Fürther Stadtgeschichte · Politik und Verwaltung
Dr. Elisabeth (Else) Hölzl
Natur- und Staatswissenschaftlerin; Stadträtin
Lebensgeschichte
Elisabeth, meist Else Hölzl genannt, gehörte zu den Frauen, die nach dem Ersten Weltkrieg erstmals an Fürths kommunaler Politik mitwirkten. Von 1919 bis 1922 saß die Sozialdemokratin im Stadtrat. In den Ausschüssen für Wohlfahrt und Fürsorge sowie für Finanzen und Wirtschaft verband sie soziale Fragen mit den Möglichkeiten des städtischen Haushalts. Die Landauer Stadtbiografie hebt ihren Einsatz für Frauen hervor, deren Arbeitsplätze nach Kriegsende zugunsten heimkehrender Soldaten abgebaut wurden.
Hölzl beschäftigte sich auch wissenschaftlich mit der Stadt. Ihr Doktorgrad wurde ihr am 9. Februar 1922 in Erlangen verliehen. Das Datum steht in einer späteren behördlichen Abschrift aus ihrem Universitätsarchivvorgang. Die in Fürther Darstellungen verbreitete Jahreszahl 1918 lässt sich bislang nicht als Verleihungsjahr bestätigen.
1922 zog sie mit ihrem Mann nach Freiburg. Die Landauer Stadtbiografie schildert ihre spätere Flucht mit dem Sohn nach England im Februar 1939 und die Auswanderung in die USA im Mai 1943. 1941 hatte die NS-Verwaltung bereits Schritte gegen ihre Staatsangehörigkeit und ihren akademischen Titel eingeleitet. Das erhaltene Schreiben macht sichtbar, wie die Verfolgung die Wissenschaftlerin auch im Ausland erreichte.
2026 führte die FAU Hölzl namentlich in ihrer Rehabilitierungsliste für ideologisch entzogene Doktorgrade auf. Die Universität stellte fest, dass diese Entzüge rechtswidrig und von Anfang an unwirksam waren. Damit ist der Entzug institutionell anerkannt, obwohl der individuelle abschließende Bescheid noch fehlt.
Quellenlage und offene Fragen: Das Verleihungsdatum 1922 ist am Archivscan belegt; Mandat, Ausschüsse und Emigrationsmonate stammen aus späteren Biografien. Landau nennt für die Dissertation den Zeitraum 1808–1903, der Fürther Katalog 1808–1913. Ein Titelblatt muss diesen Unterschied klären. Auch der konkrete Entzugsbeschluss und die vollständigen Fürther Ausschussprotokolle fehlen.
Zur Person
- Historische Namensformen
- geb. Dannheisser
- Geburt
- 1891-09-17
- Tod
- 1976-07-17
- Politischer Zusammenhang
- SPD
Historische Hausnummern und politische Organisationsbezeichnungen gelten nur für den genannten Zeitrahmen. Eine Namensgleichheit wird nicht als Personenidentität behandelt.
Funktionen und Amtsstationen
- 1919–1922Stadträtin
Stadtrat
gewählt 1919
Wahl, Ernennung, Einführung, kommissarische Vertretung und tatsächlicher Amtsbeginn sind nicht automatisch identisch. Datierte Nennungen ergeben noch keine ununterbrochene Amtszeit.
Politischer und institutioneller Zusammenhang
Stadtoberhäupter, Magistrat und Distrikte im historischen Überblick →
Quellen und weitere Nachprüfung
- https://www.tourismus-fuerth.de/entdecken-staunen/geschichtliches/fuerther-persoenlichkeiten/
- https://www.landau.de/landauerleute
- https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/TBCGYSPNXP6WC2YAAWSP3L7DSRFTW5J2
- https://www.fau.de/universitaet/universitaetsprofil/geschichte-und-erinnerungskultur/aberkennung-der-doktorwuerde-an-der-universitaet-erlangen-in-der-zeit-des-nationalsozialismus/
- https://www.fau.de/wp-content/uploads/sites/4/2026/07/Universitaet_Depromotion_A1-3a-Nr-946d-Hoelzl-Elisabeth-727x1024.jpg
- https://www.landau.de/Tourismus-Kultur/Archiv-und-Museum/Landauer-Leute/
Noch zu prüfen: Verleihung 09.02.1922 direkt belegt. Entzug durch FAU-Rehabilitierung institutionell anerkannt; individueller Bescheid/Tag offen. Dissertationstitel 1808–1903 versus 1808–1913 prüfen. Ausschussoriginale fehlen.