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Menschen · Familien- und Wirtschaftsgeschichte
Nanni Sahlmann – vom Mühlhausener Haushalt in den Fürther Hopfenhandel
Nanni Sulzbacher gehört zu den Frauen, deren Lebenswege in Geschäftsakten vor allem durch ihre Familienbeziehungen sichtbar werden. Die überlieferten Unterlagen ermöglichen es, ihren Ortswechsel nach Fürth und das wirtschaftliche Umfeld ihrer Kinder nachzuzeichnen, ohne ihr eine unbelegte Rolle als Firmeninhaberin zuzuschreiben.
Ein neuer Wohnort für eine Handelsfamilie
Nach der archivgestützten Familienforschung von Heinz und Thea Ruth Skyte wurde Nanni am 31. Juli 1834 in Mühlhausen geboren. Sie heiratete Sigmund Sahlmann aus Burghaslach. Die Kinder Ida, Richard und Mathilde kamen noch in Mühlhausen zur Welt. Erst nach Sigmunds Antrag von 1861 auf eine Niederlassung in Fürth wurde die aufstrebende Handelsstadt zum Lebensmittelpunkt der Familie. Die Entscheidung vom 16. Januar 1862 ist in der Familienuntersuchung wiedergegeben; das amtliche Original muss gesondert geprüft werden.
Wohnen und Handel an der Maxstraße
Die katastergestützte Untersuchung von Gisela Naomi Blume dokumentiert das Anwesen Maxstraße 29. Sigmund kaufte das Haus 1868 und ließ im Hof eine Hopfendarre einrichten. In den folgenden Jahrzehnten kamen Lager- und Betriebsflächen hinzu. Die Geschichte dieser Adresse zeigt, wie eng Wohnräume und Handel in Fürth nebeneinander lagen. Aus dem Eigentum Sigmunds ergibt sich jedoch kein Nachweis, dass Nanni selbst Eigentümerin oder Geschäftsführerin war.
Kinder und ein weit verzweigtes Familienleben
In Fürth wurden weitere Kinder geboren. Die Familienrekonstruktion dokumentiert frühe Todesfälle und zahlreiche spätere Heiraten. Nach Nannis Tod am 13. April 1894 führten die Angehörigen ihre Lebenswege fort. Ihr Sohn Josef übernahm 1903 zusammen mit Richard die Maxstraße 29. Mehrere Nachkommen wurden Jahrzehnte später unter dem Nationalsozialismus verfolgt. Das ist eine spätere Familiengeschichte; Nanni selbst erlebte diese Zeit nicht.
Eigenständige Briefe oder eine dokumentierte Berufstätigkeit Nannis liegen bislang nicht vor. Die rekonstruierbaren Lebensstationen verweisen auf die bisher zu wenig erzählte Geschichte von Familien, deren Alltag die gewerbliche Entwicklung Fürths begleitete.
Quellen
- [1]Heinz und Thea Ruth Skyte: The Sahlmanns in Fuerth, Familienforschung mit Archivverweisen
- [2]Gisela Naomi Blume: Maxstraße 29, Kataster- und Hausgeschichte
Geburts-, Trauungs- und Sterbeoriginale sind noch zu prüfen. Die Hausgeschichte belegt den Betrieb der Familie, nicht Nannis eigene Tätigkeit darin. Auf Bilder ungeklärter Nutzungsrechte wird verzichtet.