Stadt Fürth

Kleeblattmuseum · Stadtteilgeschichte

Die Hardhöhe: vom Flugplatz zum Stadtteil

Die Fürther Hardhöhe erzählt von Luftfahrt und Industrie, NS-Zwangsarbeit, jüdischen Überlebenden nach 1945 und dem Aufbau einer neuen Wohnstadt.

Flugplatz, Flugzeugindustrie und Zwangsarbeit

Bevor die neue Wohnstadt entstand, war das Gelände durch den Flugplatz und die Flugzeugindustrie geprägt. 1916 erwarben die Gothaer Waggon- und Flugzeugwerke Flächen für den Flugplatz. Während des Zweiten Weltkriegs war die Firma Bachmann, von Blumenthal & Co. (BBF) in der Flugzeugproduktion und -reparatur tätig. Die Forschung dokumentiert in diesem Zusammenhang auch den Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen.

Die Luftfahrtgeschichte der Hardhöhe ist deshalb nicht nur Technikgeschichte, sondern auch Teil der Geschichte nationalsozialistischer Ausbeutung. Für einzelne Lagerstandorte und Personen sind weitere archivalische Zuordnungen erforderlich.

Die ältere Hardsiedlung

Schon in den 1920er-Jahren entstanden Wohnhäuser der Hardsiedlung. Der Bauverein Fürth dokumentiert frühe Bestände unter anderem in der Quäkerstraße, Siedlerstraße und Albrechtstraße. Diese ältere Siedlung ist von der später geplanten Wohnstadt Hardhöhe zu unterscheiden.

Die historischen Hausnummern sind wertvolle Anhaltspunkte für die Adressgeschichte. Sie beweisen jedoch für sich genommen nicht, dass die betreffenden Häuser nach 1945 beschlagnahmt waren.

1945/46: Das jüdische DP-Lager Hardhöhe

Nach Kriegsende fanden jüdische Überlebende der NS-Verfolgung auf der Hardhöhe vorübergehend Unterkunft. Nach Angaben des Hauses der Bayerischen Geschichte wurden dafür etwa 50 Häuser beschlagnahmt; im Oktober 1945 kamen drei Wohnblocks hinzu. Das Lager Hardhöhe und das weitere Lager Finkenschlag müssen getrennt betrachtet werden.

Fürth betreffende Listen aus dem Jahr 1946 sind in den Arolsen Archives überliefert. Die Namen daraus dürfen nicht ohne zusätzlichen Wohnortnachweis ausschließlich der Hardhöhe zugeordnet werden. Ebenso sind konkrete Hausnummern des Lagers bislang nicht hinreichend belegt.

Von der Nachkriegsfläche zur Wohnstadt

Ab Mitte der 1950er-Jahre wurde die Hardhöhe planmäßig als Wohnstadt entwickelt. Wohnungsbau, Schulen, Kirchen und Geschäfte veränderten das Gebiet grundlegend. Die neue Siedlung wuchs auf dem Gelände und in der Nachbarschaft der älteren Hardsiedlung. Der U-Bahn-Anschluss im Dezember 2007 verstärkte die Verbindung zur übrigen Stadt.

Die Entwicklung der Hardhöhe verbindet Stadtplanung mit den Lebensgeschichten der Menschen, die hier wohnten, arbeiteten und zur Schule gingen.

Historische Bilder

Historische Luftaufnahmen, Bestandsfotos des Bauvereins und Aufnahmen aus dem Stadtarchiv sind für die Bebilderung vorgesehen. Bis die Urheber- und Nutzungsrechte für einzelne Dateien geklärt sind, werden keine fremden Fotos ungeprüft eingebunden.

Menschen der Hardhöhe

Die Geschichte des Stadtteils wurde von vielen Menschen geprägt. Drei quellenkritisch ausgearbeitete Biografien stellen Mojsze Birowicz, Emil Kroo und Friedrich Hirsch vor.

Zu den Biografien →

Weitere Biografien

Vier weitere Lebensgeschichten beleuchten die jüdische Nachkriegsgemeinschaft, die genossenschaftliche Wohnungswirtschaft und die ältere Siedlungsplanung.

Jean Mandel, David Spiro, Hans Schmid und Hermann Herrenberger →

Quellen und weiterführende Literatur

Weitere Themen der Fürther Stadtgeschichte →