Fürther Stadtgeschichte · Politik und Verwaltung

Dr. Christian Degen

prakt. Arzt; Hospital-/Krankenhausarzt; Gemeindebevollmächtigter; DAV-Vereinsfunktionär

Lebensgeschichte

Dr. Christian Degen ist in Fürths städtischen Verzeichnissen als praktischer Arzt, Hospitalarzt und Gemeindebevollmächtigter belegt. Die Verbindung eines medizinischen Berufs mit kommunaler Vertretungsarbeit verweist auf eine Zeit, in der Gesundheitsversorgung, Schulwesen und Armenfürsorge eng mit der örtlichen Selbstverwaltung verbunden waren. Für 1880 sowie mehrfach zwischen 1891 und 1899 liegen einzeln datierte Nennungen im Gemeindekollegium vor.

Degen ist außerdem im Umfeld der Fürther Sektion des Deutschen Alpenvereins überliefert. Die Vereinsforschung nennt eine Tätigkeit als zweiter Vorsitzender von 1886 bis 1898. Damit begegnet dieselbe Person im kommunalen und im bürgerschaftlichen Leben; aus einer Vereinsfunktion allein folgt jedoch keine politische Parteizugehörigkeit. Ein Verwaltungsbeleg von 1899 führt ihn zudem in der Vorstandschaft der obligatorischen gewerblichen Fortbildungsschule.

Die spätere Chronik enthält eine rückblickende Aussage zu einer Magistratszugehörigkeit von 1872 bis 1908. Sie widerspricht dem konkreten Quellenbild des Gemeindekollegiums zumindest in der Gremienbezeichnung und darf deshalb nicht als gesicherte, durchgehende Magistratsamtszeit veröffentlicht werden. Degen wird vorerst als Arzt und mehrfach belegter Gemeindebevollmächtigter geführt; Geburt, Tod und mögliche weitere Funktionen bleiben Forschungsaufgaben.

Funktionen und Amtsstationen

  1. 1872–1908
    Magistratsmitglied

    Magistrat

  2. 1880
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

    Wahl 1872

  3. 1881-11-21
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium / Gemeindebevollmächtigte

    gewählt

  4. 1891
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  5. 1893
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  6. 1894
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  7. 1895
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  8. 1898
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

    aus Wahl 1890

  9. 1899
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  10. 1899
    Vorstandsmitglied obligatorische gewerbliche Fortbildungsschule

    Schulvorstandschaft / kommunales Schulaufsichtsnetz

    Adressbuch 1899

Wahl, Ernennung, Einführung, kommissarische Vertretung und tatsächlicher Amtsbeginn sind nicht automatisch identisch. Datierte Nennungen ergeben noch keine ununterbrochene Amtszeit.

Politischer und institutioneller Zusammenhang

Stadtoberhäupter, Magistrat und Distrikte im historischen Überblick →

Wahl-, Verwaltungs- und Ratsakten im Quellenverzeichnis →

Quellen und weitere Nachprüfung

Noch zu prüfen: Die biografischen Eckdaten und der Verlauf zwischen den gesicherten Stichtagen bleiben weiter zu prüfen. | KM130: Vertiefung dokumentiert; offene Beleggrenzen siehe Schlussabschnitt. Konflikt Magistrat versus Gemeindekollegium offen: rückblickende Spanne 1872–1908 nicht zur sicheren Amtszeit erklären. Geburt/Tod und Vereinsamt 1886–1898 aus Originaljahrbüchern überprüfen.

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