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Fürther Biografien · Handel und Familiengeschichte
Josef Sahlmann – ein Handelshaus, das Familie und Stadt verband
Die Maxstraße 29 vereinte Wohnung, Kontor, Lager und eine Hopfendarre. Josef Sahlmann, 1875 in Fürth geboren, übernahm das Anwesen nach dem Tod seines Vaters zusammen mit seinem Bruder Richard. Seine Lebensgeschichte führt von Fürths Hopfenhandel zur Verfolgungsgeschichte seiner Familie.
Ein Sohn der Fürther Hopfenhändlerfamilie
Josef wurde am 9. Juli 1875 als Sohn des Hopfenhändlers Sigmund Sahlmann und seiner Frau Nanni, geborene Sulzbacher, geboren. Das Bamberger Gedenkbuch bestätigt diese Eltern und nennt seinen Tod am 3. Februar 1938 in Fürth. Er ist nicht mit Joseph Sahlmann, geboren 1866 als Sohn von Anton und Betti Sahlmann, oder dem bereits 1866 verstorbenen Vorfahren zu verwechseln.
Das Anwesen Maxstraße 29
Sigmund Sahlmann hatte das Haus 1868 gekauft und im Hof eine Hopfendarre eingerichtet. Die auf historischen Katastern beruhende Untersuchung von Gisela Naomi Blume beschreibt Wohnhaus, Lagergebäude, Hopfenhalle, Waschhaus und Hof. 1903 übernahmen seine Söhne Richard und Josef das Anwesen und ließen ein weiteres Lagerhaus anbauen. Das zeigt, wie eng in Fürth Wohnen, Verarbeitung, Lagerung und überregionaler Handel miteinander verbunden waren. Welche Aufgaben Josef persönlich im täglichen Geschäft übernahm, bleibt anhand von Firmenakten weiter zu erforschen.
Familie, Nürnberg und die Zeit nach seinem Tod
Am 10. November 1905 heiratete er in Dresden Paula Sofie Frank aus Bamberg. Ihr Sohn Georg wurde am 12. Dezember 1906 in Fürth geboren. Die Quellen nennen seinen zweiten Vornamen abweichend Simon beziehungsweise Sigmund; daraus entsteht kein Beweis für zwei verschiedene Kinder. 1918 verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Nürnberg. Josef starb 1938 in Fürth.
Die Katasterstudie dokumentiert für die Maxstraße einen Eigentumswechsel am 14. Oktober 1938. Da Josef schon im Februar gestorben war, kann er diesen Verkauf nicht selbst vorgenommen haben. Wer die Urkunde unterzeichnete und unter welchen Umständen die Übertragung geschah, muss anhand des Grundbuchs und gegebenenfalls der Rückerstattungsakten geklärt werden.
Josefs Witwe Paula floh im August 1939 nach Frankreich. Am 31. Juli 1944 wurde sie mit dem Konvoi 77 von Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Diese Verfolgung ist Teil des späteren Familienschicksals, nicht eine von Josef selbst erlebte Deportation. Ihr eigener Lebensweg wird gesondert erzählt.