Stadt Fürth

Apotheken · Forschungsfrage – noch zu prüfen

Löwenapotheke – Apothekenstandort im Fürther Adressnetz

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Königsstraße 38
Überlieferter Zeitraum
Früher jüdischer Hausort mit Mikwe (vor 1650 nach Blume); christliche Löwen-Apotheke ab 1728; Neubauphasen nach 1791
Einrichtung oder Nutzung
Apotheken
Forschungsstand
Forschungsfrage – noch zu prüfen

Geschichte und Nutzung

Die Löwenapotheke erscheint im medizinischen Forschungsbestand als Apothekenstandort an der Adresse Königsstraße 38. Die Stadtgeschichte der Arzneimittelversorgung war eng mit der Entwicklung von Ladengeschäften, Konzessionsrechten und den Berufen der Apotheker verbunden. Das historische Haus ist als Standort fassbar; ein konkreter Neubau, das Inventar und die personelle Betreiberfolge sind bislang nicht durchgängig dokumentiert.

Eine spätere Apotheke gleichen Namens muss nicht dieselbe Parzelle, dieselbe Konzession oder denselben Inhaber besitzen. Für eine eigentliche Gebäudebiografie werden die datierten Adressbücher, Konzessionsakten und die amtliche Nummernkonkordanz benötigt.

Menschen, Zeitspuren und Hausregister – Ergänzung v198

Das Adressmaterial von 1891 nennt Johann Friedrich Fleischauer als Apotheker an der Königsstraße 38 und ordnet hier die Löwenapotheke ein. Aus der Verbindung von Namen, Beruf und Adresse entsteht ein belastbarer Moment in der Fürther Arzneimittelgeschichte. Die unter einer früheren Anwesen-Nummer 19 I verzeichnete Löwenapotheke von 1854 und der Betrieb von 1891 sind ohne Konzession und Nummernkonkordanz aber nur Namensverwandte innerhalb der Apothekengeschichte, keine automatisch identischen Häuser.

Vertiefung v199: Neuer Häuser-Crosscheck: 1891: Johann Friedrich Fleischauer als Apotheker der Löwenapotheke in der Königsstraße 38 im Häuser-Master v176 belegt. Daraus darf keine durchgehende Baukörper- oder Personenidentität konstruiert werden; die verknüpfte Haus-ID dient als datierter Prüfpfad.

Viel früher als die Apotheke: die Mikwe des Hauses

Die bauhistorische Studie von Gisela Naomi Blume beschreibt an diesem älteren Hausort einen Wiederaufbau vor 1650 mit Gewölbe und Mikwe. Die in einer bisherigen Darstellung genannte Entstehungszeit „nach 1690“ weicht davon ab; die Datierung wird daher nicht als abschließend gesichert behandelt. Ab 1728 hatte im selben Anwesen die christliche Löwenapotheke ihren Sitz; laut dem Beitrag wurde sie erst im Juli 1974 geschlossen. Das ist eine nachweisbare Nutzungsabfolge innerhalb einer Hausgeschichte, kein Beleg dafür, dass die alte Mikwe noch während der gesamten Apothekenzeit zugänglich gewesen wäre. Der frühere Hauseigentümer Löw, ein Sohn Salomon Fromms, und spätere jüdische Eigentümer sind der Vorgeschichte des Gebäudes zuzurechnen, nicht der späteren Berufsrolle als Apotheker. Der Sandsteinbau und seine Hausnummernkonkordanz müssen als Einzelobjekt mit Bauakten geprüft werden.

Der Apothekername überdauert das Haus

Eine an Ort und Stelle dokumentierte Tafel der Fürther Jubiläumsmeile berichtet von einer älteren Apotheke des jüdischen Arztes Dr. Löw (1660–1703) und von der späteren Löwenapotheke, die 1720 neu gegründet wurde. Diese Angaben sind zunächst Aussagen der Tafel, nicht unabhängig geprüfte Geschäftsbücher. Sie schärfen die Unterscheidung zwischen der frühen ärztlich-pharmazeutischen Nutzung, dem späteren Apothekenbetrieb und dem aktuell sichtbaren Gebäude. Die im Medizin-Master erwähnte Mikwe im selben historischen Haus und der Apothekername sind auch keine Belege für eine durchgehend jüdische oder durchgehend christliche Betreiberfolge.

Weitere historische Quellen und Verbindungen

Die folgenden Hinweise stammen aus den zusammengeführten FürthWiki-Forschungsblöcken v232 bis v242. Ortsbezug bedeutet keine automatische Gleichsetzung benachbarter oder mehrfach beschriebener Gebäude.

1941

Später Betreiberwechsel zur Familie Schauwecker

FürthWiki verzeichnet die Übernahme der Löwen-Apotheke 1941 durch Kurt Schauwecker. Es ist ein wichtiger Endpunkt der früheren Familiengeschichte bis 1945.

Zu prüfen: Die 1974 geschlossene Apotheke und die spätere Altstadtsanierung sind Nachkriegskontext, nicht automatisch ein Befund zur Situation 1941.

