Personenbiografie · Leichtathletik · Masters-Sport und Wettkampforganisation · 2. November 2026

Dieter Krumm

1952–2025 · Leichtathletik · Masters-Sport und Wettkampforganisation

Im Januar 2014 wurden beim 25. Fürther Senioren-Hallensportfest nicht nur sportliche Leistungen gefeiert. Dieter Krumm, der sämtliche bisherigen Ausgaben ehrenamtlich geleitet hatte, wollte die Organisation in jüngere Hände geben. Die Frage, wie eine erfolgreiche Veranstaltung weiterbestehen konnte, gehörte damit schon zu seinen Lebzeiten zu seiner Geschichte. Heute trägt das Sportfest seinen Namen. Dazwischen liegt ein Wirken als Athlet, Mannschaftsorganisator und Vermittler, das weit über einzelne Fürther Wettkämpfe hinausreichte.

Ein Hochspringer aus dem Westerwald

Ende der 1970er-Jahre kam Krumm aus dem Umfeld der LG Andernach/Neuwied nach Fürth. Er stellte sich in Dambach als Hochspringer vor. Der Vereinsnachruf nennt für 1986 eine Bestleistung von 1,86 Metern. Die spätere Rolle als Seniorenorganisator wuchs damit aus einer eigenen Wettkampfpraxis heraus. Der frühere Hochspringer blieb auch dann selbst sportlich aktiv, als die Mannschaftsarbeit immer mehr Raum einnahm.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1]

Beruf und Mannschaftsarbeit

In einer ausführlicheren Fassung seines Nachrufs, veröffentlicht beim Phoenix Rks Mutterstadt, nennt Bertram Böhm auch Krumms langjährige Arbeit im Siemens-Rechenzentrum in Fürth. Dieselbe Erinnerung beschreibt die vielen Telefonate und Nachrichten aus Langenzenn, mit denen Krumm Athleten und Veranstalter miteinander verband. Der Computerarbeitsplatz und das ehrenamtliche Sportnetzwerk sind dabei verschiedene Teile seines Alltags; eine Unterstützung seiner Mannschaft durch den Arbeitgeber ist damit nicht belegt.

Sein Projekt bestand darin, auch Aktive kleinerer Vereine für gemeinsame Mannschaftsaufgaben zu gewinnen. Darin lag eine besondere organisatorische Leistung: Ein Team musste über einzelne Disziplinen und Wohnorte hinweg zusammenfinden. Die Nachrufe schreiben den Fürther Mannschaften unter seiner Leitung fünfzehn deutsche Altersklassentitel zu. Diese rückblickende Bilanz beschreibt die gemeinsame Arbeit; sie bedeutet nicht, dass Krumm sämtliche Titel selbst als Aktiver gewonnen hätte.

Quellen zu diesem Abschnitt: [2] · [1]

Eigene Leistung: vom Hochsprung zum Kugelstoß

Die deutsche Senioren-Hallenbestenliste 2014/15 bietet einen nüchternen Blick auf den Athleten hinter dem Organisator. Im Kugelstoßen der M60 führt sie Dieter Krumm, Jahrgang 1952, für den LAC Quelle Fürth mit 12,51 Metern. Die Leistung wurde am 28. Februar 2015 in Erfurt erzielt. Das verwendete Gerät wog fünf Kilogramm.

Diese Angabe ergänzt die Erinnerung an den Hochspringer um eine andere Disziplin in einer späteren Lebensphase. Sie hält zugleich Verein, Altersklasse, Datum und Gerätegewicht fest. Die Weite lässt sich deshalb nicht ohne diese Angaben mit Ergebnissen jüngerer Männer vergleichen. In der Liste steht ein konkreter Wettkampfwert, während ein Nachruf vor allem die Bedeutung eines Menschen für seine Sportgemeinschaft beschreibt.

Quellen zu diesem Abschnitt: [3]

2014: Weltklasse beim ehrenamtlich organisierten Jubiläum

Der zeitnahe BLV-Bericht zum 25. Hallensportfest beschreibt ein Treffen von Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland. Guido Müller vom TSV Vaterstetten lief in der Altersklasse M75 die 400 Meter in 63,34 Sekunden und verbesserte damit den damals geführten Hallenweltrekord. Über 200 Meter erzielte er außerdem einen Europarekord. Die herausragenden Leistungen waren ein sportlicher Höhepunkt der von Krumm betreuten Veranstaltung.

Zum Abschluss luden Krumm und der LAC Aktive und Helfer zu einem Jubiläumsbuffet in die Halle ein. Ehrung und gemeinsames Essen gehörten zum selben Tag wie Startnummern und Ergebnislisten. Der Bericht nennt aber auch die Kosten der Halle und die Frage der Nachfolge in der Organisation. Eine traditionsreiche Veranstaltung bestand also nicht allein deshalb fort, weil sie gute Ergebnisse hervorbrachte. Jemand musste die praktische Verantwortung übernehmen und ihre Finanzierung im Blick behalten.

