Ärztinnen und Ärzte
Georg Tobias Christoph Fronmüller – Arzt und Chronist einer wachsenden Stadt
Georg Tobias Christoph Fronmüller, 1809 geboren, war Arzt und Medizinalrat in Fürth. Jahrzehntelang war er mit dem städtischen Krankenhaus verbunden. Zugleich beschäftigte er sich als Forscher und Autor mit der Geschichte seiner Heimatstadt.
Seine „Chronik der Stadt Fürth“ machte ältere Ereignisse für kommende Generationen zugänglich. Daneben veröffentlichte er medizinische Schriften, unter anderem zur Behandlung der Krätze und zum sogenannten Sandbad. Seine Tätigkeit erinnert daran, dass Ärzte des 19. Jahrhunderts oft auch Aufgaben in Wissenschaft, Bildung und städtischem Vereinsleben übernahmen. Fronmüller starb 1889.
Sein ärztlicher Berufsalltag ist auch außerhalb späterer Biografien fassbar. Max von Pettenkofer nannte in einer 1873 veröffentlichten Untersuchung zur Cholera in Fürth einen Krankenhausarzt Fronmüller. Diese zeitgenössische Nennung verbindet die Geschichte des städtischen Krankenhauses mit der Untersuchung der Choleraereignisse von 1854. Die gleichzeitige Existenz weiterer Ärzte namens Fronmüller macht eine eindeutige Zuordnung jeder historischen Fundstelle besonders wichtig.
Fronmüller hinterließ mehr als eine Ortschronik. Die Deutsche Digitale Bibliothek verzeichnet ihn als Arzt und nennt neben der „Chronik der Stadt Fürth“ medizinische Arbeiten über eine neuartige Krätzebehandlung sowie über ein künstliches Sandbad im Zusammenhang mit der Cholera. Diese Titel machen deutlich, dass seine ärztliche und wissenschaftliche Tätigkeit auch aktuelle Therapie- und Hygienevorstellungen des 19. Jahrhunderts aufgriff. Aus den Werklisten allein lässt sich weder die Wirksamkeit der beschriebenen Verfahren noch ihr tatsächlicher Einsatz in Fürth belegen.
Weitere Lebensgeschichten
Quellen und Literatur
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/116840234
- https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10373413?page=5
- https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Ueber_den_gegenw%C3%A4rtigen_Stand_der_Cholera-Frage_und_%C3%BCber_die_n%C3%A4chsten_Aufgaben_zur_weiteren_Ergr%C3%BCndung_ihrer_Ursachen_%28IA_b22354396%29.pdf