Fürther Stadtgeschichte · Politik und Verwaltung

Johann Leonhard Sandreuther

Ratsherr; Stadtrat; Arisierungsbeauftragter

Lebensgeschichte

Johann Leonhard Sandreuther, auch Hans Sandreuter genannt, erscheint im Forschungsbestand an mehreren Stellen der nationalsozialistischen Stadtverwaltung. Für 1933 nennt die städtische Schulgeschichte ihn als von Franz Jakob eingesetzten Gleichschaltungsbeauftragten. Ein weiterer lokaler Fachbeitrag führt ihn im selben Jahr als NS-Stadtrat.

Am 18. November 1935 gehörte er zu den zehn Ratsherren, die als Beiräte für das Stiftungswesen bestimmt wurden. Damit ist ein konkretes Tätigkeitsfeld innerhalb der nationalsozialistischen Kommunalstruktur greifbar. Die Zehnergruppe beschreibt diese Aufgabe und ist keine vollständige Liste aller Ratsherren Fürths.

Ein gesonderter Archivvorgang behandelt seine Berufung zum ehrenamtlichen Beigeordneten. Der Katalog nennt die Sitzung vom 6. September 1935, die Korrespondenz wegen der Bestätigung und einen Ernennungsbericht vom 16. Januar 1936. Diese Daten gehören zu einem mehrstufigen Verfahren und werden nicht auf ein einziges Amtsantrittsdatum verkürzt.

Das aktuelle Melderegister führt denselben kommunalen Namenskern unter MEL-P-0164. Die Übereinstimmung von ausgeschriebenem Namen, Hans-Variante und Funktionszusammenhang erlaubt einen nachvollziehbaren Registerbezug. Sie ist kein neuer unabhängiger historischer Beleg, weil der Melderegistereintrag aus der kommunalen Forschung übernommen wurde.

Quellenlage und offene Fragen: Beide Schreibweisen Sandreuter und Sandreuther bleiben erhalten. Seine im älteren Bestand verzeichnete Beteiligung an der Arisierung verlangt jeweils konkrete Akten- und Handlungsevidenz. Personalakten, Amtsgrenzen und die tatsächlichen Ernennungsdokumente wurden hier nicht eingesehen.

Zur Person

Historische Namensformen
Hans Sandreuter; Hans Sandreuther; Johann Leonhard Sandreuter
Politischer Zusammenhang
NSDAP

Historische Hausnummern und politische Organisationsbezeichnungen gelten nur für den genannten Zeitrahmen. Eine Namensgleichheit wird nicht als Personenidentität behandelt.

Funktionen und Amtsstationen

  1. 1933
    Stadtrat

    Sommer 1933 als Nazi-Stadtrat belegt

  2. 1935-11-18
    Ratsherr; Beirat Stiftungswesen

    Ratsherren / Stiftungsbeirat

    von OB Jakob als Beirat bestimmt

Wahl, Ernennung, Einführung, kommissarische Vertretung und tatsächlicher Amtsbeginn sind nicht automatisch identisch. Datierte Nennungen ergeben noch keine ununterbrochene Amtszeit.

Politischer und institutioneller Zusammenhang

Stadtoberhäupter, Magistrat und Distrikte im historischen Überblick →

Wahl-, Verwaltungs- und Ratsakten im Quellenverzeichnis →

Quellen und weitere Nachprüfung

Noch zu prüfen: Die biografischen Eckdaten und der Verlauf zwischen den gesicherten Stichtagen bleiben weiter zu prüfen.

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