauben.