Fürther Stadtgeschichte · Politik und Verwaltung

Gabriel Löwenstein

Bortenfabrikant; Weber; Magistratsrat; Publizist

Lebensgeschichte

Gabriel Löwenstein wurde am 7. November 1825 in Fürth geboren und stammte nach der Darstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte aus bescheidenen jüdischen Familienverhältnissen. Er lernte das Weberhandwerk und beteiligte sich während der Revolution 1848/49 an der demokratischen Bewegung in seiner Heimatstadt. Später besaß er eine Bortenfabrik, deren Betrieb ihn zugleich mit den sozialen Fragen der wachsenden Gewerbestadt vertraut machte.

Seit 1863 gehörte Löwenstein dem liberal-demokratischen Arbeiterverein an; 1868 schloss er sich der Abspaltung „Zukunft“ an, 1869 nahm er als Fürther Delegierter am Eisenacher Gründungsparteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei teil. In der Stadtpolitik war er von 1869 bis 1871 Mitglied des Gemeindekollegiums und 1872 bis 1878 Magistratsrat. Eine Fürther Bekanntmachung vom Januar 1873 nennt ihn außerdem in Gremien der Armenpflege, der Schulkommission sowie von Sparkasse und Leihhaus. Diese Funktionsnennungen lassen gesellschaftliche und kommunalpolitische Interessen greifbar werden, ohne einzelne Beschlüsse zu erfinden.

Ab 1871 wirkte Löwenstein an der frühen sozialdemokratischen Presse in Fürth mit. In den folgenden Jahrzehnten war er publizistisch und parteipolitisch tätig, zeitweilig auch als Abgeordneter im bayerischen Landtag. Das Haus der Bayerischen Geschichte stellt seine Laufbahn in den Zusammenhang der Repression gegen die Sozialdemokratie. Löwenstein starb am 17. Januar 1911 in Nürnberg. Seine Geschichte verbindet Revolution, jüdisches Leben, Textilgewerbe, Arbeitervereine, Presse und Stadtmagistrat und bietet dadurch besonders viele nachprüfbare Forschungsanschlüsse.

Zur Person

Historische Namensformen
G. Löwenstein
Geburt
1825-11-07
Tod
1911-01-17
Politischer Zusammenhang
sozialdemokratische Bewegung

Historische Hausnummern und politische Organisationsbezeichnungen gelten nur für den genannten Zeitrahmen. Eine Namensgleichheit wird nicht als Personenidentität behandelt.

Funktionen und Amtsstationen

  1. 1869–1871
    Mitglied

    Gemeindekollegium

    Biografische Zeitangabe

  2. 1872–1878
    Magistratsrat

    Stadtmagistrat Fürth

    Biografische Zeitangabe

  3. 1873-01-02
    Deputierter des Magistrats

    Armenpflegschaftsrat

    Neubildung der Kommissionen

  4. 1873-01-02
    Deputierter/Mitglied

    Schulkommission

    Neubildung der Kommissionen

  5. 1873-01-02
    Kommissionsmitglied

    Sparkasse und Leihhausverwaltung

    Neubildung der Kommissionen

Wahl, Ernennung, Einführung, kommissarische Vertretung und tatsächlicher Amtsbeginn sind nicht automatisch identisch. Datierte Nennungen ergeben noch keine ununterbrochene Amtszeit.

Politischer und institutioneller Zusammenhang

Stadtoberhäupter, Magistrat und Distrikte im historischen Überblick →

Wahl-, Verwaltungs- und Ratsakten im Quellenverzeichnis →

Quellen und weitere Nachprüfung

Noch zu prüfen: Die Amtsperioden und der private Lebensweg sollten weiterhin anhand zeitgenössischer Originalquellen verdichtet werden. | KM131: Beleggrenzen und nächste Recherchewege im Indexblatt. HdBG ist eine qualifizierte biografische Sekundärquelle; Gewerbeakten, Vereinsprotokolle und Magistratssitzungen 1869–1878 primär prüfen. Historische Partei- und Vereinsformen nicht gleichsetzen.

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