Apotheken · Forschungsfrage – noch zu prüfen
Sternapotheke – Apothekenstandort im Fürther Adressnetz
Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.
Geschichte und Nutzung
Die Sternapotheke erscheint im medizinischen Forschungsbestand als Apothekenstandort an der Adresse Königsstraße 74. Die Stadtgeschichte der Arzneimittelversorgung war eng mit der Entwicklung von Ladengeschäften, Konzessionsrechten und den Berufen der Apotheker verbunden. Das historische Haus ist als Standort fassbar; ein konkreter Neubau, das Inventar und die personelle Betreiberfolge sind bislang nicht durchgängig dokumentiert.
Eine spätere Apotheke gleichen Namens muss nicht dieselbe Parzelle, dieselbe Konzession oder denselben Inhaber besitzen. Für eine eigentliche Gebäudebiografie werden die datierten Adressbücher, Konzessionsakten und die amtliche Nummernkonkordanz benötigt.
Menschen, Zeitspuren und Hausregister – Ergänzung v198
Das Adressbuch 1891 verzeichnet an der Königsstraße 74 Friedrich Hänlein als Apotheker der Sternapotheke. Mit dem Betreiber ist der Standort personell fassbar. Ob er im Erdgeschoss eines eigenen Hauses arbeitete oder Mieter war, was zur Einrichtung gehörte und wann spätere Inhaber wechselten, kann das Branchenverzeichnis allein nicht beantworten.
Ein Standortwechsel als Architektengeschichte
Die Sternapotheke an der Königstraße 74 war mehr als ein Name im Branchenbuch. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege beschreibt ein dreigeschossiges spätklassizistisches Sandsteinhaus von Georg Cappeller (1843), einen Dachumbau 1886 und einen Eingriff ins Erdgeschoss 1908. Zum Denkmal gehört auch das gleichzeitig errichtete, schmale zweigeschossige Rückgebäude. Die Chronik von Adolf Schwammberger setzt die Apotheke im 17. Jahrhundert am Marktplatz 11 an, nennt den Umzug zur Königstraße im 19. Jahrhundert und den weiteren Wechsel in die Mathildenstraße 28 im Jahr 1908. Die traditionelle Einrichtung zog im öffentlichen Bewusstsein womöglich mit, nicht aber der historische Baukörper: Königstraße 74 und Mathildenstraße 28 sind zwei eigenständige Hausbiografien (siehe MEDBAU-138). Die Angabe „1837 zur Königstraße“ und das Denkmalbaujahr 1843 sind ohne die Akten nicht als Bau- und Bezugsgleichzeitigkeit zu behandeln.
Sternapotheke: eine Familie zieht ihre Apotheke durch die Stadt
Die Sternapotheke ist ein besonders deutliches Beispiel dafür, dass die Biografie einer medizinischen Einrichtung mehrere Hausgeschichten umfasst. Schwammbergers Geschichtslexikon führt die Sternapotheke seit dem späten 17. Jahrhundert am Marktplatz 11; für 1837 nennt es den Umzug an die Königstraße 72 beziehungsweise 74. Die ältere Apothekerfamilie Barthel gehörte damit zur Geschichte der Einrichtung, aber die Institution war nicht an einen einzigen unveränderlichen Baukörper gebunden. Die im Lexikon genannten zwei Nummern an der Königstraße sind ein Auftrag zur historischen Nummernprüfung, keine Lizenz zu einer stillen Adressverschmelzung.
Im Jahr 1908 folgte der Umzug in die Mathildenstraße 28, den das Lexikon dem Apotheker Stadelmann zuschreibt. Daraus ergeben sich wenigstens drei Standortphasen der Sternapotheke. In dieser Biografie wird allein die Phase Königstraße 74 besprochen; das Haus Mathildenstraße 28 erhält ein eigenes Bauprofil MEDBAU-138. Eine Umzugserzählung macht die Straße anschaulich, beweist aber keinen unveränderten Bestand von Rezepten, Arbeitsgeräten, Beschäftigten oder Besitzrechten über alle Phasen hinweg.
Weitere historische Quellen und Verbindungen
Die folgenden Hinweise stammen aus den zusammengeführten FürthWiki-Forschungsblöcken v232 bis v242. Ortsbezug bedeutet keine automatische Gleichsetzung benachbarter oder mehrfach beschriebener Gebäude.
1837 und 1843
Zwei Stationen an der Königstraße
1837 ging der Apothekenbetrieb vom Marktplatz in die Königstraße 72, wo vorher das Gasthaus zur blauen Glocke war. 1843 entstand die neu eingerichtete Apotheke auf der benachbarten Königstraße 74.
Zu prüfen: Die Gebäude Königstraße 72 und 74 sind getrennte Baukörper; 1837 und 1843 sind verschiedene Standortereignisse, keine zwei unterschiedlichen Apothekeninstitutionen.
Apothekerbiografien im Zusammenhang mit diesem Ort
Quellengebundene Personen- und Institutionenbeziehungen; keine automatische Aussage, dass eine Person jeden hier beschriebenen Baukörper besessen oder dort gewohnt hat.
Baugeschichte und historische Adressen
Hinweis zum Häuserregister: H-00453 (Adressgleichheit; Zeitstufe getrennt prüfen)
Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.
Offene Fragen und Quellenkritik
Quelljahr, historisches Nummernsystem, Betreiber, Konzession und Bauphasen.
Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.
Quellen und Nachweise
- https://www.digitale-sammlungen.de/
- https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11559292/395
- https://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf#page=106
- https://dokumen.pub/frth-von-a-bis-z-ein-geschichts-lexikon.html
- https://www.fuerthwiki.de/wiki/images/b/b3/Altstadtblaeddla_023_1987.pdf
Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.