Quellenbeleg ↗

1854–1891

Fleischauer-Namenskette im vorhandenen Master

Der Gesamtmaster nennt Jakob Fleischauer 1854 als Besitzer, Friedrich Fleischauer 1870 als Apotheker und Johann Friedrich Fleischauer 1891 an der Königstraße 38. FürthWiki erschließt weitere Träger der Apotheke über fünf Generationen.

Zu prüfen: Die beiden verschiedenen historischen Namens- und Adressbuchreihen sind nicht durch bloße Übereinstimmung des Familiennamens aufzulösen. Keine Gleichsetzung mit dem Arzt Ernst Fleischauer.

Quellenbeleg ↗

1777/1791/1812

Die Apothekerfamilie Fleischauer und Christian Georg Kühnlein

Die Hofmann-Witwe heiratete 1777 Nicolaus Christoph Fleischauer. Ihre Nachfolgerin heiratete 1791 den Apothekenprovisor Christian Georg Kühnlein; 1812 wird Johann Conrad Fleischauer als Übernehmer beschrieben.

Zu prüfen: Die drei familiären Vorgänge sind nicht ein einziger Eigentumswechsel. Personen und Generationen anhand der originalen Heirats- und Apothekenakten prüfen.

Quellenbeleg ↗

12. Januar 1729

Ein eigenständiges Privileg am späteren Standort Königstraße 38

FürthWiki referiert ein Privileg von 1729 für Johann Hofmann; die spätere christliche Löwen-Apotheke an der Königstraße 38 wird ausdrücklich von der älteren jüdischen Apotheke getrennt.

Zu prüfen: Der Name Löwen-Apotheke und der Standort sind nicht dieselbe juristische oder bauliche Kontinuität wie die historische Apotheke am Königsplatz 2.

Quellenbeleg ↗

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Vertiefung v245: jüdische Apotheken- und Häusergeschichte

Neu erschlossene Häuser- und Apothekengeschichte. Die folgenden datierten Beobachtungen sind keine Beweise für identische Baukörper, Besitzer oder Konzessionen. Grundakten und historische Hausnummern müssen im Original geprüft werden.

um 1620 bis vor 1650 · V245-011

Früher Wohnbau und Mikwe

Blume nennt einen Bau um 1620, Zerstörung 1634 und anschließenden Wiederaufbau vor 1650 mit Gewölbe und Mikwe.

Prüffrage: Das spätere Haus Königstraße 36-38 erhielt nach 1791 eine andere bauliche Form; Mikwe-Reste nicht als heutige Apothekennutzung darstellen.

Historische Quelle ↗

vor 1717 bis 1723 · V245-012

Löw Salomon, Mendel Bendit und Seligmann Benedikt

Als frühe jüdische Hausbesitzer beschreibt Blume Löw Salomon, 1717 den Hospitalverwalter Mendel Bendit und 1723 dessen Bruder Seligmann Benedikt.

Prüffrage: Hospitalverwalter bedeutet nicht Apotheker; Besitz der Adresse ist von späterer christlicher Löwen-Apotheke getrennt.

Historische Quelle ↗

ab 1728 · V245-013

Christliche Löwen-Apotheke am vormals jüdischen Hausort

Blume datiert eine christlich geführte Löwen-Apotheke an diesem Ort ab 1728, nachdem frühere Eigentümer jüdisch waren.

Prüffrage: Keine Ableitung, dass die zuvor von der Löw-Familie geführte Apotheke am Königsplatz physisch hier fortbestand.

Historische Quelle ↗

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Apothekerbiografien im Zusammenhang mit diesem Ort

Quellengebundene Personen- und Institutionenbeziehungen; keine automatische Aussage, dass eine Person jeden hier beschriebenen Baukörper besessen oder dort gewohnt hat.

Baugeschichte und historische Adressen

Hinweis zum Häuserregister: H-00452 (Adressgleichheit; Zeitstufe getrennt prüfen)

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Quelljahr, historisches Nummernsystem, Betreiber, Konzession und Bauphasen. Mikwe-Datierung vor 1650 bzw. nach 1690; jüdische Eigentümer Löw Salomon, Mendel Bendit, Seligmann Benedikt, Grundakten; Apothekerprivileg 1728 und Hausbau nach 1791 getrennt.

Jüdische Hausvorgeschichte und christliche Löwen-Apotheke sind unterschiedliche Nutzungsphasen. Blume nennt Mikwe/Wiederaufbau vor 1650, ältere Standortbeschreibung nach 1690. Keine Kontinuität aus Namensgleichheit Löw/Löwen ableiten.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://www.digitale-sammlungen.de/
  2. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11559292/395
  3. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11559292/394
  4. https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/files/JiF/Bilder/Orte/Koenigstrasse.pdf
  5. https://www.geschichtsverein-fuerth.de/index.php/menuetitel2/fgb-download/category/6-fgb-jahrgang-2011?download=16%3Afgb-heft-2-2011
  6. https://www.hmdb.org/m.asp?m=293333

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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