Nebengebäude · Quellengebundenes Forschungsdossier
Das gesonderte Infektionskrankenhaus am Klinikum
Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.
Geschichte und Nutzung
Zum historischen Krankenhauskomplex gehört eine langgestreckte, zweigeschossige Anlage mit Walmdach und vorspringenden Eingängen: das ehemalige Infektionskrankenhaus. Die amtliche Denkmalliste datiert es auf ungefähr 1931/35. Seine Lage neben dem Hauptbau erinnert daran, dass die Fortschritte der Klinikplanung nicht alle Aufgaben unter einem Dach auflösen konnten; die Versorgung ansteckend Erkrankter erforderte weiterhin besondere bauliche Lösungen.
Aus der Denkmalkategorie lassen sich weder einzelne Krankheitsschwerpunkte noch die damaligen Isolationsregeln oder Namen der leitenden Ärzte ableiten. Gerade dafür wären Pläne und Hygieneverordnungen eine lohnende Fortsetzung.
Vertiefung v199: Für das ehemalige Infektionskrankenhaus lässt sich inzwischen eine ungewöhnlich lange Nachnutzungsgeschichte erzählen. Der um 1931 geschaffene, vom Hauptbau getrennte Trakt blieb als eigener Baukörper bestehen und wird von einem beteiligten Architekturbüro später ausdrücklich als geriatrische Rehabilitationsstation beschrieben. Keim Architekten dokumentieren dafür eine energetische Modernisierung 2009–2010 im laufenden Betrieb: ansichtsgleicher Wärmedämmputz, entsprechende Fenster und eine Vorbereitung für den Dachausbau. Damit wird aus dem früheren Isolationsbau ein Beispiel dafür, wie ein Klinikgebäude seine medizinische Aufgabe wechselt, ohne dass sein baugeschichtlicher Kern verschwindet.
Quellenbasierter Nachtrag v200
In der Projektdokumentation des Sanierungsarchitekten lässt sich auch der Grundriss des Infektionsbaus genauer fassen: ein zweigeschossiger, neunzehnachsiger Bau mit vorwiegend nach Süden ausgerichteten Krankenzimmern, drei Treppenhäusern und Funktionsräumen überwiegend zur Nordseite. Für die großen Fenster nennt die Beschreibung 1,60 Meter Breite und 3,00 Meter Höhe. Die Sanierung 2009/10 schloss neue Fenster und einen dem Bestand nachgebildeten Wärmedämmputz ein. Der heutige Rehabilitationsbetrieb ist damit im historischen Gebäude nachgewiesen; das Gründungsjahr der geriatrischen Rehabilitation 1996 bezeichnet dagegen nicht zwingend ihren Einzug in diesen Bau.
Baugeschichte und historische Adressen
Denkmal- bzw. Objektvermerk: D-5-63-000-489
Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.
Offene Fragen und Quellenkritik
Bauakte, exakt datierte Eröffnung, Belegungslisten und Funktionen prüfen.
Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.
Quellen und Nachweise
- https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf#page=86
- https://www.keim-architekten.de/projekte/2009-02-geriatrie-klinikum-fuerth/
- https://www.klinikum-fuerth.de/de/medizin/klinik-fuer-geriatrie/schwerpunkte/geriatrische-rehabilitation.php
Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.