Stadt Fürth

Nathanstift und Mütterfürsorge · Quellengebundenes Forschungsdossier

Die Milchbereitungsanstalt und Mutterberatung im Nathanstift-Anbau

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Siegmund-Nathan-Straße 5, Anbau am Nathanstift (historische Quellenadresse)
Überlieferter Zeitraum
um 1909; spätere Nutzung separat prüfen
Einrichtung oder Nutzung
Nathanstift und Mütterfürsorge
Forschungsstand
Quellengebundenes Forschungsdossier

Geschichte und Nutzung

Zwei Aufgaben in einem Nebengebäude

Wer an das Nathanstift denkt, sieht zunächst eine Entbindungsklinik. Die Fürther Mutter- und Säuglingsfürsorge reichte aber über die Geburt hinaus: Oliver Bender nennt bei dem 1909 eröffneten Haus an der Tannenstraße 17 einen Anbau an der Siegmund-Nathan-Straße 5, in dem Milch zubereitet und Mütter beraten wurden. Dieser Anbau war ein funktionaler Teil einer größeren Versorgungskette.

Vom Wöchnerinnenbett zur Ernährungssorge

Gerade in einer Industriestadt mit hoher Säuglingssterblichkeit war die Frage nach sicherer Säuglingsnahrung nicht von der medizinischen Geburtshilfe zu trennen. Die Räume des Anbaus eröffnen somit eine eigene Perspektive auf die Alltagsarbeit von Frauen, Säuglingen und Pflegepersonal. Das ist eine quellenbasierte Deutung der ausdrücklich überlieferten zwei Funktionen, keine nachgewiesene Rekonstruktion einzelner Beratungen oder Rezepte.

Grenzen der Gebäudeidentität

Der historische Nachweis spricht ausdrücklich von einem Anbau. Aus der Straßenanschrift entsteht weder ein separates erhaltenes Denkmal noch ein zweiter eigenständiger Stiftungsbau. Der genaue Grundriss, die technischen Einrichtungen, Namen des Personals und spätere Nutzungswechsel müssen aus Bauakten und Jahresberichten erschlossen werden. Das Hauptgebäude erhält weiterhin ein gesondertes Profil unter MEDBAU-019.

Eine soziale Kette: Entbindung, Säuglingsmilch und Beratung

Die stadtgeschichtliche Forschung unterscheidet am Nathanstift eine Entbindungs- und Säuglingsversorgung vom Anbau für Milchbereitung und Mütterberatung an der Siegmund-Nathan-Straße 5. Die Einrichtungen waren in einem sozialen Programm verbunden: Betreuung vor und nach der Geburt, Ernährung von Kleinkindern und Rat für junge Mütter. Sie sind aber nicht automatisch ein einziger historischer Baukörper mit derselben Hausnummer und Bauzeit.

Alfred Nathan war als Stifter des Nathanstifts mit seinem Fürther Herkunftsort verbunden und förderte die Gesundheitsversorgung in großem Umfang. Diese Verbindung belegt nicht, dass er persönlich die Ausstattung jeder einzelnen Küche überwachte oder die dort Beschäftigten auswählte. Der Unterschied zwischen Bauherrschaft, Stiftung, organisatorischer Trägerschaft und Alltagsbetrieb bleibt eine Schlüsselaufgabe der Fortsetzung.

Ergänzende Quellen zur Ortsgeschichte

Separater Milchpavillon als eigene Funktionseinheit der Säuglingsfürsorge; Milchverkauf für Bedürftige nach abgestuftem Entgelt. Technische und bauliche Verbindung zur Krautheimer-Krippe ab 1919 weiter prüfen.

Historische Beziehungen: Nathanstift / Fürsorge/Ernährung; nicht mit dem Hauptbau verschmelzen

Offene Bau- und Adressfragen: Pavillon nicht ohne Katastergleichung als identischen Baukörper des Hauptgebäudes behandeln.

Sekundärquelle: FürthWiki: Milchpavillon und Säuglingsfürsorge am Nathanstift (Autorengemeinschaft, CC BY-SA soweit nicht anders angegeben). Ohne gesicherte Konkordanz erfolgt keine Zusammenführung von Anschriften oder Baukörpern.

Ergänzungen aus dem FürthWiki-Abgleich

Diese Belege ergänzen das historische Standortdossier. Es handelt sich um quellenkritisch eingeordnete Hinweise des Forschungsmasters v230, nicht um neue Gebäudenachweise oder automatisch freigegebene Personenidentitäten.

  • 1907–1919 – Milchpavillon und Säuglingsfürsorge: Zum Nathanstift gehörte ein vom Haupthaus unterscheidbarer Milchpavillon mit Säuglingsfürsorge und Milchabgabe. Die Krautheimerkrippe wird ab 1919 als verbundenes Kinderhaus beschrieben.

    Weiter zu prüfen: Milchpavillon, Nathanstift-Hauptbau und Krautheimerkrippe nicht als einen Baukörper zählen.

    FürthWiki-Quellenartikel · Forschungsbeleg V230-016

FürthWiki-Autorengemeinschaft, CC BY-SA für Artikeltexte soweit nicht anders angegeben. Keine Übernahme ungeprüfter Bilddateien; Originalakten sind gesondert auszuwerten.

Baugeschichte und historische Adressen

Überlieferte Bau- und Gestaltungspersonen: Anbau des Nathanstifts; eigene Räume für Milchbereitung und Mütterberatung belegt, eigenständiges Haus nicht nachgewiesen

Denkmal- bzw. Objektvermerk: Denkmalschutz und Baukörperzuordnung zum Hauptgebäude gesondert abgleichen

Hinweis zum Häuserregister: Kein sicherer H-ID-Match im Häuser-Master v185; Adress- und Anbaukonkordanz aus Bauplänen nötig

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Originalgrundriss, Bauakte, Personal der Beratung, Beginn/Ende der Milchküche, heutiger Baukörper

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://fis.uni-bamberg.de/bitstream/uniba/9/1/Dokument_1.pdf#page=164
  2. https://dokumen.pub/frth-von-a-bis-z-ein-geschichts-lexikon.html

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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