Krankenhäuser · Quellengebundenes Forschungsdossier
Kinderspital an der Theresienstraße 34
Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.
Geschichte und Nutzung
An der Theresienstraße 34 ist im Fürther Sanitätsadressbuch ein Kinderspital nachgewiesen. 1899 nennt es Dr. Wilhelm Mayer als Hausarzt. Der Eintrag ist eine seltene personenscharfe Verbindung von Adresse, medizinischer Einrichtung und ärztlicher Funktion. Eine spätere stadtgeschichtliche Darstellung bezeichnet 1889 als Beginn des Kinderspitals unter Beteiligung des St.-Johannisvereins und der Augsburger Diakonissen. Andere Rückblicke führen die Kinderspitalfürsorge noch weiter zurück; zwischen Gründung, Standort und baulicher Erweiterung ist deshalb genau zu unterscheiden.
Die amtliche Denkmalliste beschreibt unter der benachbarten Nummer 30 ein ehemaliges Krippen- und Kinderspitalgebäude. Daraus lässt sich noch nicht schließen, dass Nummer 30 und Nummer 34 im 19. Jahrhundert ein einziges Anwesen waren. Gerade diese offene Nachbarschaft macht den Fall wichtig: Ein Gebäude kann in heutigen Denkmalakten anders adressiert sein als ein damaliger Träger in den Adressbüchern. Die ärztliche und soziale Geschichte ist gesichert genug für einen Standortartikel; die bauliche Konkordanz muss zusätzlich erforscht werden.
Menschen, Zeitspuren und Hausregister – Ergänzung v198
Die 1893er Adressquellen nennen Wilhelm Mayer als Hausarzt des Kinderspitals an der Theresienstraße 34. Dadurch erhält das Gebäude einen konkret benannten medizinischen Ansprechpartner; seine Geburtsdaten und die Laufzeit der Dienstbeziehung werden allein durch das Adressbuch nicht belegt. Ein weiterer Eintrag für 1899 bestätigt die Einrichtung als historisch sichtbaren Standort. Diese Quellenfolge belegt einen medizinischen Nutzungsort, sie beweist nicht, dass sich das Bauwerk Theresienstraße 34 mit dem denkmalgeschützten späteren Krippengebäude Theresienstraße 30 deckt. Eine Gebäudeerzählung muss diese beiden Hausnummern sorgfältig auseinanderhalten.
Quellenbasierter Nachtrag v200
Das Stadtarchiv hat eine fotografische Überlieferung des Kinderspitals unter der Signatur A 5571 erschlossen. Sie bietet einen konkreten Ansatz, Fassadenteile und spätere Erweiterungen zu prüfen, ersetzt aber keine datierte Bauakte und gewährt nicht automatisch freie Bildrechte. Die 1969 eröffnete Kinderklinik auf dem Klinikgelände löste das ältere Kinderspital ab; ein Presse-Rückblick von 2016 nennt für den eigenständigen Neubau 200 Plätze und Baukosten von 12,5 Millionen Mark. Gerade diese Differenz schützt davor, Besuchsregeln oder Ausstattung von 1969 auf die Theresienstraße des 19. Jahrhunderts zu übertragen.
Vertiefung v201 — Die historische Tiefenschärfe reicht weiter zurück als die oft genannte späte Gründung: Oliver Bender nennt anhand von Mair/Ott für Theresienstraße 34 bereits 1859 die Begründung eines Kinderspitals und eine wesentliche Erweiterung um 1900. Das ist ein quellengebundener Hinweis auf die Entwicklung des Standortes, kein Nachweis, dass von 1859 bis zum Erweiterungsbau jede Behandlung im unveränderten Baukörper stattfand. Der Stadtarchiv-Bildkatalog bezeichnet ebenfalls ein Kinderspital an der Theresienstraße 34 (A 5571). Die gegenwärtig offenen Objektgrenzen zur amtlich erfassten Krippenanstalt Theresienstraße 30 bleiben bestehen.
Baugeschichte und historische Adressen
Hinweis zum Häuserregister: H-00179
Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.
Offene Fragen und Quellenkritik
Unterschied zwischen 1859er Kinderspitalgeschichte, 1889er Anstaltsbeginn und Theresienstraße 30/34 baulich aufklären.
Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.
Quellen und Nachweise
- https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12027657/499
- https://dokumen.pub/frth-von-a-bis-z-ein-geschichts-lexikon.html
- https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00071440/Verzeichnis%20der%20Krankenh%C3%A4user_1953.pdf
- https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12067231/186
- https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12067866/469
- https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12067230/178
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/TDTSJLZM6UL3NQMPGA3AHXUGOELIBPO5
- https://www.nordbayern.de/fuerth/trost-durchs-fenster-furths-alte-kinderklinik-ist-geschichte-1.5382667
- https://fis.uni-bamberg.de/bitstream/uniba/9/1/Dokument_1.pdf#page=164
Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.