Fürther Stadtgeschichte · Politik und Verwaltung

Konrad Eberhard

Stadtrat; Landtagsabgeordneter

Lebensgeschichte

Konrad Eberhard gehörte zu jenen Fürther Sozialdemokraten, deren Arbeit zugleich im Stadtrat und im Bayerischen Landtag sichtbar wird. Nach der Revolution von 1918 erhielt er 1919 ein Mandat im Landesparlament; nach einer Unterbrechung kehrte er 1927 dorthin zurück. Im selben Jahr gehörte er bereits dem Fürther Stadtrat an. Eberhards Geschichte führt deshalb von den Handwerks- und Gewerkschaftsmilieus Frankens in die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik – und schließlich in die nationalsozialistische Verfolgung.

Er wurde am 3. November 1876 in Engelthal im damaligen Bezirksamt Hersbruck geboren, nach der Darstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte als Sohn eines Zimmermanns. Eberhard erlernte das Buchbinder- und Papierverarbeitungsgewerbe. Seine frühe Berufstätigkeit hatte er im Handwerk, bevor er in die sozialdemokratische Publizistik wechselte: 1901 und 1902 arbeitete er für die Märkische Volksstimme in Forst, anschließend für die Fränkische Tagespost in Nürnberg. Die Tätigkeiten zeigen seine Verbindungen zwischen beruflicher Qualifikation, Arbeiterpresse und Parteiarbeit, nicht eine durchgehende Anstellung bei einem einzigen Unternehmen.

In Würzburg übernahm er im Umfeld der Gewerkschaftsbewegung Verantwortung; 1905 war er Vorsitzender des dortigen Gewerkschaftskartells und arbeitete als Arbeitersekretär. Zwischen 1908 und 1924 führte ihn die berufliche Entwicklung wieder in den Raum Fürth beziehungsweise Zirndorf: Die Parlamentsbiografie nennt eine Tätigkeit als Landwirt und Fabrikbesitzer. Die konkreten Eigentumsverhältnisse und Firmenbezeichnungen sind bislang nicht durch einzelne Handelsregister- oder Grundbuchakten geprüft. Ein entsprechender Crossmaster-Abgleich mit Firmen-, Familien- und Hausregistern bleibt daher ein Forschungsauftrag.

Am 12. Januar 1919 begann Eberhards erste Mandatszeit im Bayerischen Landtag. Sie endete mit dem Abschluss dieser Wahlperiode im Juni 1920. Fürth und sein Umland waren für ihn nicht bloß Wahlkreis oder Wohnort: Die regionalen Verkehrsverbindungen und wirtschaftlichen Fragen gehörten zu den Themen sozialdemokratischer parlamentarischer Arbeit. Digitalisierte Landtagsprotokolle ermöglichen die gesonderte Prüfung konkreter Wortmeldungen und Ausschussaufgaben. Eine Erwähnung im parlamentarischen Vorgang beweist jedoch noch nicht, dass Eberhard ein bestimmtes Bauvorhaben persönlich durchgesetzt hat.

1924 wurde er Parteisekretär des SPD-Unterbezirks Fürth. Für 1927 bis 1933 verzeichnet das Haus der Bayerischen Geschichte seine Mitgliedschaft im Fürther Stadtrat. Im Oktober 1927 kehrte er zudem in den Bayerischen Landtag zurück und blieb bis zur Ausschaltung der demokratischen Institutionen 1933 Abgeordneter. Seine landespolitische Tätigkeit und seine kommunalpolitischen Funktionen sind zwei verschiedene Mandatsarten. Insbesondere dürfen Landesparlamentsausschüsse nicht ohne Einzelbeleg als Ausschüsse des Fürther Stadtrats bezeichnet werden.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete die freie politische Betätigung der Sozialdemokraten. Das parlamentarische Biogramm verzeichnet für Eberhard 1933 die Festnahme und sogenannte Schutzhaft. Im Zusammenhang mit der Verhaftungswelle nach dem 20. Juli 1944 wurde er erneut festgenommen und im Konzentrationslager Dachau interniert. Die unterschiedlichen Angaben zu genauen Hafttagen, Einlieferung und Entlassung sind weiterhin an den persönlichen Haft- und Entschädigungsakten zu prüfen. Seine Verfolgung ist für die Fürther Stadtgeschichte wesentlich, darf aber sein zuvor geleistetes politisches und berufliches Engagement nicht verdrängen.

Konrad Eberhard starb am 18. September 1945 in Fürth. Die frühere Museumskartei enthielt den 16. September; diese Angabe wurde nach Abgleich mit der Bayerischen Parlamentsdatenbank korrigiert. Zugleich bleiben der standesamtliche Sterbeeintrag, die Fürther Wahlakte von 1927, seine konkreten Ratsanträge und die Haftoriginale offene Aufgaben. Die im bayerischen Parlamentsportal gezeigte Porträtfotografie wird mangels gesonderter Bildlizenz hier nicht eingebunden.

Zur Person

Geburt
1876-11-03
Tod
1945-09-18
Politischer Zusammenhang
SPD

Historische Hausnummern und politische Organisationsbezeichnungen gelten nur für den genannten Zeitrahmen. Eine Namensgleichheit wird nicht als Personenidentität behandelt.

Funktionen und Amtsstationen

  1. 1927–1933
    Stadtrat

Wahl, Ernennung, Einführung, kommissarische Vertretung und tatsächlicher Amtsbeginn sind nicht automatisch identisch. Datierte Nennungen ergeben noch keine ununterbrochene Amtszeit.

Politischer und institutioneller Zusammenhang

Stadtoberhäupter, Magistrat und Distrikte im historischen Überblick →

Wahl-, Verwaltungs- und Ratsakten im Quellenverzeichnis →

Quellen und weitere Nachprüfung

Noch zu prüfen: Das Bayerische Parlamentsportal nennt den 18.09.1945. Die bislang hier gespeicherte Angabe 16.09.1945 erscheint auch in einer späteren schulgeschichtlichen Darstellung mit FürthWiki als Sekundärquelle. Der amtliche Sterbeeintrag wurde noch nicht eingesehen; Wahl-/Ratsakten 1927–1933 und Haftakten 1933/1944 bleiben offen. Quellenbasis: Haus der Bayerischen Geschichte/Bayerisches Parlamentsportal und digitalisiertes Landtags-Sprecherregister. Geburtsdatum 03.11.1876, Todestag 18.09.1945, Mandate und Verfolgung sind quellengebunden; das Standesamtsoriginal, Fürther Ratsprotokolle und Haftakten bleiben offen. Die frühere Angabe 16.09.1945 wurde korrigiert. Keine ungeklärten Originalfotografien verwenden.

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