Fürther Stadtgeschichte · Politik und Verwaltung

Martin Segitz

Redakteur; Gewerkschaftsführer; Gemeindebevollmächtigter; Landtags-/Reichstagsabgeordneter

Lebensgeschichte

Martin Segitz wurde am 26. Juli 1853 in Fürth geboren und erlernte das Zinngießerhandwerk. Über die Metallarbeit fand er zur organisierten Arbeiterbewegung. Er war an der Gründung überregionaler Gewerkschaftsorganisationen beteiligt und wirkte seit 1890 in der Redaktion der Fränkischen Tagespost mit. Ab 1894 leitete er das Nürnberger Arbeitersekretariat, das Arbeitenden bei Rechts- und Sozialfragen beratend zur Seite stand. Seine Biografie verbindet Fürther Industriewelt, journalistische Arbeit und den Aufbau von Interessenvertretungen.

Für die kommunale Ebene dokumentiert das Verwaltungshandbuch Segitz von 1893 bis 1923 als Gemeindebevollmächtigten in Fürth; zeitgenössische Stichtagsnennungen von 1894, 1895, 1898 und 1899 stützen die Amtsverbindung. Auf Landes- und Reichsebene war er bayerischer Landtagsabgeordneter und zeitweise Reichstagsmitglied. Dass er über viele Jahre in verschiedenen Parlamenten arbeitete, darf nicht mit durchgehender identischer Ausübung jedes einzelnen Mandats gleichgesetzt werden.

Nach der Revolution von 1918 übernahm Segitz Aufgaben der bayerischen Staatsverwaltung und wurde 1919 Staatsminister. Nach der Ermordung Kurt Eisners wählte ihn ein Rätekongress am 1. März 1919 zum bayerischen Präsidenten; der Vorgang führte nicht zu einer parlamentarisch anerkannten Ministerpräsidentenschaft. Dieser Unterschied ist entscheidend, um die politisch umstrittene Lage nicht nachträglich zu vereinfachen. In der Fürther Vereinsforschung ist Segitz zudem bei einer Braugehilfenversammlung 1892 nachweisbar. Er starb am 31. Juli 1927 in Fürth.

Zur Person

Geburt
1853-07-26
Tod
1927-07-31
Politischer Zusammenhang
SPD

Historische Hausnummern und politische Organisationsbezeichnungen gelten nur für den genannten Zeitrahmen. Eine Namensgleichheit wird nicht als Personenidentität behandelt.

Funktionen und Amtsstationen

  1. 1893–1923
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

    gewählt / Langzeitmandat

  2. 1894
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  3. 1895
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

  4. 1898
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

    aus Wahl 1893

  5. 1899
    Gemeindebevollmächtigter

    Gemeindekollegium

Wahl, Ernennung, Einführung, kommissarische Vertretung und tatsächlicher Amtsbeginn sind nicht automatisch identisch. Datierte Nennungen ergeben noch keine ununterbrochene Amtszeit.

Weitere Verbindungen

Vereins- und Sozialgeschichte

Die Verweise zeigen datierte Forschungszusammenhänge. Bei gleichlautenden Namen bleibt die abschließende Personenidentität bis zum Abgleich weiterer Originalquellen offen.

Politischer und institutioneller Zusammenhang

Stadtoberhäupter, Magistrat und Distrikte im historischen Überblick →

Wahl-, Verwaltungs- und Ratsakten im Quellenverzeichnis →

Quellen und weitere Nachprüfung

Noch zu prüfen: Die Amtsperioden und der private Lebensweg sollten weiterhin anhand zeitgenössischer Originalquellen verdichtet werden. | KM131: Beleggrenzen und nächste Recherchewege im Indexblatt. Bavarikon-Verwaltungshandbuch hat offensichtlichen Tippfehler im Ende Staatskommissar 1918/1919; nicht übernehmen. Präsidentschaft März 1919 nicht als parlamentarisch anerkannte Ministerpräsidentenschaft darstellen.

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