Quellen zu diesem Abschnitt: [4]

Kevelaer 2015: ein Geschenk an den Konkurrenten

Eine besonders anschauliche Szene überliefert nicht der eigene Verein, sondern der STV Hünxe. Bei den deutschen Senioren-Teammeisterschaften am 5. September 2015 in Kevelaer trat Krumm als Teamchef des LAC Quelle auf. Nach dem Wettkampf gratulierte er dem Hünxer Trainer und Seniorenwart Jürgen Remke zum Geburtstag. Er überreichte ihm ein Fürther Vereinstrikot, eine Krawatte und die Vereinsnadel. Für die Hünxer Mannschaft war der Wettkampftag nach verletzungsbedingten Ausfällen schwierig verlaufen; sie wurde Sechste. Die anschließende Gratulation stand damit neben einem ernsthaft geführten sportlichen Vergleich.

Der Hünxer Bericht ordnet die Geste ausdrücklich einer langjährigen freundschaftlichen Verbindung zu. Das ist für Krumms Biografie mehr als eine nette Randnotiz. Sein Aufgabenfeld umfasste sportliche Konkurrenz und persönliche Kontakte zugleich. Mannschaften, die gegeneinander um Punkte antraten, begegneten einander über Jahre hinweg. Die Szene macht dieses Netz greifbar, ohne aus einem einzelnen Geschenk eine formelle Zusammenarbeit zwischen den Vereinen abzuleiten.

Quellen zu diesem Abschnitt: [5]

Ein Amt, das zur praktischen Arbeit hinzukam

Von 2005 bis 2011 gehörte Krumm dem LAC-Vorstand als dritter Vorstand an. Der Nachruf erinnert außerdem an seinen deutschen Hallentitel mit der M50-Staffel über viermal 200 Meter im Jahr 2003. Die Funktionen überlagerten sich: Er war Wettkämpfer, organisierte Mannschaften und übernahm ein Vereinsamt. Der Masters-Sport war für ihn damit ein eigenes langfristiges Arbeitsfeld innerhalb der Fürther Leichtathletik.

Quellen zu diesem Abschnitt: [1]

2026: Wie die Erinnerung zur Veranstaltung wurde

Nach seinem Tod 2025 fand am 7. Februar 2026 das erste Hallensportfest unter dem Namen Dieter Krumm statt. Der Vereinsbericht vom 9. Februar nennt rund zweihundert Teilnehmende und beschreibt die Organisation durch die Masters selbst. Gerhard Schlee koordinierte die Arbeit; Kerstin Grundwald und Heike Schug bildeten das Vorbereitungskomitee und kümmerten sich um die Verpflegung. Jörg Hoffmann übernahm weitere praktische und vermittelnde Aufgaben.

Die Erinnerung bekam dadurch eine konkrete Form: einen Wettkampftag mit Vorbereitung, Sport und Begegnungen. Der Name am Veranstaltungstitel allein hätte die Nachfolgefrage von 2014 nicht gelöst. Dass andere Vereinsmitglieder die Durchführung übernahmen, führte einen wesentlichen Teil von Krumms Arbeit fort. Seine Biografie reicht deshalb über den eigenen letzten Wettkampf hinaus bis zu den Menschen, die das Sportfest weitertragen.

Quellen zu diesem Abschnitt: [6] · [7]

Die Quelle-Halle: Wettkämpfe, Sanierung und Masters-Sport →

Historische Quellen und ihre Aussagekraft

  1. [1]Bertram Böhm: Nachruf auf Dieter Krumm – Pionier des Seniorensports, BLV, 13. Mai 2025

    Vereinsrückblick zu Hochsprung, Mannschaftsarbeit, Vorstandsamt und Staffel 2003. Altersangaben 72/73 im Haupttext und angefügter Würdigung weichen ab; kein genauer Geburtstag daraus abgeleitet.

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  2. [2]Phoenix Rks Mutterstadt: Ehrentafel, Nachruf Dieter Krumm von Bertram Böhm

    Ausführlichere Fassung desselben Autors, keine unabhängige Bestätigung des BLV-Nachrufs. Enthält die zusätzliche Berufsangabe Siemens-Rechenzentrum; keine Personalakte eingesehen.

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  3. [3]DLV: Deutsche Senioren-Hallenbestenliste 2014/2015, Männer, PDF-S. 28

    Zeitgenössische Verbandsstatistik, Original-PDF bildgeprüft: 12,51 m mit 5-kg-Kugel, Erfurt 28.02.2015, Jahrgang 1952, M60. Keine Übernahme bloßer Meldewerte.

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  4. [4]BLV: Zwei Weltrekorde als Geschenk zum 25. Jubiläum des Fürther Senioren-Hallensportfestes, 23. Januar 2014

    Zeitnaher Veranstaltungsbericht: Organisation, Müller-Rekord, Buffet, Nachfolge- und Finanzfrage. Die damals offene Rekordanerkennung einer anderen Leistung nicht als bestätigter Weltrekord übernommen.

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  5. [5]STV Hünxe: Wettkämpfe 2015, Team-DM Kevelaer am 5. September

    Eigenständiger Bericht des gegnerischen Vereins; belegt Krumms Teamchefrolle und das Geschenk an Jürgen Remke.

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  6. [6]TV Fürth 1860: Dieter Krumm Seniorensportfest 2026, 9. Februar 2026

    Zeitnaher Vereinsbericht zur ersten Gedenkausgabe und den organisatorisch Beteiligten.

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  7. [7]LADV: Dieter-Krumm Seniorensportfest Fürth, 7. Februar 2026

    Veranstaltungsdatierung, keine Ableitung persönlicher Wettkampfteilnahmen aus Meldelisten.

    ↩ Zur Textstelle

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